Hallo Purkersdorf

Der Talk über Menschen und Themen

Demenzfreundliche Region

Auf dem Weg zu einem verständnisvollen Miteinander bei Demenz

01.05.2024 41 min

Zusammenfassung & Show Notes

Die Gemeinden "Wir 5 im Wienerwald" bilden die demenzfreundliche Region und sind hier Vorreiter in ganz Österreich. Die Demenz betrifft in unserer Gesellschaft immer mehr Menschen und belastet nicht nur die Patienten, sondern auch die Angehörigen. Genau hier greift das Projekt ein und bietet auf verscheidenen Wegen Hilfe für Patienten und Angehörige. Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mir die Initiatoren zu einem Videochat geladen und biete euch die Info als Podcast an.

HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf



Kennen Sie das Gefühl der Hilflosigkeit, wenn ein geliebter Mensch immer wieder nach demselben fragt und sich nicht an Geschehnisse von gestern erinnern kann? Unsere heutige Folge von "Hallo Purkersdorf" gibt Ihnen Einblicke in das Leben mit Demenz und zeigt, wie wir als Gemeinschaft Unterstützung bieten können. Mit Fabian Wildner, Regina Passenbacher-Orasch von der Caritas und Monika Hartl, der regionalen Gesundheitskoordinatorin, sprechen wir darüber, warum eine Krankheit wie Demenz weit mehr als nur Vergesslichkeit bedeutet und wie ein solidarisches Miteinander die Lebensqualität aller Beteiligten steigern kann.

Es ist ein Netzwerk aus Händen, die halten und Herzen, die verstehen, das was wir in der Kleinregion benötigen. Die Schaffung einer demenzfreundlichen Region ist ein ambitioniertes Projekt, das wir in dieser Episode beleuchten. Wir diskutieren die Herausforderungen pflegender Angehöriger und wie wichtig es ist, dass auch sie auf sich selbst achten. Unsere Gäste teilen ihre Erfahrungen und wir entdecken gemeinsam, wie unsere Website als zentraler Knotenpunkt fungiert, um Hilfsangebote wie Alltagsbetreuer und Pflegeunterstützung übersichtlich zu bündeln und somit den Zugang zu erleichtern.

Wie kann man Demenz frühzeitig erkennen und was kann jeder Einzelne tun, um präventiv zu handeln? Diesen Fragen gehen wir im dritten Teil unserer Folge nach. Wir betrachten die Rolle von Ernährung, Bewegung und einem sozialen Umfeld, das Gesundheitsthemen wie Schwerhörigkeit nicht auf die leichte Schulter nimmt. Gemeinsam verstehen wir, dass es nicht nur darum geht, in einer demenzfreundlichen Gemeinde zu leben, sondern diese aktiv mitzugestalten und ein Teil des unterstützenden Netzwerkes zu sein. Bleiben Sie neugierig und informiert – zusammen gestalten wir Purkersdorf zu einem Ort, an dem Fürsorge gelebt wird.

Link zur demenzfreundlichen Region:
https://wir-5-im-wienerwald.at/demenzfreundliche-region/



Blog Beiträge zu allen Episoden kannst du unter  hallo-purkersdorf.blog nachlesen.

Info
Dieser Podcast wird privat betrieben und steht allen politischen Richtungen sowie Organisationen neutral gegenüber. Kontakt unter
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Transkript

