Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben
Schutz, Liebe und Würde - ein Leben lang
29.07.2026 25 min
Zusammenfassung & Show Notes
Im Gespräch mit Gabriele Wodak geht es um den Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben, den sie aus einem stark vernachlässigten Gelände übernommen und zu einem Zufluchtsort für gerettete Tiere aufgebaut hat. Sie schildert die Rettung und Pflege kranker und vernachlässigter Tiere sowie die emotionale Belastung, wenn einzelne Tiere trotz aller Bemühungen nicht zu retten sind.
Wodak spricht auch über ihren persönlichen Weg, ihre enge Bindung zu den Tieren und die besondere Geschichte ihrer Stute Laura. Außerdem erklärt sie die Grundsätze des Gnadenhofs mit viel Freiheit, Beschäftigung und medizinischer Versorgung, die Herkunft vieler abgegebener Tiere sowie die Finanzierung über Spenden, Mitglieder, Tierpaten und Ehrenamtliche.
Wodak spricht auch über ihren persönlichen Weg, ihre enge Bindung zu den Tieren und die besondere Geschichte ihrer Stute Laura. Außerdem erklärt sie die Grundsätze des Gnadenhofs mit viel Freiheit, Beschäftigung und medizinischer Versorgung, die Herkunft vieler abgegebener Tiere sowie die Finanzierung über Spenden, Mitglieder, Tierpaten und Ehrenamtliche.
HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
In der Episode spricht Michael Köck mit Gabriele Wodak, der Leiterin des Gnadenhofs Tierpark Wolfsgraben. Zu Beginn wird der Tierpark als Ort mit vielen geretteten Tieren vorgestellt, der als Zufluchtsort für Tiere dient, die anderswo keinen Platz mehr gefunden haben.
Wodak beschreibt die Anfänge des Geländes als schwierige Situation mit stark vernachlässigten Tieren, mangelnder Versorgung und einem verwahrlosten Areal. Gemeinsam mit dem Tierarzt und früheren Schönbrunn-Direktor Helmut Pechlaner wurden Tiere gerettet, gepflegt und teils an andere Zoos vermittelt. Aus der zunächst geplanten gemeinsamen Nutzung wurde schließlich ein eigener Gnadenhof.
Sie erklärt, dass sie bei schwer kranken oder sehr schwachen Tieren oft große persönliche Belastung erlebt, aber nie daran gedacht habe aufzugeben. Besonders bewegend schildert sie die Geschichte ihrer Stute Laura, einer Frühgeburt, die trotz sehr schlechter Voraussetzungen gerettet werden konnte und später selbst Nachwuchs hatte.
Wodak berichtet außerdem von ihrem Weg zum Tierschutz: Sie war immer tierliebend, hatte stets Tiere und verkaufte mit 50 Jahren ihre Firma, um sich ganz dem Projekt zu widmen. Der Tierpark ist heute ein gemeinnütziger Verein, der über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Tierpatenschaften und ehrenamtliche Mitarbeit getragen wird.
Im Gespräch geht es auch um die Haltung der Tiere. Wodak betont größtmögliche Freiheit, sinnvolle Beschäftigung und medizinische Versorgung. Besucher können nur über die Homepage Führungen und Programme buchen, darunter Eselspaziergänge, Workshops und Besuche für Schulklassen und Kindergärten. Ein Beispiel für Beschäftigung ist der „malende Esel“ Frederik.
Zum Schluss spricht Wodak über Tierschutz, Tierhaltung und Verantwortung. Sie wünscht sich mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse von Tieren und mehr Respekt vor jedem einzelnen Tier als fühlendem Wesen.
Kontakt:
Verein Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben
Gregor Kirchnerstraße 48
2384 Breitenfurt
Wodak beschreibt die Anfänge des Geländes als schwierige Situation mit stark vernachlässigten Tieren, mangelnder Versorgung und einem verwahrlosten Areal. Gemeinsam mit dem Tierarzt und früheren Schönbrunn-Direktor Helmut Pechlaner wurden Tiere gerettet, gepflegt und teils an andere Zoos vermittelt. Aus der zunächst geplanten gemeinsamen Nutzung wurde schließlich ein eigener Gnadenhof.
