Cafe Zeit - Evi Bendl
07.12.2022 25 min
Zusammenfassung & Show Notes
Cafe Zeit - Evi Bendl
An dem Ort wo nun schon seit dreißig Jahren das Cafe Zeit besteht gab es schon viele vorherige Nutzer. Wie Evi Bendl zu dem Cafe kam und wie sich die Dinge in Purkersdorf, vor allem am Hauptplatz, verändert haben, all das hört ihr in dieser Episode von HALLO PURKERSDORF.
Für weitere Infos zu dieser Story hier auf Shownotes klicken.
An dem Ort wo nun schon seit dreißig Jahren das Cafe Zeit besteht gab es schon viele vorherige Nutzer. Wie Evi Bendl zu dem Cafe kam und wie sich die Dinge in Purkersdorf, vor allem am Hauptplatz, verändert haben, all das hört ihr in dieser Episode von HALLO PURKERSDORF.
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HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
🎙️ Hallo Purkersdorf – mit Evi Pendl vom Café Zeit
📍 Ort: Purkersdorf
☕ Location: Café Zeit
🎧 Format: Talk über Menschen & Geschichten aus der Region
☕ Location: Café Zeit
🎧 Format: Talk über Menschen & Geschichten aus der Region
✨ Worum geht’s in dieser Folge?
Diese Episode nimmt dich mit mitten auf den Hauptplatz von Purkersdorf – direkt ins Café Zeit. Gastgeber Michi spricht mit Evi Pendl, einer echten Institution der Stadt. Es geht um Mut, Wandel und darum, wie man über Jahrzehnte hinweg ein Stück Ortsgeschichte mitgestaltet.
👤 Zu Gast: Evi Pendl
- Unternehmerin & Gastgeberin mit Herz
- Seit den frühen 90ern prägende Figur am Hauptplatz
- Hat das Café Zeit zu dem gemacht, was es heute ist: Treffpunkt, Wohnzimmer und Experimentierküche zugleich
🧭 Die Themen der Folge
🔹 Vom Wiener Kind zur Purkersdorfer Unternehmerin
Evis Weg beginnt in Wien, führt aber schon nach wenigen Tagen nach Purkersdorf – wo sie bis heute geblieben ist.
Evis Weg beginnt in Wien, führt aber schon nach wenigen Tagen nach Purkersdorf – wo sie bis heute geblieben ist.
🔹 Lehrjahre mit Qualität
Ausbildung beim Traditionshaus Julius Meinl und Erfahrungen im legendären Zum Schwarzen Kamel – zwei prägende Stationen, die ihr Handwerk geformt haben.
Ausbildung beim Traditionshaus Julius Meinl und Erfahrungen im legendären Zum Schwarzen Kamel – zwei prägende Stationen, die ihr Handwerk geformt haben.
🔹 Der Sprung ins Unternehmertum
Vom Einzelhandel in ein völlig neues Kapitel: Wie aus einem Geschäft am Hauptplatz schließlich ein Café wurde – und warum das anfangs als „verrückt“ galt.
Vom Einzelhandel in ein völlig neues Kapitel: Wie aus einem Geschäft am Hauptplatz schließlich ein Café wurde – und warum das anfangs als „verrückt“ galt.
🔹 Mut zur Entscheidung
Zwei Geschäfte gleichzeitig führen? Evi hat es probiert – und sich dann bewusst für einen klaren Fokus entschieden.
Zwei Geschäfte gleichzeitig führen? Evi hat es probiert – und sich dann bewusst für einen klaren Fokus entschieden.
🔹 Café Zeit – mehr als nur Kaffee
Vom klassischen Kaffeehaus hin zu einem Ort für Ideen, Experimente und neue Konzepte (Stichwort: Brötchen & Innovationen).
Vom klassischen Kaffeehaus hin zu einem Ort für Ideen, Experimente und neue Konzepte (Stichwort: Brötchen & Innovationen).