Liebe Podcast-Hörerinnen und Hörer, in der heutigen Episode geht es nicht um Personen, Geschichte oder Veranstaltungen, sondern ich habe mich dem gesellschaftlich relevanten Thema der Demenz gewidmet. Die Kleinregion Wir Fünf im Wiener Wald, bestehend aus Mauerbach, Gablitz, Purkersdorf, Tullnerbach und Wolfsgram sind ja auch eine demenzfreundliche Region und gleichzeitig betrifft dieses Thema leider immer mehr Menschen in unserer Gesellschaft. Daher war es mir ein Anliegen, mehr Information über die demenzfreundliche Region und das Thema zu erfahren und habe mir daher die Initiatoren des Projektes zu einem Videochat eingeladen. Den Mitschnitt daraus präsentiere ich euch als Podcast und hoffe, dass ihr dadurch einen besseren Einblick erhalten werdet. Music. Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf, der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf. Und heute habe ich ein Thema für euch, das sehr viele Menschen von uns betrifft und ich muss auch sagen, leider immer mehr Menschen von uns betrifft, und zwar die Demenz. Viele von euch werden es nicht gewusst haben, aber wir leben hier im Purkersdorf in einer demenzfreundlichen Region, und zwar sogar in Österreichs erster demenzkompetenten, demenzfreundlichen Region. Und das war natürlich Grund genug, dem Ganzen näher auf den Grund zu gehen und zu sagen, was ist das alles? Und deswegen habe ich heute ganz kompetente Gäste bei mir. Und zwar einerseits habe ich hier den Fabian Wildner. Der ist von der Caritas und Mitorganisator dieser Organisation. Servus Fabian. Hallo Michael, danke für die Einladung. Dann habe ich bei mir die Regina Passenbacher-Horasch, die ist auch von der Caritas und auch Organisatorin. Servus Regina. Hallo, begrüße alle. Und wir haben hier im Chat dabei die Monika Hartl. Die Monika ist Physiotherapeutin und regionale Gesundheitskoordinatorin. Servus Monika. Hallo Michael, hallo Purgersdorf, hallo Kleinregion. Ja, dann gehen wir sozusagen gleich in medias res, demenzfreundliche Region. Ich habe mich natürlich ein bisschen erkundigt und geschaut. Das Ganze ist von den Wir-5-in-Wiener-Wald-Regionen und zwar das ist Gablitz, Mauerbach, Tullnerbach, Purkersdorf und Wolfsgraben. Aber jetzt natürlich gleich für mich die Frage, was ist diese demenzfreundliche Region von diesen fünf Gemeinden? Ja, da kann ich gerne ein bisschen ausholen. Demenzfreundliche Regionen, es gibt ja verschiedenste Klimabündnisregionen, verschiedenste Termini für Regionen. Im Demenzfreundlich-Region ist das ein bisschen eine Vorgeschichte. Und zwar hat sich die kleine Region an die Caritas gewandt. Und zwar deswegen, weil in der kleinen Region immer öfter der Bedarf festgestellt wurde nach entsprechenden Angeboten für Demenzbetroffene, also auch für pflegende Angehörige. Das heißt, hier wurde ein Mangel erkannt, dass es hier einfach nicht genügend Angebote gibt. Die Caritas hat bereits solche Projekte durchgeführt, zum Beispiel in Christenau. Da gab es das Projekt Wir leben mit Demenz. Genau, dann hat sich die Caritas quasi mit der kleinen Region einer Arbeitsgemeinschaft gegründet und hier um eine Projektförderung im Forum Gesundes Österreich angefragt. Und dann ist das Projekt ins Leben gerufen. Das heißt, demenzfreundlich heißt für uns einerseits Angebote zu schaffen, die entlastend sind für pflegende Angehörige, dann auch dieses eigenständige Leben von Demenzbetroffenen fördern können und andererseits auch zum Thema zu sensibilisieren. Das heißt, wir stellen fest, dass beim Thema Demenz immer noch eine gewisse Tabuisierung und Stigmatisierung vorhanden ist und dem möchten wir entgegenwirken. Können wir bei der Demenz noch ganz kurz darauf eingehen? Für jene, die es Gott sei Dank nicht betrifft. Demenz ist eine Erkrankung, die zumeist im Alter auftritt, ist sozusagen eine Erkrankung des Vergessens. Und hier geht es jetzt darum, dass natürlich auch durch unseren Altersdurchschnitt in der Gesellschaft, das natürlich auch von der Anzahl her immer mehr wird in unserer Gesellschaft. Gehe ich da davon richtig aus? Ja, Demenz bedeutet nicht nur, vergesslich zu werden, sondern es bedeutet auch, sich nicht mehr orientieren zu können, verwirrt zu sein. Weil viele sagen ja oft, oh, jetzt habe ich das vergessen oder der Name fällt mir nicht mehr ein. Das alleine ist nicht Demenz. Da gehört mehr dazu. Es besteht oft sehr viel Angst, dement zu werden. Aber Faktum ist natürlich, dass Demenz Punkt A natürlich belastend ist für die Personen, die es betrifft, aber natürlich auch belastend für die Angehörigen. So ist es wirklich. Es betrifft natürlich nicht nur die Betroffenen, sondern das gesamte Umfeld. Die Angehörigen, Freunde, das gesamte Umfeld ist betroffen und wir sehen auch bei uns in der Region, dass wirklich die Angehörigen dann sehr leiden mit der Zeit. Da kann vielleicht die Monika etwas dazu sagen. Sie hat den Angehörigen-Stammtisch initiiert in der Region und da erfährt sie vieles von den Angehörigen. Ja, die Thematik ist ja wie bei jeder Erkrankung oder bei jeder Problematik, dass man sich natürlich anfänglich alleine fühlt. Und ich glaube, genau das ist es, wo ihr gegenarbeitet, dass ihr zeigt, du bist nicht alleine oder ihr seid nicht alleine mit der Thematik. Es gibt viele Menschen, die diese Thematik haben. Setzen wir uns zusammen, reden wir miteinander und besprechen wir das. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Punkt, dass wir auch ein Netzwerk bilden wollen, quasi fast wie so ein Sorgennetzwerk. Denn pflegender Angehöriger wird man ja nicht ganz einfach, sondern das wird man quasi von einem Tag auf den anderen. Vorher warst du Partner und plötzlich bist du aber pflegender. da. Und das ist natürlich am Anfang glaubt man oft, das schafft man eh und ich kann das schon, wir sehen aber immer wieder das. Wir begleiten jetzt die Leute schon über ein Jahr und sehen dann einfach, wie Erschöpfungszustände auch eintreten. Und ich denke, das ist auch ein Teil unserer Aufgabe, dass wir den Menschen Entlastungen bieten, dass wir sie beraten, dass wir ihnen auch mal die Möglichkeit geben, unter Gleichgesinnten sich auszutauschen und da auch eine gewisse Hilfestellung zu erfahren. Ich bin nicht alleine und in der Region gibt es, sage ich mal, viele Möglichkeiten, viele engagierte Menschen oder auch Dienstleister, dass man sich einfach zum Beispiel das Hilfswerk oder das Rote Kreuz oder auch die Volkshilfe zur Unterstützung holt und dass man es nicht alleine schaffen muss. Ich glaube, das ist ein ganz wesentlicher Teil. In dem Moment, wo man es nämlich ausspricht, dass ich Hilfe brauche oder wie es mir geht, wird es einfach schon leichter. Und wir haben auch die Erfahrung gemacht, wenn man sich öffnet und die Menschen ein bisschen mit einbezieht, dass Hilfe, dieses gegenseitige Helfen und Unterstützen sehr aufbauend ist und ihnen wieder Kraft gibt, um den Alltag, den sie ja jetzt erleben quasi, pflegende Angehörige gut aufrechterhalten zu können. Und wir geben ihnen auch Möglichkeiten, einfach zu sehen. Was für Möglichkeiten gibt es noch, wenn ich nicht mehr kann? Also das ist etwas ganz Wichtiges. Und ich denke auch immer so, Familien mit einzubeziehen, die eigenen Kinder mit einzubeziehen. Das ist etwas ganz Wichtiges und denen auch zuzutrauen. Es muss ja auch so Zeiten geben, wo man als Pflegender auch selbst natürlich eine Auszeit benötigt, wo man sagen kann, ich brauche jetzt einfach ein paar Stunden oder ein paar Tage eine Auszeit und möchte aber trotzdem meinen Mann, meine Frau, meine was auch immer Verwandten gut versorgt wissen und kein schlechtes Gewissen deswegen haben, aber ich muss selbst auch meine Patrin irgendwann wieder auftanken. Also das ist ein ganz wesentlicher Teil. Es gibt verschiedene Angebote, zum Beispiel auch MAS Austria bietet so Möglichkeiten, dass man zum Beispiel mit dem Betroffenen selbst oder der Betroffene mit dem Demenzerkrankten gemeinsam auf Urlaub fährt, wo man dort auch Unterstützung erfährt, wo die Betroffenen in einer Gruppe sind und betreut sind. Und auf der anderen Seite kann man selbst sich mal etwas Gutes tun, indem man Massagen genießt oder einfach mal unter den pflegenden Angehörigen ins Gespräch kommt und neue Freundschaften knüpft. Aber auch wir in der kleinen Region haben einmal im Monat in jeweils einer anderen Gemeinde einen bunten Nachmittag, wo man auch quasi gemeinsam hingeht. Das ist in einer Art Kaffeehaus-Setting. Und da trinkt man zuerst Kaffee gemeinsam und anschließend teilt man das dann in eine Gruppe, in eine Aktivitätsgruppe und in eine pflegende Angehörigengruppe, die dann betreut wird, eben zum Beispiel von einer Lebens- und Sozialberaterin. Und die andere ist die Aktivgruppe, wo einfach durch Bewegung, durch Gedächtnistraining, einfach Ansprechen verschiedener Sinne, indem man Farben ins Spiel bringt, indem man Bälle ins Spiel bringt, indem man vielleicht mal mit Luftballonen oder Blumen arbeitet. Hier sind wir schon sozusagen in der Thematik dann voll drinnen. Mich würde jetzt natürlich interessieren, wenn ich es am Bogen spannen darf, so wie ich das verstanden habe, klarerweise eine Erkrankung, die für unsere Gesellschaft sehr wohl sehr weit verbreitet ist, alle, also das gesamte Umfeld natürlich betrifft, das heißt eine große Wichtigkeit hat und diese fünf Gemeinden, diese wir fünf in Wienerwald haben sich jetzt diesem Thema auch gewidmet. Da würde mich jetzt interessieren, wie ist es denn hier dazu gekommen, dass das sozusagen auch hier österreichweit die erste demenzkompetente Region wurde. Wie ist es dazu gekommen und seit wann gibt es diese eigentlich? Ja, also das ist, wie ich anfangs schon erwähnt habe, war das wirklich, was halt wirklich uns hilft bei der ganzen Organisation und Umsetzung, dass da ein sehr großer politischer Wille tatsächlich da ist. Also ich glaube, so wie ich die Vorgeschichte kenne, ist es tatsächlich so gewesen, dass die Bürgermeisterinnen der Region auf dieses Thema angesprochen wurden. Dass es da einfach noch keine Angebote