Sie erklärt, dass sie bei schwer kranken oder sehr schwachen Tieren oft große persönliche Belastung erlebt, aber nie daran gedacht habe aufzugeben. Besonders bewegend schildert sie die Geschichte ihrer Stute Laura, einer Frühgeburt, die trotz sehr schlechter Voraussetzungen gerettet werden konnte und später selbst Nachwuchs hatte.
Wodak berichtet außerdem von ihrem Weg zum Tierschutz: Sie war immer tierliebend, hatte stets Tiere und verkaufte mit 50 Jahren ihre Firma, um sich ganz dem Projekt zu widmen. Der Tierpark ist heute ein gemeinnütziger Verein, der über Spenden, Mitgliedsbeiträge, Tierpatenschaften und ehrenamtliche Mitarbeit getragen wird.
Im Gespräch geht es auch um die Haltung der Tiere. Wodak betont größtmögliche Freiheit, sinnvolle Beschäftigung und medizinische Versorgung. Besucher können nur über die Homepage Führungen und Programme buchen, darunter Eselspaziergänge, Workshops und Besuche für Schulklassen und Kindergärten. Ein Beispiel für Beschäftigung ist der „malende Esel“ Frederik.
Zum Schluss spricht Wodak über Tierschutz, Tierhaltung und Verantwortung. Sie wünscht sich mehr Bewusstsein für die Bedürfnisse von Tieren und mehr Respekt vor jedem einzelnen Tier als fühlendem Wesen.
Kontakt:
Verein Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben
Gregor Kirchnerstraße 48
2384 Breitenfurt
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Transkript
Hallo und herzlich willkommen bei Hallo Purkersdorf. Heute wird es tierisch
und zwar im wahrsten Sinn des Wortes.
Wir besuchen einen Ort, an dem vermutlich mehr gemeckert, geschnattert und gegrunzt
wird, als in so mancher Gemeinderatssitzung.
Den Gnadenhof, Tierpark, Wolfsgraben.
Hier bekommen Tiere, die andernorts keinen Platz mehr gefunden haben,
ein neues Zuhause mit viel Herz,
großem Einsatz und vermutlich auch einer beachtlichen Menge an Futter.
Ich habe mit der Gründerin und Leiterin des Gnadenhofs, Frau Gabriele Wodak, gesprochen.
Sie erzählt, wie aus einer Idee ein besonderer Zufluchtsort für Tiere wurde,
welche Herausforderungen der tägliche Betrieb mit sich bringt und warum man
für diese Aufgabe nicht nur Tierliebe, sondern auch Ausdauer,
Organisationstalent und gelegentlich ziemlich gute Nerven braucht.
Freut euch auf eine berührende, interessante und natürlich tierische,
unterhaltsame Episode.
Also, Ohren auf, egal ob Menschenohren, Hasenohren oder Eselsohren,
los geht's mit Hallo Purkersdorf und dem Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben.
Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf,
der Talk in Purkersdorf und Umgebung.
Und heute sitze ich wieder etwas außerhalb von Purkersdorf und zwar in Wolfsgraben
und zwar direkt im Gnadenhof Tierpark Wolfsgraben und mir gegenüber sitzt die
Leiterin und Chefin des Tierparks, die Frau Gabriele Ruder. Einen schönen Nachmittag.
Einen schönen Nachmittag.
Ja, hier im Tierpark, wunderbares Gelände, wahnsinnig viele Tiere.
Wir haben es vorhin schon gesprochen, glaube ich schon fast 80, haben Sie gesagt?
Ja, mit den Kleintieren.
Ja, wenn man hier durch den Tierpark so geht, ist es ein wahnsinnig friedlicher, ein schöner Ort.