💡 Highlights & Takeaways
- Langfristigkeit schlägt Trends: Über 30 Jahre am selben Ort – das schafft Vertrauen und Identität
- Mut zahlt sich aus: Entscheidungen, die zuerst belächelt werden, können später visionär wirken
- Heimat als Antrieb: Warum Evi bewusst in Purkersdorf geblieben ist
- Weiterentwicklung ist Pflicht: Stillstand gibt’s nicht – auch nicht im Kaffeehaus
🗨️ Zitat der Folge
„Es war zwar nicht immer meins – aber wir haben sehr viel daraus gemacht.“
🎯 Warum du reinhören solltest
Wenn dich interessiert, wie lokale Unternehmer:innen denken, wie sich Orte verändern und was es braucht, um über Jahrzehnte relevant zu bleiben – dann liefert diese Folge ehrliche Einblicke ohne Filter.
Wenn du willst, kann ich dir die Show Notes noch stärker „marketingmäßig“ zuspitzen (z. B. für Spotify/YouTube) oder kürzere Versionen für Social Media daraus machen.
Die HALLO PURKERSDORF Blog Beiträge zu allen Episoden kannst du unter hallo-purkersdorf.blog nachlesen.
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Transkript
Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf,
der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf.
Heute sitze ich mitten am Hauptplatz im Café Zeit und mir gegenüber sitzt die
Inhaberin des Café Zeit, Evi Pendl. Servus Evi. Servus Michi.
Evi wird sehr vielen Menschen hier in Purkersdorf klarerweise auch ein Begriff sein.
Wir haben zuerst eh schon gesprochen, du bist, wie lange hast du schon ein Geschäft
am Hauptplatz? Seit 1999.
Ja, das ist ein kleines Randerl, ne? Schon, kann man so sagen.
Ja, gehen wir kurz auf deinen Lebenslauf zurück oder ein.
Wie hat das bei dir begonnen? Wahrscheinlich wie bei allen Purkersdorfern in
Wien geboren und dann ziemlich schnell in Purkersdorf gelandet, ne?
In Wien geboren und mit, was damals 1969 so üblich war, fünf Tag,
sieben Tag, kann es nicht genau sagen, nach Purkersdorf, eingezogen zu den Großeltern,
mit den Eltern zu den Großeltern,
Volksschule, Hauptschule, Polytechnischer Lehrgang.
Alles in Purkersdorf gemacht?
Dann habe ich eine Lehre beim Julius Meindl gemacht, im 13. Bezirk.
Da habe ich sehr viel gelernt. In welcher Richtung? Lebensmittelhandel.
Einzelhandel war das damals. Und Meindl war damals ja, oder ist auch heute noch ein Begriff.
Habe sicher eine der besten Ausbildungen genossen, muss ich zugeben.
Hat aber für mich nicht gepasst mit 18.
Bin dann weggegangen, bin zum Schwarzen Kamel gegangen. Dort war ich dann ein
Jahr, habe auch sehr viel gelernt in der Delikatessenabteilung.
Aber die Stadt war halt nicht meins. Und dann habe ich die Branche gewechselt
und dann habe ich in Purkersdorf beim Juwelier als Verkäuferin angefangen.
Aus der Linzer Straße damals.
Und ja, dann sind wir am Hauptplatz gezogen, also ins Geschäft Hauptplatz 14.
Also das Geschäft ist am Hauptplatz gezogen? Ja, ja, ja. Ja, ja.
Und da war der Elektrohändler nebenan und mein Ex-Chef hat sich halt eingebildet.
Da machen wir jetzt halt ein Nichtraucher-Kaffee rein. Also da,
wo jetzt das Kaffee Zeit ist, hat er gesagt, da war ja im Vorjahr ein Fotohändler.
Ein Foto-Chef, ein Foto-Elektro-Chef war drinnen, ja.
Das war damals so utopisch. Die Leute haben sich die Hände und gesagt,
der ist schon ganz verrückt.
In Wirklichkeit mit Weitblick. Ja, war aber nicht immer so einfach.
Dann 1990er, da habe ich sie zurückgezogen aus den Geschäften.
Dann habe ich beide Geschäfte übernommen.