gibt. Und es gibt de facto leider keine bundesweiten Angebote, die in jeder Gemeinde jetzt da wären, sondern das heißt, da muss sich jede Region, Gemeinde, Stadt selber darum kümmern. Und dann wurde diese Thematik aufgenommen. Das war jetzt 2021 haben wir begonnen. Angefangen haben wir mit einer großen Bedarfserhebung. Das heißt, das war auch unser Ziel, mal zu erfahren, was die Region überhaupt braucht. Die haben wir auf verschiedensten Ebenen durchgeführt. Das heißt, wir haben einerseits Stakeholdergespräche geführt. Das heißt, wir haben uns mal vernetzt mit verschiedenen Gesundheitsdienstleisterinnen und Gesundheitsakteurinnen. Und da gibt es ja doch auch einiges, wie vom Roten Kreuz bis zu Pflegeheimen, Physiotherapeuten, Ärztinnen. Und dann haben wir uns auch sehr intensiv in Fokusgruppengesprächen auch mit den betroffenen und pflegenden Angehörigen ausgetauscht und einfach mal eruiert, was hier tatsächlich gebraucht wird in der Region. Und die Ergebnisse waren halt schon, dass ein großer Bedarf ist tatsächlich auch diese Betreuung, die du, Michael, schon angesprochen hast. Das heißt, dem fliegenden Angehörigen ist es ein großer Wunsch nach dieser Betreuung, einfach mal Zeit für sich selber zu haben. Das ist extrem belastend, gerade wenn man alleine mit einem Betroffenen zu Hause ist. Man hat kaum mehr Zeit für sich. Und hier versuchen wir quasi entgegenzuwirken und entsprechende Angebote zu schaffen. Darf ich das für mich so zusammenfassen wie eine professionell organisierte Selbsthilfegruppe? Ist in dem Fall keine Selbsthilfegruppe, aber es kommen die Patienten genauso oder die Betroffenen genauso wie die Angehörigen zusammen. Und eigentlich können sich alle in diesem Kreis Hilfe erhoffen. Die einen in ihrer Erkrankung, die anderen in ihrer Betreuung und natürlich bis dahin auch, dass man sagt. Wie kann man stoppen oder abbremsen oder wie geht man mit der Krankheit um und so weiter und so fort. Darf ich da vorher noch bei Fabian ergänzen? 2021 war mal ein Online-Netzwerktreffen sozusagen und da wurde einfach online diskutiert, wie können wir das gemeinsam angehen. Da waren unterschiedlichste Beteiligte dabei und da war eigentlich, das ist so aus dem Nichts entstanden unter Anführungszeichen und da hat man dann schon versucht herauszufinden, wie können wir es eigentlich angehen. Und da sind schon ein paar Initiativen entstanden und dann hat man auch versucht, sozusagen über die Förderschiene dann das noch auszudehnen. Also es war zuerst eigentlich keine Selbsthilfegruppe, aber es war so etwas wie die Politik wollte etwas und hat dann Gemeindevertreter dann mit einem Netzwerktreffen eingeladen. Und so ist das dann entstanden und weitergegangen. Stimmt. Darf ich auch noch ganz kurz was ergänzen? Nur weil so diese Selbsthilfegruppe, das ist das eine. Aber ich denke, ich denke wirklich so für mich ist es so ein bisschen ein Sorgenetzwerk einfach auch, weil es ganz wichtig ist, dass man den Demenzerkrankten oder wie man sie auch nennt, Demente, dass sie eine Teilhabe haben und noch eine Selbstbestimmung. Das ist, glaube ich, etwas ganz Wichtiges, dass man sie teilhaben lässt am Leben, dass man ihnen eine Wertschätzung entgegenbringt und das ist mir irgendwie ganz was Wichtiges. Genauso wie den pflegenden Angehörigen, die wirklich ganz viel leisten manchmal oder sehr oft über ihre eigenen Grenzen gehen und eben auch wirklich in unseren, egal ob sie die Edukation für Demenzerkrankte haben, das ist auch eine Initiative, die man in Anspruch nehmen kann, oder eben die Stammtische für pflegende Angehörige, dass sie lernen, auch ihre eigenen Bedürfnisse nicht zu vergessen. Das ist etwas ganz Wichtiges. Du hast es eh vorher schon erwähnt, ja. Aber wirklich, dass sie ihre eigenen Bedürfnisse erfüllen. Auch, denen auch wirklich nachgehen. Und was, glaube ich, auch ein ganz wesentlicher Teil unseres Projektes ist, ist diese bestehenden Angebote, die es ja schon gibt in der Region, aber die oft jeder für sich macht, sage ich mal, auch jede Organisation, dass wir die auch bündeln und sichtbar machen. Weil es gibt Alltagsbetreuer, die man sich über das Niederösterreichische Hilfswerk zum Beispiel beantragen kann. Oder Niederösterreich hat auch eine Pflegeunterstützung, die man einmal im Jahr beantragen kann. Aber genauso das Bundesministerium, wo zehnmal jemand zu einem nach Hause kommt und einem beratet einfach. Oder Demenz-Service Niederösterreich. Also es gibt ganz viele Möglichkeiten und das ist auch wichtig, dass wir das mal gebündelt, sage ich mal, notieren, aufschreiben und auf unserer Website sichtbar machen. Ihr habt ja schon wirklich in diesen paar Jahren ein großes Netzwerk zusammengebracht. Ich habe mir natürlich vorher auch eure Website schon angesehen. Diese Website, liebe Hörerinnen und Hörer, könnt ihr natürlich dann auch auf der Blogseite hallum-Purkersdorf.blog alle Adressen sehen. Auf eurer Website ist ja auch ganz wichtig zu erkennen, alle Serviceleistungen und alle Organisationen, die ja