Aber die Geschichte des Orts, wie hat das Ganze hier begonnen?
Also ich habe das zufällig entdeckt und es war eines der größten Tierschutzskandale,
die dieses Land jemals erlebt hat.
Es waren hier wirklich die Tiere in einem furchtbaren Zustand.
Auch das Gelände war in einem furchtbaren Zustand. Es gab zum Beispiel keinen
Strom und keine Wasserversorgung.
Und wir haben hier teilweise tote Tiere, sehr schwer kranke Tiere und Tiere
in viel zu kleinen Käfigen vorgefunden. Also die Haltung war furchtbar.
Und ich habe das damals gemeinsam mit Dr. Helmut Pechlaner,
der ein lieber Freund von mir ist, dem ehemaligen Direktor von Tiergarten Schönbrunn,
haben wir dann den Tierbestand übernommen und die Tiere, die wir retten konnten,
haben wir gesund gepflegt und in andere Zoos vermittelt.
Und wir haben dann gemeinsam mit der niederösterreichischen Landesregierung
nach einer Lösung gesucht.
Und das Gelände war auch extrem verunreinigt und wir haben das dann alles einmal
herrichten müssen ein bisschen.
Und letztendlich habe ich es dann übernommen und es war eigentlich zuerst geplant,
dass ich das gemeinsam mit dem Tiergarten Schönbrunn mache,
weil der Tiergarten Schönbrunn am Tiroler Hof ja keine Weideflächen hatte und
wir hätten uns das Gelände geteilt.
Ich wäre hier mit meinem privaten Pferd hergezogen und mit meinem Esel und wir
haben dann eine Eselgruppe, habe ich auch noch behalten, aus dem ehemaligen
Tierpark, weil die ja auch in einem sehr schlechten Zustand waren
und die anderen Flächen werden für den Tiergarten Schönbrunn zur Verfügung gestanden als Weideflächen.
Wir waren aber hier noch gar nicht ganz fertig. Da hat der Tiergarten Schönbrunn-Dimach-Feldschlösser,
Schlosshof und Niederweiden bekommen mit 650 Hektar Weidefläche.
Damit war der Bedarf natürlich nicht mehr gegeben und ich habe dann das ganze
Gelände übernommen und eben einen Gnadenhof daraus gemacht. Das heißt,
wir sind ein Tierpark mit ausschließlich geretteten Tieren.
Das Ganze hier ist eine wahnsinnige Mammutaufgabe, wenn man das auch hier sieht.
Waren Sie irgendwann in dieser Zeit so weit, dass Sie gesagt haben,
ich gebe auf, ich schaffe es nicht? Oder war Ihnen durchgehend klar, dass es funktioniert?
Also ich habe immer nur dann ein Tief gehabt, wenn es mir nicht gelungen ist,
ein Tier durchzubringen.
Wir haben ja sehr viele Jungtiere schon bekommen, sehr viele sehr schwache, sehr kranke Tiere.
Und wir bemühen uns da natürlich sehr und da hängt man wochenlang Tag und Nacht
dran, schläft nicht und versucht dieses Tier zu retten und in wenigen Fällen
ist es nicht gelungen und,
natürlich ist das nicht schön und es gibt nicht nur die schöne Seite des Tierschutzes.
Also dann war ich natürlich schon manchmal traurig, aber wirklich ans Aufgeben
habe ich eigentlich nie gedacht, weil es haben dann schon meistens am nächsten
Tag neue Aufgaben auf mich gewartet.
Man baut ja klarerweise bei solch einer Arbeit eine wahnsinnige persönliche
Beziehung zu den Tieren.
Das ist richtig, ja.
Es ist keine Arbeit wie irgendeine andere, sondern eben wie gesagt,
man hat eigentlich wahnsinnig viele, lassen Sie mich so nennen, Kinder.
Genau.