Das war aber irgendwie so ein bisschen viel, zwei Geschäfte.
Dann ist der Optiker, der Peter Sperg, ist monatelang in den Ohren gelegen.
Er hätte sogar das Geschäft, das Juweliergeschäft.
Für einen Optiker machen. Und dann habe ich gedacht, ja, es ist eh wurscht,
dann lasse ich mir halt das Kaffee aus.
Und ja, es war zwar nicht immer meins, aber wir haben halt sehr viel daraus gemacht.
Also ich mache viel, ich mache halt viele Sachen, die man vielleicht früher
nicht gemacht hätte, so Brötchen und die tue halt gerne ausprobieren.
Das heißt, so auch der Optiker wie du, ihr seid jetzt beide schon 30 Jahre hier auf dem Platz.
Also ich bin seit 1991 auf diesem Platz. Also ich glaube, ich bin der Platzwirster.
Und der Optiker, glaube ich, ist 19 oder 20 auch schon da.
Naja, das ist alles schon ein schönes Handel. Gibt es genug Generationen,
die sich nicht daran erinnern können, wie es anders vorher war.
Leider. Das Fotogeschäft und so weiter. Leider.
Wobei man sagen muss, ganz geschichtlich, für alle da, wo heute das Kaffeehaus
ist, war vor vielen, vielen Jahren einmal die Feuerwehr.
Die Postkutsche ist auch herinnengestanden, wie wir Kinder waren.
Die Postkutsche ist auch herinnengestanden. Das ist schon sehr geschichtsträchtig.
Aber die Rettung, glaube ich, war auch mal herinnern. Auch die Rettung war mal
herinnern. Von deinem Lebenslauf und so.
Geschwister, du hast Geschwister? Ich habe drei Geschwister.
Zwei Schwestern und einen Bruder.
Also meine Schwester ist mit mir da im Kaffeehaus tätig. Und bei Festivitäten,
also wie Open Air und Adventmarkt, da hilft die ganze Familie zusammen.
Und ohne meiner Familie wäre vieles nicht möglich.
Apropos Adventpark, dass du das sagst. Wir haben ja gerade den Adventmarkt.
Wir nehmen jetzt knapp vor Weihnachten auf, dieses Interview.
Es gibt den Adventmarkt draußen wieder wunderschön. Gott sei Dank.
Zwei Jahre gab es ihn nicht.
Wir wissen alle warum. Wir sagen gar nicht warum.
Aber es ist wunderbar, dass er jetzt wieder ist. Ein Punkt, den ich recht interessanter
finde, Evi. Also die, die dich kennen, kennen dich alle unter efipendl.
In Wirklichkeit heißt du Eveline. Eveline, ja. Gibt es irgendjemanden,
der dich so nennt? Nein, niemand.
Das heißt, du würdest nicht einmal darauf hören? Oh ja, ich höre schon darauf.
Egal, wenn ich etwas ausfühle oder so, oder wenn ich unterschreibe,
ich schreibe schon meinen ganzen Namen.
Bist du ja verpflichtet, weil das ist ja im Geburtschein. Ja,
aber wie gesagt, es ist halt, wenn ich wo etwas bestelle oder wo meinen Namen
angeben muss, gebe ich meinen richtigen Namen an.
Aber meine Eltern haben scheinbar vom ersten Tag eine E-Vizier mehr gesagt.
Wie hast denn du eigentlich den Weg zur Gastronomie gefunden?
Wolltest du eigentlich mit deiner Lehre in die Gastronomie oder was war damals
dein Plan? Nein, überhaupt nicht.
Der Meindl, das war schon genau meines. Ich habe da die Käseabteilung übergehabt.
Das klingt total witzig, aber wir waren eines der ersten Geschäfte,
also der Mendel war eines der ersten Geschäfte, die eine eigene Käseabteilung hatten.
Früher hat es gegeben einen Gauder und einen Emmentaler. Ich wollte gerade sagen,
das ist überhaupt nicht witzig, weil Käseabteilungen sind so vielfältig,
wenn nicht noch vielfältiger, wie Sommeliers mit dem Wein und so weiter.