da hier auch mittun. Weiß ich nicht, das ist, wie ich so gesehen habe, und ich vergesse natürlich jetzt etliche, aber trotzdem, so, ihr habt gesehen, Hilfswerk, Volkshilfe, Rotes Kreuz, Samariter, Caritas, alle, die ich jetzt vergessen habe, steinigen mich, aber es sind jede Menge noch dabei, und das Allerwichtigste wenn man betroffen ist natürlich fällt man in ein tiefes Loch weil man sagt, wie geht es weiter in meinem Leben das Zweite ist man glaubt man ist alleine und. Bei all diesen Dingen helft ihr und das Wichtigste ist, man weiß natürlich gar nicht, was es alles für Hilfsmöglichkeiten in Wirklichkeit gibt. Und die, ich habe mir wie gesagt eure Website angesehen, sind ja wirklich Gott sei Dank mannigfaltig die Möglichkeiten auch der Hilfe. Genau, aber das ist wie die Monika eben erwähnt hat und in dieser Website ist auch da was entstanden, dass wir bei der Bedarfserhebung eben das auch festgestellt haben, aber dass es verschiedene Hilfsangebote gibt, aber einfach diesen Überblick zu bekommen, einfach so schwierig ist. Und das Versuch von MetaWebSite, also von der Stelle sei gesagt, ist sicher auch noch ausbaufähig und die ist auch permanent in sich weiterentwickeln, aber damit wollten wir eigentlich echt so ein Angebot schaffen, dass man einen guten Überblick bekommt, man ist selber betroffen oder angehörig und weiß einfach, dass man dort sich einen Überblick verschaffen kann, was es für Angebote eben in der kleinen Region gibt. Und eben diese Netzwerktreffen, die du auch schon angesprochen hast, die sind eben auch so eine Art Plattform, wo wir verschiedenste Angebote, die es halt gibt, zusammenbringen wollen, damit sie sich erstens präsentieren können, damit sie sich auch untereinander austauschen können. Und genau, also dafür ist eben so eine Plattform geschaffen worden, mit diesen Treffen auch, die quartalsweise stattfinden. Da ist jetzt für mich auch interessant, weil ich gehe mal davon aus, dass ihr bei diesen Netzwerktreffen natürlich auch eine allgemeine Sensibilisierung in der Gesellschaft hervorrufen wollt. Das bedeutet wiederum, diese Netzwerktreffen sind nicht nur per se für die Betroffenen und die Angehörigen, sondern es kann auch wirklich jeder vorbeikommen, der sich jetzt für das Thema mal interessiert oder der vielleicht sagt, wie kann ich den Leuten helfen und sagt, na dann stoße ich mal zu euch. Gehe ich davon aus, dass das richtig ist? Ja, das ist richtig. Ich denke mir, es ist, wenn man sozusagen betroffen ist, ob als Angehöriger oder Betroffener, es ist zuerst einmal ein Tabuthema. Und bis man damit fertig wird, dass man nach draußen geht, helfen solche Netzwerktreffen, helfen andere Angebote in der Region. Hilft es auch, wenn man merkt, mein Enkel war in der Schule und hat bei so einem Sensibilisierungsworkshop mitgemacht. Ich kann doch offen darüber reden. Das ist ganz, ganz wichtig, dass es nicht mehr ein Tabuthema ist. Das muss von dieser Tabu-Ecke raus, dass man sagt, oh Gott, ich bin alleine betroffen, was habe ich da und hin und her. Sondern ja, das ist etwas, was viele Menschen betrifft und ja, wir als Gesellschaft können und müssen damit umgehen. Ja, das ist ein ganz wesentlicher Teil, dass wir als Gesellschaft gefordert sind. Und dass wir, glaube ich, auch mit dem Netzwerk treffen oder mit unserer Sensibilisierung auch den Menschen Mut machen wollen, sich zu öffnen. Und ich als Therapeutin habe vielleicht einen ganz anderen Zugang, aber doch mit einer gewissen Leichtigkeit, dem entgegenzugehen, um diesen Schrecken zu nehmen. Ich weiß nicht, ob jeder mich so verstehen kann, weil das klingt oft so salopp dahingesagt, nur wenn jemand täglich mit Erkrankungen zu tun hat und sieht, welche Möglichkeiten man hat, damit umzugehen, finde ich es immer gut, gut informiert zu sein. Das ist, glaube ich, etwas ganz Wesentliches. Ehrlich sich selbst gegenüber zu sein und was ich mir zutraue, dass ich mich öffnen kann, aber auch ganz viel neugierige Fragen stellen kann. Was man tun kann, wo man sich melden kann, wie man helfen kann. Und ich glaube, das ist auch ein Teil an den Schulen, sieht man das. Wir haben ja Sensibilisierungsangebote, wie die Regina schon gesagt hat, an Volksschulen, aber auch bereits am Gymnasium Purkersdorf gehabt. Und da ist es immer wichtig, einfach den Schülerinnen und Schülern einfach Zeit zu geben. Und es ist schön zu sehen, wie sie sich dann öfter interessiert, Fragen stellen. Denn ich sage mal, anhand der Jugend merkt man einfach dann diesen viel freieren und offeneren Zugang als vielleicht die ältere Generation, wo man sich noch so ein bisschen geniert, ein bisschen versteckt und auch ein bisschen die Angst hat, aufs Abstellgleis gestellt zu werden. Was man als älterer oder lebenserfahrener Mensch, der vielleicht ein bisschen was vergisst oder nicht mehr so die Fähigkeiten hat, sehr schnell wird. Nur ich glaube, in Zukunft wird es wichtig sein, dass wir uns gegenseitig unterstützen und Mut machen. Ja, wir haben ja immer noch die Problematik