Wie geht man da eigentlich gefühlsmäßig seelisch damit um, weil Sie haben ja
schon gesagt, es endet ja nicht alles immer gut.
Es ist ein Phänomen, dass die meisten Leute glauben, wenn man so viele Tiere
hat, dann ist es nicht so schlimm, wenn einer stirbt.
Also ich bin da ein bisschen untalentiert im Tiere verlieren.
Also für mich ist es immer ganz furchtbar, sage ich ganz ehrlich.
Also wenn ich ein Tier verliere oder wenn ich eben aufgeben muss,
weil es nicht mehr geht und das Tier erlösen muss, dann ist das für mich immer
ganz schlimm. Aber es ist so und man muss trotzdem weitermachen.
Sie haben ja jetzt die Feier 25 Jahre Gnadenhof gehabt und jetzt
stellt sich für mich auch die Frage, in dieser langen Geschichte,
gibt es da Tiergeschichte drin, die Sie am meisten geprägt hat,
wo Sie sagen, das sticht eigentlich sozusagen aus allen heraus.
Ja, also eine, die ich nie vergessen werde, ist die Geschichte meiner Stute,
Laura. Ich habe sie leider schon verloren.
Die Laura war eine Frühgeburt und sollte eigentlich als Präparat für die tierstliche Hochschule dienen.
Und ich habe sie zufällig gesehen und habe gesagt, wir versuchen es.
Und alte Dienste haben gesagt, das kann man vergessen, auf keinen Fall wird das gelingen.
Und das war wirklich wahnsinnig aufwendig.
Und sie hat aber so einen Lebenswillen gehabt, das sieht man immer wieder.
Manche Tiere, die wollen einfach leben und andere legen sich zum Sterben hin.
Das ist ein Unterschied.
Und die hat die schlechtesten Voraussetzungen gehabt, also die Lunge war noch
nicht ganz offen, sie hatte noch nicht einmal Horn auf den Hufen,
das Fell war noch nicht ganz entwickelt, also normalerweise ist es unmöglich,
so einen Fohlen durchzubringen,
und ich habe wirklich sehr gekämpft mit Hilfe meiner Tierärzte und es ist tatsächlich
gelungen und das ist eine wunderschöne Stute geworden, die sogar Körungssiegerin wurde,
Und ich habe nur einmal in meinem Leben gezüchtet und mit dieser Stute habe
ich einen Fohlen gezüchtet, meinen Ferdinand, den habe ich immer noch.
Also diese Stute war wie meine Tochter. Das war wirklich, das ist so eine Bindung.
Die hat mit mir gelernt, wie man über die Wiese läuft.
Alles haben wir gemeinsam gemacht, also das war schon besonders berührend.
Wenn ich ganz kurz zu Ihrer Wiederkommen darf, wie sind Sie darauf eigentlich gekommen?
Was haben Sie vorher gemacht? Wie war Ihr Weg hierhin zu den Tieren?
Naja, ich war immer sehr tierliebend und habe immer Tiere gehabt.
Gott sei Dank haben meine Eltern mir das erlaubt.
Und ich habe neben meiner Firma immer, war ich immer im Tierschutz tätig.
Und ich habe dann eben mit 50 meine Firma verkauft und habe mich dann nur mehr
diesem Projekt gewidmet.
Also Sie haben sich wirklich komplett hineingestürzt in dieses Marmotprojekt.
Apropos Mammutprojekt, wenn ich mich hier so umsehe, wie gesagt,
unheimlich schöne Gegend, unheimlich ruhig.
Es gibt natürlich auch die Möglichkeit, hier diesen Tierpark,
es ist ja auch ein Tierpark zu besuchen.
Ja, natürlich.
Wann haben Sie da immer so Öffnungszeiten oder kann man vorbeikommen?
Es gibt bei uns keine Öffnungszeiten, sondern man kann alles über unsere Homepage buchen.
Also man kann Führungen buchen, man kann verschiedene Aktivitäten mit den Tieren buchen.