Also da gibt es schon einiges zu wissen. Ja, ich habe schon sehr viel gelernt.
Und für mich war das alles so total faszinierend. Und ich hätte immer so gerne
ein Delikatessengeschäft gehabt.
Also Delikatessengeschäft in Purkersdorf, das wäre mein Traum gewesen.
Aber dann war der Ländl damals schneller als ich.
Mit der Späzerei. Genau, und hat die Späzerei am anderen Eck aufgesperrt und
dann habe ich mir gedacht, naja, das ist...
Brauchen wir dann aber eigentlich nicht. Und ich habe mich halt dann ein bisschen auf meine Brötchen.
Und schon Mittwoch, dann mache ich für meine Stammgäste halt Heringsalat.
Und wenn wer eine Torten will, mache ich halt auch Torten. Und ich mache auch
bekannte Torte, wenn wer eine will.
Apropos Torte, aus eigener Erfahrung muss ich sagen, die Evi macht da ganz spezielle Torten.
Da werde ich auch ein Bild auf die Blogseite auf hallo-Purkersdorf.blog setzen.
Da sieht man nämlich, man kann die Jahreszahlen klarerweise als Torte haben,
aber die sind dermaßen verziert bzw.
Mit, wie soll es nennen, verspielt gemacht. Also das ist fast schon irgendwie kalt.
Ja, ich mache das gern.
Ich bin kein Profi, also ich kann keine Torte klassieren, darum sind sie halt
so verziert, damit man das halt nicht sieht. Aber jetzt mache ich wieder Kekse,
habe ich wieder gebacken für ein paar von meinen Stammgästen.
Ich packe keine Kekse, obwohl ich überhaupt keine Zeit dafür habe.
Und habe wieder Kekse gebacken, damit meine Oldies alle glücklich und zufrieden sind zu Weihnachten.
Du hast ja in deinem Lokal sehr viele Stammgäste.
Und so wie ich das als Außenstehender sehe, sind einige davon ja fast wie Familie.
Ja, also das kann man schon so sagen. Wir haben auch viele Freundschaften da geschlossen.
Aber leider Gottes sind uns sehr viele Stammgäste, weil die halt wirklich schon
sehr alt waren, schon gestorben.
Aber die, die uns noch geblieben sind, die sind einfach treu und da gibt es
nichts anderes an manchen Tagen.
Da ist halt Kaffeehaus da und die halten uns nach wie vor die Treue.
Und es kommt schon ein bisschen was nach, es wird halt schwieriger.
Mütter mit Kindern müssen zeitig arbeiten gehen schon. Die haben halt keine
zweieinhalb Jahre mehr Karenz und die müssen halt schon zeitiger wieder ins Berufsleben zurück.
Aber trotzdem, wir sind zufrieden und wie gesagt, 90 Prozent Stammgäste und
die sind alle lieb und nett.
Aber das Nichtraucherlokal, das ist eigentlich aufgegangen, ne?
Ja, wenn man es so sieht, ja. Ja, weil es gab ja dann eben dann wirklich eine
Zeit, wo das Nichtrauchen auch, ich will nicht sagen, in wurde,
sondern alltäglich wurde überall.
Und dann hat man sich genau umgekehrt aufgeregt und hat gesagt,
in einem Café, wo geraucht wird, wo es noch nicht verboten war,
dann stinkt es oder sonst was.
Wie die Diskussionen aufkommen sind mit räumlicher Trennung und was machen wir
jetzt und was tun wir jetzt, bin ich da gesessen und habe mir gedacht,
mich betrifft das alles nicht mehr.
Stimmt, ja. Aber trotzdem, es war wahrscheinlich das Normalste,
was wir machen haben können.
Jetzt kennen dich klarerweise sehr viele hier vom Geschäft. Ja.
Es kennen dich aber auch etliche von den Purkersdorfer Typen.
Du bist dort auch Typer, glaube ich, oder? Nein, nein, nein.