oder zumindest mein subjektiver Eindruck, dass wir in unserer Gesellschaft, haben wir Zahnweh, gehen wir zum Zahnarzt, brechen wir uns den Fuß, gehen wir auch zum Arzt. Aber passiert was mit unserer Seele oder mit unserem Gehirn, dann, oh Gott, oh Gott, dann verstecken wir es und sind eher zurückhaltend. Aber das wird sich ja hoffentlich ändern. Ja, und vielleicht kann die Regina dazu etwas sagen, weil es gibt ja diagnostisch sehr viele Dinge, denke ich mir, wenn ich mir ein bisschen unsicher bin, suche ich mal einen Neurologen aus und hole mir da Hilfe. Da wollte ich dann eh noch, entschuldige, dass ich jetzt reingrätsche, da wollte ich eh noch hinkommen, aber ich würde eines noch vorher gerne von euch wissen, habt ihr zufällig Zahlen von Österreich oder was, dass man ungefähr weiß, wie ist die Entwicklung dieser Erkrankung in Österreich oder was gibt es denn, welche Zahlen? Ja, also ich habe die zufälligerweise gerade parat. Also in Österreich sind Stand 2020, geht man davon aus, dass circa zwischen 115.000 und 130.000 Menschen an einer Form von Demenz betroffen sind. Das heißt, in Niederösterreich wären das dann so circa 20.000 bis 25.000 Menschen. Und man erwartet bis 2050 eine Verdoppelung der Anzahlen an Betroffenen. Sei es durch steigende Lebenserwartungen oder vielleicht auch durch Sensibilisierung, weil man dann vielleicht mehr erkennt, dass man von Demenz betroffen ist. Das zeigt uns auch quasi den Auftrag, hier zu handeln. Also hier sieht man auch, und da möchte ich jetzt vorschieben, da kann man ein wenig stolz sein jetzt auch auf diese Region, dass eigentlich in dieser Region so ein Vorstoß stattgefunden hat und sich diese fünf Gemeinden wirklich auch im wahrsten Sinn des Wortes ein Herz genommen haben und gesagt haben, dieses Thema gehen wir an, hier wollen wir etwas tun. Eure Angebote sind, wenn ich es so zusammenfasse, ist ja klarerweise Hilfe für Betroffene, Hilfe für Angehörige, niederschwellige Kontaktaufnahme. Und dann habe ich gelesen, ihr macht natürlich viele Veranstaltungen auch. Also neben den schon erwähnten Stammtischen gibt es, habe ich auch noch gelesen, bunte Nachmittage und Schulungen für Angehörige. Dann gibt es auch die demenzfreundliche Stadtbibliothek in Purkersdorf und all das ist, glaube ich, alles in eurer Organisation, in eurer Hand. Genau, das ist das Schöne an unserem Projektor, dass wir das ein bisschen ergebnisoffen gestalten. Das heißt, wir haben ein sogenanntes partizipatives Budget auch in unseren Projektrahmen integriert, wo Privatpersonen, Initiativen, wir haben also einen Further Call gestartet und da konnten quasi Privatpersonen und Initiativen einreichen und daraus sind tatsächlich einfach sehr schöne Ideen entstanden. Das heißt, wenn man so ein Antragsformular gehabt hat, da konnte man Ideen einreichen. Das wurde dann in unserer Steuerungsgruppe abgestimmt, ob das jetzt genehmigt wird oder nicht. Und da sind dann eben so Sachen entstanden wie die Stadtbibliothek, demenzfreundliche. Das heißt, da haben wir jetzt die Astrid Schwarz, die das leitet, die sehr engagiert ist. Da haben wir jetzt ein Regal mit entsprechender Fachliteratur zusammengestellt. Dann ist diese Schulung für pflegende Angehörige, die Dana Puntigam, die da eine entsprechende Ausbildung gemacht hat und das jetzt auch weitergibt an die Angehörigen, dass sie auch da was hinentstanden. Also das ist wirklich sehr schön, weil wir jetzt auch nicht wussten, okay, was wird daraus kommen, Aber das sind tatsächlich einfach sehr schöne Angebote geworden. Und dann habt ihr mir in unserem Vorgespräch auch schon erzählt, wir sind auch Österreichs erste demenzfreundliche Region. Da sind irgendwie sogar alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Gemeinden geschuld. Demenzkompetente Region. Entschuldige, Demenzkompetente Region. Genau, wir haben da auch eine Kooperation mit der Donau-Universität Krems, die ja eben ein Institut für Demenzforschung haben, wo die Regine auch ihre Ausbildung gemacht hat. Das heißt, die haben ein Masterstudium für Demenzforschung in Österreich. Und die haben eben so ein Konzept entwickelt, das wurde das erste Mal an Polizeistationen angewandt, das heißt, wurde eine Schulung entwickelt, wo sich mittlerweile, glaube ich, bundesweit, wenn ich mich nicht täusche, alle Polizeistationen verpflichtend sind, das zu machen. Und das ist eigentlich, ich sage mal, relativ simpel gehalten, das ist einfach eine kurze Online-Schulung, wo ein bisschen... Durchgemacht hat, okay, was ist eine Demenzerkrankung, wenn jetzt jemand, sagen wir mal, zur Polizeistation vielleicht etwas konfus daherkommt, das heißt, das ist nicht gleich dann verrückter, sondern da können theoretisch auch von Demenzen betroffen sein und diese Schulung wurde jetzt auch umgewälzt auf Gemeinden auch. Das heißt, das sind jetzt alle Gemeindebedingungen, die sind verpflichtet, also wurden dazu angehalten, diese Schulung durchzuführen und das haben wir. Genau, wir haben das recht erfolgreich und haben