Wir haben Eselspaziergänge, Eselworkshops, Waschbeerworkshops,
wir haben sogar einen malenden Esel. Man kann mit dem Esel ein Bild malen mit unserem Frederik.
Und wir versuchen halt Mensch und Tier zusammenzubringen und auch Bewusstseinsbildung
für den Tierschutz und eben für das zu erwirken, was Tiere brauchen.
Wahnsinnig schön finde ich ja Ihren Leitsatz oder Ihre Leitsätze,
was ich auch gesehen habe, größtmögliche Freiheit für die Tiere,
sinnvolle Beschäftigung und optimale medizinische Versorgung.
Ja, das ist mir sehr wichtig. Also ich versuche die Tiere eigentlich gar nicht,
aber nur wenn nötig, also so wenig wie möglich einzusperren.
Wir haben die Pferde nicht in Boxenhaltung, sie haben alle in der Ofenstahlhaltung.
Alle Tiere können in großzügige Gehege frei hinauslaufen und es ist mir auch
sehr wichtig, dass unsere Tiere, obwohl sie sehr zutraulich sind,
nie zu etwas gezwungen werden.
Das heißt, sie kommen, wenn Besucher kommen, sehr freiwillig her und freuen
sich sehr, wenn sie gestreichelt werden.
Aber wenn sie das nicht wollen, können sie einfach gehen und das ist mir sehr, sehr wichtig.
Da es hier ja ein Gnadenhof ist, wie kommen die Tiere hierher,
beziehungsweise wieso kommen die in diese Situation, die Tiere?
Also es ist sehr oft, dass wir Tiere von Leuten bekommen, deren Lebenssituation
sich geändert hat. Wir kriegen viele Scheidungsweisen.
Natürlich, die wirtschaftliche Situation trägt auch nicht gerade dazu bei,
dass es im Tierschutz leichter wird.
Was aber das Hauptproblem ist, was ich sehe, ist, dass das Tier zu einem Konsumartikel
geworden ist. Es dient der Unterhaltung und wenn es nicht mehr lustig ist,
dann brauchen wir es nicht mehr.
Und dann wird es eben sehr oft abgegeben und sehr oft nehmen sich diese Leute
dann wieder ein neues Tier.
Und das ist wirklich verwerflich. Also das ist ganz schlimm.
Haben Sie da einen Anstieg nach der Corona-Zeit zum Beispiel gehabt?
Eindeutig, ja. Ich und alle anderen Tierschutzorganisationen auch,
weil eben sehr viel unüberlegt angeschafft wurde. den Leuten war langweilig,
sie konnten nicht wegfahren und man hat sich eben nicht überlegt,
wie lange man eine Verpflichtung eingeht, wenn man so ein Tier nimmt.
Ja, ein Tier ist dann Punkt A, ein Lebewesen und Punkt B, lebt es neben einem
oder mit einem viele, viele Jahre.
Natürlich, ja.
Und das kommt sichtlich bei etlichen Menschen leider vom Wissen her zu kurz.
Was würden Sie jemandem sagen, der sich spontan ein Tier kaufen will?
Dass er es lassen soll. Er muss sich das wirklich sehr, sehr gut überlegen und
er muss sich bewusst sein, auf wie viele Jahre, je nachdem, was für ein Tier
es ist, er eine Verantwortung hat.
Und er muss sich das auch finanziell überlegen, denn ein Tier kann krank werden,
dann kommen hohe Tierskosten auf ihn zu und er muss natürlich in erster Linie
mal wissen, ob er überhaupt die Gegebenheiten hat, um dieses Tier zu halten.
Und auch die Eignung.
Eignung, Kosten und Rahmenbedingungen, was sagen Sie da zu den Tierschutzgesetzen?
Sind die in Österreich gut ausreichend oder nicht so gut?
Also wir haben in Österreich sicher eines der besten und strengsten Tierschutzgesetze
in Europa. Das ist natürlich zu begrüßen.