Das musst du übrigens jetzt erklären, weil das ist nicht für alle ganz klar.
Da gibt es ja auch bei den Typen eine Unterscheidung, oder? Ja,
da gibt es die grün-gelben, das sind die Typen. Okay.
Ich traue mir das gar nicht zu sagen, aber die haben halt mehr zum Reden als
die Rot-Gelben, das sind die Softparten und die Typen Freunde.
Also gibt es sozusagen so eine Dreierklassengesellschaft? Zwei.
Zwei würde ich sagen. Also ich war Softpartin, bin also Rot-Gelb.
Für mich hat das nie einen Unterschied gemacht, muss ich gleich dazusagen.
Ich war immer sehr, sehr gerne bei den Typen dabei.
Hab mich halt zurückgezogen. Ich mag halt nicht mehr auf die Bühne gehen.
Aber wenn es für die Kasse oder Dunst kochen, das mache ich alles noch.
Aber ich war, wie gesagt, 2006 auf sieben, war ich Faschingsprinzessin.
Das klingt halt netter wie es auf Patin mit dem Heinzel Martin.
Das war eine sehr lustige Zeit. Und ich war sehr stolz, damals sehr stolz,
dass man mich gefragt hat.
Ja, es ist ja eine super Sache. Ja, schon. Du bist da ganz stark in Burkestorf
integriert. Apropos in Burkestorf integriert.
Die Menschen kennen dich vom Kaffeehaus. Wenig wahrscheinlich kennen dich privat. Oder weniger.
Ich weiß es nicht. Nein? Naja, nein.
Wie sind die Evi Pendel so privat? Naja, die Evi Pendel hat schon eine Zeit
Vollgas gegeben. Ich gebe zu.
Also in der Zeit, wo ich Faschingsprinzessin war, war ich schon sehr lustig drauf.
Ich glaube, mit mir kann man Spaß haben. Die letzten zwei Jahre hat sich halt
alles ein bisschen verändert,
und Freundschaften werden halt nicht mehr so komischerweise.
Das hat sich alles irgendwie so verlaufen.
Aber ja, ich glaube, ich bin kein Unlustiger.
Du stehst ja auch schon sehr, sehr lange oder von Anfang an vom Adventmarkt
hast du, glaube ich, auch hier einen Stand, der Adventmarkt.
Wir haben jetzt nicht erst einmal darüber geredet. Ich glaube,
dass 1990 der erste Adventmarkt war und 1991 bin ich das erste Mal mit meinem
Ex-Chef da draußen gestanden.
In diesen vielen Jahren Adventmarkt und Erfahrung, wie hat sich das entwickelt,
wie hat sich das verändert?
Beziehungsweise gibt es irgendwas, wo du sagst, das war eine schräge Erfahrung?
Naja, in einer Bunschüttel hatten wir immer schräge Erfahrungen.
Aber an und für sich, finde ich, hat er sich in eine ganz tolle Richtung entwickelt.
Also mit Eislaufplatz und so, glaube ich, war alles schon optimal.
Über die Zeit können wir diskutieren, vier Wochen, fünf Wochen waren es das, 2019.
Ja, manche jammern, mich stört das nicht. Ich mache das total gern,
koche jeden Tag meinen Bunsch frisch.
Also nicht aus dem Kanister, sondern wirklich koche frisch.
Also für mich gibt es nichts Negatives am Adventmarkt. Ich mache das wirklich wahnsinnig gern.
Und gibt es irgendeine Story, an die du dich erinnerst, wo du sagst,
die sticht wirklich raus? Ja, da gibt es viele.
Wir bieten ja Raclette-Brot an draußen. Das ist halt nicht immer so klar, was das ist.
Und da ist das Plakat, da steht drauf Raclette-Brot, Kaus und Fett.
Dann steht darunter nur Käse, also mit Speck, mit Schenke.
Ja, und am Sonntag sagt er nicht zu mir, dass ich hätte gerne ein Raclette-Brot mit Speck.
Ich stelle ihr das hin und sie sagt, das habe ich nicht bestellt.