das dann geschafft, dass alle Gemeinden, also alle fünf Gemeinden der kleinen Region das Druck geführt haben und dann hat die kleine Region entsprechende Zertifizierung verhalten. Wenn sich jetzt jemand als Privatperson interessieren würde und sagt, ich möchte diese Organisation, dieses Thema unterstützen, wie tritt er mit euch in Kontakt? Geht das überhaupt? Kann er es unterstützen? Auf alle Fälle. Also wir haben ja auf unserer Website, haben wir auch eine Telefonnummer. Also man kann uns anrufen, wir haben auch eine E-Mail-Adresse. Also man kann uns anschreiben und auch anrufen. Genau, und eben das Netzwerk treffen wir zum Beispiel so an Angebote, wo wirklich alle herzlich dazu eingeladen sind. Egal ob man dem Thema bereits vertraut ist oder nicht, weil wir da auch bewusst ein bisschen so Angebote schaffen, die für alle interessant sind und wo man sich selber auch ein bisschen dazu informieren kann. Die Polizeistationen haben eine gewisse Grundschulung bekommen in Diagnostik eigentlich. Wie erkennt man auch Demenz? Und da will ich gleich darauf eingehen. Wie erkennt man Demenz? Und jetzt kommt es nicht nur vielleicht, oder ganz wichtig, jetzt nicht nur bei anderen, sondern vielleicht auch bei sich selbst. Oder was fällt nicht unter Demenz, dass man jetzt nicht gleich in Panik verfällt, wenn man zum Beispiel einmal den Schlüssel verlegt hat? Wo beginnt die Diagnostik, dass man sagt, hier wäre es interessant, dass man zu einem Arzt geht oder zu euch geht und ein Erstgespräch führt. Ja, wann geht man zum Arzt oder wann geht man zum Neurologen sozusagen? Das ist sozusagen der erste Weg eigentlich, den man dann einschlägt. Oder der erste Weg wird wahrscheinlich der Hausarzt sein, der einen dann zum Neurologen schickt. Dann gibt es unterschiedliche Tests, die man machen kann. Ja, aber da sind wir schon einen Schritt weiter. Aber wie ist es vorher? Wir waren noch nie beim Arzt. Was sind Anzeichen, wo man sagt, jetzt wäre es gut, dass man darüber redet? Ich habe da ein Beispiel von einer Mauerbacherin, die kam zu einem der bunten Nachmittage, saß da und hat gesagt, dann habe ich mein Bügeleisen in der Hand gehalten, habe es angeschaut und ich wusste nicht, was muss ich damit tun. Also wenn es einem so geht, dann ist die Überlegung schon da, jetzt passt etwas nicht. Also wenn es sozusagen Lücken im Kurzzeitgedächtnis gibt, wo man sagt, ich weiß nicht, warum ich in dem Raum stehe, ich weiß nicht, was ich hier wollte. Und wenn das öfter auftritt, dann sollte man sich mit der Thematik auseinandersetzen oder liege ich da falsch? Da liegst du total richtig, ja. Das führt mich natürlich auch gleich zur nächsten und wichtigen Frage, Prävention. Was kann ich, speziell dann für unsere jüngeren Hörer, was können junge Menschen dazu tun, um eben vielleicht nicht so weit zu kommen? Da gibt es unterschiedliche Studien, die darauf hinweisen, wenn es mal so weit ist, dass man jetzt eventuell die Diagnose stellen könnte, dass man sozusagen etwas hinauszögern könnte, die Demenz. So zwölf bis 16 Monate kann man es dann hinauszögern. Aber die Vorbeugung, die geht in die Richtung gesundes Leben. Ernährung, Bewegung, das ist ganz, ganz wichtig. Eines der Hauptthemen, die jetzt überall angesprochen werden, ist Hörgeräte rechtzeitig tragen. Es ist ganz ein großes Thema mittlerweile, da gibt es viele Studien mittlerweile, die Schwerhörigkeit. Frühzeitig beginnen mit Hörgeräten. Rauch und Sommer vermeiden. Es gibt also die Klassiker für ein gesundes Leben. Ich wollte gerade sagen, diese Störfaktoren, wenn ich sie so nennen darf, treten ja bei jeder Erkrankung auf. Wir sprechen klarerweise bei jeder Erkrankung oder bei der Prävention gegen jede Erkrankung sprechen wir immer für ein ausgeglichenes Leben. Leben, genug Schlaf, gesunde Ernährung, kein Übergewicht, wenig Zucker, kein Rauchen. Ich glaube, ich bin noch lange nicht fertig, aber hier breche ich ab. Das sind so die Highlights. Aber ein ganz großes Highlight ist, glaube ich, eine dritte Säule, ist tatsächlich die sozialen Kontakte. Also ein gutes soziales Umfeld, das ist jetzt gerade in so aller Munde Gesundheit. Was sind die drei Säulen? Das ist gute soziale Kontakte, Ernährung und Bewegung. Und ich denke mir, das sollte eigentlich schon mit seinem ersten Schrei oder ich weiß jetzt nicht, wie man das sagen soll, in der Kindheit oder wir auch als Eltern haben da einfach eine gewisse Vorbildwirkung, denke ich mir immer. Und das unseren Kindern zu ermöglichen. Das ist, glaube ich, jetzt das ganz Wesentliche. Also zu schauen, dass man da gut eingebettet ist mit diesen drei Säulen, ohne dass man sich selbst einen Stress macht, sondern wirklich, das soll ja noch etwas sehr Lebenswertes sein. Wir sollten als Gesellschaft immer unseren Kindern und unserer jüngsten Generation immer mitgeben, das Leben ist ein Long Run und kein Sprint. Absolut, genau. In Haushalten, wo wir Häuser haben oder in einer Gewohnsiedlung, dass man tatsächlich auch so ein bisschen die Nachbarn, wenn einem