Da sage ich, oh ja. Und sie sagt, nein, aber Speckbrot besteht.
Und ich sage, Raclette ist Käse und sie isst keinen Käse.
Ja, das ist jetzt schade, aber das Brot ist fertig. Also solche Dinge passieren halt.
Aber sonst. Das sind kleine, harmlose Dinge. Viele harmlose Dinge.
Also wirklich was Tragisches. Nein, nichts.
Oh ja, ich kann mir sehr zeitig Punsch kochen in der Früh, oft um 6 schon,
damit für mich der Tag auch noch einen Sinn macht.
Und ich glaube, es war 2019, ich schieße um 6 in der Früh, passiert oft,
dass in Beisel noch Gäste sind, ich schieße um 6 in der Früh aus der Passage,
Und denke mir beim Mistkübel, was ist das? Zwischen Mistkübel und Christbaum.
Ist auch noch dort gegangen und hat geschlafen. Hat sich so ein Rorschau gelaufen
auf seinen Einkaufssackerl.
Ich habe einmal geschaut, wo er noch lebt. Dann habe ich mir gedacht,
nein, der ist einfach nur besoffen und habe ihn liegen lassen.
Dann habe ich wieder rausgekommen und bin, war er weg. Na gut,
das ist ja auch noch halbwegs gut ausgegangen. Ja, ja, der war einfach nur müde.
Viele Erlebnisse vom Vortag sozusagen. Ja. Wie du schon erwähnt hast,
bist du ja seit Anfang deiner Lebenszeit hier in Purkersdorf.
Ja, mit kurzen Unterbrechungen.
Was bedeutet für dich Purkersdorf? Wie ist deine Bindung zu Purkersdorf?
Naja, ich habe schon eine starke Bindung zu Purkersdorf, obwohl halt alles nicht
mehr so ist, wie es vor 30 Jahren war.
Aber ich glaube, wir haben ja... Jetzt kommt das Frühjahr, war alles besser?
Ja, wir gehören halt auch schon in die Generation rein, wo früher alles besser war.
Ja, aber das ist eine verklärte Erinnerung, oder? Ja, ich finde halt,
man hätte aus Purkersdorf ein bisschen mehr rausholen können,
wie es jetzt ist. Was zum Beispiel?
Nein, also der Hauptplatz ist mir ein bisschen zu, war es nicht zu tot,
die Geschäfte sperren alle zu, jetzt sperren wieder das Papiergeschäft zu.
Das ist halt schon ein bisschen eine traurige Geschichte, mit jedem Geschäft,
was in Purkersdorf zusperrt, gingen wir auch mit ein.
Aber wie könnte man das entgegensteuern?
Ich weiß es nicht mehr mehr. Das Aarhofcenter nimmt oder die Wien-Nähe,
man darf nicht immer nur dem Aarhofcenter die Schuld geben, die nehmen uns halt schon sehr viel weg.
Die Parksituation, über die brauchen wir nicht reden, glaube ich,
die ist eine Katastrophe und das macht es halt alles schwierig.
Aber im Großen und Ganzen mag ich Purkersdorf unheimlich gern.
Was würdest du dir zum Beispiel wünschen für die Entwicklung von Purkersdorf?
Wo soll es hingehen? Naja, dass man wieder ein bisschen mehr Infrastruktur haben,
ja, nur ein Biller und noch ein Spar und ein Lidl und ein Hofer,
das ist für mich noch keine Infrastruktur.
Infrastruktur war es für mich früher, wo wir noch 30 Geschäfte in Purkersdorf gehabt haben.
Das war für mich, da bin ich rausgegangen und habe gewusst, ah,
da muss ich durchgehen und meine Geschenke habe ich in Purkersdorf gekauft und
bin nirgends hingefahren.
Und das ist halt heute nicht mehr gegeben und das finde ich halt ein bisschen
schade. Ja, wobei man sagen kann, das ist ein bisschen Henne-und-Ei-Prinzip, ne? Na, total.
Ja, sicher. Weil, wie kommt man aus dem Kreislauf raus, ne? Ja.
Aber man kann nur das Beste draus machen.
Es ist wahrscheinlich natürlich so gegeben, dass eine Großstadt wie Wien,
die wächst, auch wenn es hier eine Grenze Niederösterreich gibt,
ist es dem Wachstum der Stadt selbst egal, weil die Lebensform wächst hinaus,
sozusagen immer weiter in der Stadt und natürlich auch die Bevölkerung.
Dadurch ändert sich auch der Alltag bei den Randgemeinden. Natürlich.
Wenn wir schon davon sprechen, eben diese lange Zeit, wo du jetzt im Gastgewerbe
bist, natürlich sehr viele Erfahrungen hier auch gemacht hast,
was würdest du sagen, wie hat sich die Gesellschaft eben gewandelt in Purkersdorf?
Da kann man das eigentlich recht gut beobachten. Was hat sich verändert bei deinen Kunden?
Bei meinen Kunden mag ich jetzt gar nicht so sagen, dass sich da was verändert hat.
Die, die in Purkersdorf geblieben sind oder die dem Purkersdorf noch die Treue
halten, die schätzen das, was sie da haben.
Die schätzen das, was wir machen oder das, was meine Nachbarn alle machen.
Die sind froh, dass es uns gibt.
Ja, die motzen vielleicht auch einmal, aber in Wirklichkeit,
dazu kann ich gar nicht so viel sagen.
Dein Angebot hier, wie du hast
ja schon gesagt, du versuchst ja auch ein bisschen in Feinkost zu gehen.
Dein Angebot hier, du hast ja auf die Torten sind wir schon eingegangen, auf die speziellen.
Du magst ja auch auf Bestellung Brötchen, ganz spezielle auch.
Ja, ich mache Brötchen oder Schuhegepäck, wenn es wer mag. oder ich mache auch so Sandwich-Torten.
Also wenn jemand einmal keine süße Torte mag, dann kriegt er halt eine Sandwich-Torte.
Gestern habe ich eine Sandwich-Torte gemacht, die hat gesagt,
naja, wir haben einen Vegetarier dabei, wie machen wir das?
Sag ich, machen wir schon. Dann habe ich halt aus einem Viertel von der Torte,
die war halt nur für Vegetarier, also nur mit Gemüse und Käse.
Und drei Viertel von der Torte waren halt, nein, das machst du mir wirklich?
Dann sage ich, ja, die waren halt mit Wurst und Käse und mir ist halt gehört.
Mir stört das nicht. Und wenn jemand sagt, du, ich brauche aber die Brötchen am 7.
In der Früh, dann kriegt er so einen 7. in der Früh.
Ich habe schon viele Nachtschichten eingelegt. Und im Sommer hast du auch Eis, ne?
Im Sommer haben wir auch Eis, ja, von einem renommierten, großen Eissalon in
Wien, vom Polis Eissalon im 20.
Kann ich es eh sagen. Der ist auch in Wien sehr bekannt.
Und der beliefert uns auch schon. Naja, gut im 25, 26 Jahre.
Wenn wir noch einmal ganz kurz am Hauptplatz eingehen auf das Thema.
Ich persönlich habe den Eindruck, seit er umgebaut wurde, wurde er schon belebt.
Speziell dieser, nennen wir ihn mal, Hochstrahlbrunnen.
Da war im Sommer, speziell im Sommer, schon viele Personen hierher gebracht, oder? Ja, ja.
Es sind sehr viele Personen da, aber mehr wurde dazu nicht so.
Ah, okay. Das ist für mich ein hektes Thema.
Nein, die konsumieren nicht. Okay. Also das sind keine Gäste,
die haben alles mit und die kommen mit dem Badezeug.
Sehen die sich eher als Badeanstalt sozusagen? Ja. Okay. Ja, so wird es auch sein.
Wir werden es wahrscheinlich auch noch erleben, dass Grillen draußen,
das erwarten wir vielleicht auch noch.
Ich glaube, so weit wird es nicht kommen, oder? Passt nicht.