etwas auffällt, sich auch traut, die anzusprechen. Also ich erlebe das immer wieder und habe auch eine Patientin, wo mir das schon aufgefallen ist, die habe ich so über Jahre beobachtet und dann hat schon eine Nachbarin zu mir gesagt und dann habe ich sie einfach mal angesprochen und sie hat tatsächlich das ernst genommen und hat gesagt, ja, ihr selber fällt das auch schon auf, sie ist müde, sie ist ein bisschen unruhiger. Sie merkt sich nicht mehr alles, unsicherer wird man ab und zu beim Autofahren, man findet die Wege nicht mehr so und hat dann eben eine Diagnostik bei einer Neurologin im Ort bei uns aufgesucht und, Und da kam das dann alles ins Rollen, dass sie einfach dann auch Pflaster oder Medikamente für die Durchblutung bekommen hat und dann das weitere Prozedere abgesprochen wurde. Also ich glaube, das ist was ganz Wichtiges, dass man sich auch als Nachbar mal, wenn einem etwas auffällt, einfach direkt im Gespräch anspricht. Also so wirklich persönlich, dass man das mal abklärt, ob ihm da schon was aufgefallen wäre oder so. Das ist ja auch der Sinn einer Gemeinde. Wir sind keine Einzellebeweser, sondern wir leben in einer Gemeinde und somit sollte sich auch die Gemeinde, wir alle umeinander kümmern. Und zur Bewegung hätte ich noch etwas zu ergänzen. Es geht ja nicht nur um körperliche Bewegung, es geht auch um geistige Bewegung. Es ist ganz, ganz wichtig, dass man sich auch geistig fit hält. Mit Rätseln, mit Sprachkursen und da gehört auch das Soziale dazu. Geistige Fitness ist ganz, ganz wichtig. Je mehr man Synapsen aufbaut, desto länger braucht es, dass man sie abbaut. Genau, das sind wir jetzt wieder bei der rechtzeitigen Diagnose, glaube ich, oder? Weil, soweit ich weiß, kann man den Prozess halt tatsächlich verlangsamen. Je früher man erkennt, dass das auch eine Demenz ist und entsprechende Übungen macht und trainiert, kann man diesen Prozess auch in die Länge ziehen quasi. Also ich persönlich bin wirklich froh, dass in dieser Region das jetzt auch gestartet wurde Und dass es Organisationen gibt wie euch, die sich um all das annehmen wollen. Ich hoffe natürlich, wie viele Menschen, nicht davon betroffen zu sein, aber keiner weiß, was die Zukunft bringt. Umso besser ist es zu wissen, dass es in der Gesellschaft Organisationen gibt, die hier mit Rat und Tat und Hilfe auch zur Seite stehen. Für mich jetzt auch noch interessant, was würdet ihr euch wünschen von der Gesellschaft in Zukunft? Einen Wunsch hätte ich. Also wir haben jetzt viele Projekte gestartet. Wir haben viele Leute, die mitarbeiten. Wir haben auch viele Ehrenamtliche. Und erstens einmal einen herzlichen Dank an alle Ehrenamtlichen, die mitarbeiten, die sich Zeit nehmen. Aber vielleicht, dass wir dann doch noch ein paar mehr dazu bewegen können, dass sie sich engagieren in der Region. Das wäre ganz toll. Das auf jeden Fall, genau. Ich glaube, ich würde mir wünschen, dass es einfach vielleicht solche Angebote, dass die einfach selbstverständlich sind eigentlich. Also dass das ja auch Österreich wird gesehen, dass es da nicht immer so auf neue Förderschienen dafür braucht, sondern dass sowas auch verankert wird. Das hat wirklich jede Gemeinde von sich aus sowas hat, weil man sieht ja, der Bedarf ist jetzt auch nicht nur hier. Also wir sind quasi, wir können uns glücklich schätzen, dass es dieses Projekt auch in dieser kleinen Region gibt, aber es gibt viele Gemeinden, die an uns schon hereingetreten sind und die Erfahrungen von uns auch hören wollten tatsächlich, weil sie eben auch die gleichen Bedarfe wahrnehmen. Und das wäre natürlich der große Wunsch, dass sowas mal regelfinanziert wird zum Beispiel. Genau, also diesen Wunsch hätte ich auch, nämlich dass es wirklich auch am Ende oder wenn unser Projekt beendet ist, dass es eine nachhaltige Veränderung mal in unserer Bevölkerung auch gebracht hat. Aber auf jeden Fall, dass die Finanzierung passt, dass man diese Angebote selbstverständlich hat und auch mir wäre so ein Sorgennetzwerk sehr wichtig. Ja, wirklich. Also ich glaube, das ist, wie wir es vorher schon erwähnt haben, für unsere Gesellschaft etwas ganz Wichtiges, dass so eine gewisse sorgende Gemeinschaft. In einer Kleinregion, in einer Gemeinde, dass da jeder aufgefangen werden kann. Liebe Regina, liebe Monika, lieber Fabian, von mir ganz persönlich auch wirklich ganz herzlichen Dank an eure Arbeit, die ihr hier leistet, an der Gesellschaft und für die Personen. Ich sage euch auch ganz, ganz herzlichen Dank für eure Zeit heute für das Interview, damit wir hier ein besseres Bild von dieser demenzfreundlichen Region jetzt bekommen haben. Euch, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer von Hallo Purkersdorf, kann ich nur sagen, ihr könnt natürlich alle Infos und so weiter wie immer unter hallo-purkersdorf.blog nachlesen. Und wie immer zum Schluss bleibt mir nur übrig, euch zu sagen, Ich danke euch fürs Zuhören und ciao, bis zur nächsten Episode.

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