Nein, in Wirklichkeit. Da kannst du Würstchen verkaufen. In Wirklichkeit ist
es im Sommer schon sehr belebt.
Obwohl, wenn es wirklich heiß ist, ist der Hauptplatz sehr heiß.
Das ist uns früher gar nicht so aufgefallen, aber mit dem, dass die Bäume da
oben gefallen sind, also der Hauptplatz brennt richtig.
Also da wird es wirklich ungnädig heiß.
Und dann ist halt, wie halt überall, sind die Leute halt im Bad und nicht am
Hauptplatz. Aber das soll ja so sein.
Was machst du denn so in deiner Freizeit? Ich bin so faul.
Ja, wir gingen vielleicht ein bisschen walken oder eine größere Runde spazieren und,
Sonst bin ich leider ein volles Drum. Das heißt auch, in dieser Form bleibst
du Purkersdorf treu und bewegst dich nicht, weiß ich, wie weit weg von hier. Naja, nein.
Also wir fahren schon, wenn es die Zeit erlaubt hat, im Sommer waren wir jetzt
einmal in Salzburg ein paar Tage auf einer Geburtstagsfeier in Pimzgau.
Also da sind wir dann schon ein bisschen aktiv gewesen. Also wir waren auf einen
Berg oben und eine schöne Wanderung gemacht.
Also ein bisschen schon. Aber ansonsten, also sportlich bin ich leider gar nicht.
Muss ja nicht sein. Meine Hobbys
sind halt, ich tue halt gerne Backen und Kochen, was man halt auch sieht.
Das sind halt so meine Stärken. Sport ist jetzt nicht unbedingt,
gehört nicht unbedingt dazu.
Ja, da gibt es mehr Menschen, die nicht Sport, die in ihre Hauptausrichtung sind.
Nein, wie gesagt, meine Hobbys sind eher so, ich verwirkliche mich in der Küche.
Du bist ja glaube ich auch klarerweise Mitglied bei der aktiven Wirtschaft in Burgosdorf? Ja.
Ich glaube, dass die aber gerade stillgelegt ist. Die aktive Wirtschaft, die ist gerade inaktiv?
Die ist inaktiv. Ich glaube, die sind sich nicht ganz einig.
Nicht gut zu hören? Nein, überhaupt nicht.
Was hast denn du so für Pläne?
Bis zur Pension bin ich schon einstellig. So in acht, neun Jahren hätte ich es schon vor.
Und schauen wir mal, vielleicht wenn das Kaffeehaus noch passt oder wenn es
mit der Gesundheit noch passt. werden wir es auch sicher weitermachen.
Und dann wollen wir schon reisen.
Also tun wir jetzt auch ein bisschen hin und alle paar Jahre halt einmal. Noch nicht aufregend.
Aber ja, ich habe noch viele Pläne, möchte noch viel sehen. Ich habe schon viel
gesehen, muss ich dazu sagen.
Also dann zählt doch, das Reisen ist eines deiner Hobbys eigentlich.
Wenn man es so nennen mag.
Ja, liebe Evelina, liebe Evi, Ich sage dir herzlichen Dank, dass ich heute bei
dir sein durfte im Café Zeit und ein bisschen mit dir plaudern,
wie es dir so geht, was du vorhast. Gerne.
Ich hoffe, wir haben dich noch lange hier am Hauptplatz. Ja,
ein bisschen bleibe ich noch.
Ich wünsche dir alles Gute und wünsche dir, weil wir jetzt in Dezember haben
natürlich auch vor allem frohe Weihnachten. Dankeschön ebenfalls.
Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf, sage ich wie immer Danke fürs Zuhören.
Hoffe, ihr tut das auch beim nächsten Mal. Dann sagt Ciao und Baba,
bis zur nächsten Episode.
Dies war eine weitere Episode des Podcasts Hallo Purkersdorf.
Den Blog zum Podcast erreicht ihr unter hallo-purkersdorf.blog Produktion und
inhaltliche Verantwortung Michael Köck Kontakt per E-Mail unter feedback at
hallo-purkersdorf.blog.