Es gibt immer Eckpunkte, die nicht so sinnvoll sind, aber ich glaube schon,
dass es einmal wichtig wäre, diese auch umzusetzen. Denn das Ganze,
man darf nicht vergessen, das Ganze ist ja wahnsinnig schwer zu kontrollieren.
Es ist ja gut und schön, wenn jemand ein Haltungsverbot hat,
aber wer kontrolliert es?
Genau.
Und man kann ein Tier auf die Schwester, auf die Mutter, auf die Freundin anmelden.
Also ich glaube, dass die Umsetzung, da kann man noch ein bisschen arbeiten.
Ja, klar. Es gibt ja jetzt auch, was ich gehört habe, ein neues Gesetz für die Hundehaltung.
Jeder muss vorher einen Kurs machen und so. Aber wie Sie richtig sagen, wer kontrolliert das?
Naja, das wird noch am ehesten kontrolliert, weil wenn man den Hund bei der
Gemeinde anmeldet, muss man das vorlegen.
Die Frage ist nur, wie man in einem Vier-Stunden-Kurs einen Hund so weit halten
kann, dass man sich dann eben eignet, wenn man sich vorher nicht geeignet hat.
Welche Tiere werden hier am häufigsten zu Ihnen gebracht?
Das kann ich gar nicht sagen, weil wir haben so eine Varianz von Tieren.
Aber in letzter Zeit bekommen wir sehr viele Anfragen für Pferde von Leuten,
die sich die Einstellgebühr nicht mehr leisten können oder auch die Tierärztkosten,
die wir ja, darf man nicht vergessen, auch exorbitant gestiegen sind.
Und das ist sicherlich der schlechten wirtschaftlichen Lage geschuldet.
Haben Sie auch noch Möglichkeiten sozusagen auszuweiten hier geländemäßig oder
sind Sie schon ziemlich voll belegt?
Die sind ziemlich gut belegt und es ist schon jetzt wesentlich größer,
als ich es ursprünglich geplant habe.
Also ich kann jetzt keine Massen von Tieren mehr aufnehmen, aber ein akuter
Notfall kommt halt ab und zu einmal vorbei und dann bleibt halt einfach nichts anderes übrig.
Ja, das ganze Gelände hier und alles ist ja geführt als Verein.
Sie haben natürlich auch Mitglieder, die hier mithelfen.
Also sehr, sehr viele helfende Hände.
Aber ich stelle mir vor, natürlich ein unheimlich schwerer Punkt ist,
das Ganze hier zu finanzieren natürlich.
Ja, das ist sicher die größte Herausforderung.
Das heißt, der Verein lebt von Spenden.
Wir sind angewiesen auf unsere Spender, auf die Mitglieder mit ihren Mitgliedsbeiträgen
und auf unsere Tierparten.
Das sind ganz wesentliche Unterstützer und natürlich auch auf unsere ehrenamtlichen Mitarbeiter.
Wir sind ein gemeinnütziger Verein, das heißt, man kann jede Spende an uns von
der Steuer absetzen und das ist eben sehr, sehr wichtig für uns zum Erhalt der Tiere.
Ja, da muss man gleich sagen, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf,
all die Informationen, die Webseiten, die Kontonummern,
auch die Facebook-Seite vom Tierpark und so weiter, schreibe ich euch wie immer
in die Shownotes und natürlich auf die Homepage hallo-Purkersdorf.blog.
Dort könnt ihr das alles sehen und natürlich gleich die Gelegenheit nutzen und
Tierparte werden. Das wäre sehr schön.
Das wäre sehr schön.
Der Arbeitsaufwand hier für Sie, ich nehme an, Sie sind hier täglich eingesetzt.
Ja, natürlich.
Von in der Früh bis am Abend.
Ja, ich fahre schon zwischendurch weg, weil ich muss ja auch verschiedene Dinge
besorgen und verschiedene Sachen erledigen.
Aber ich bin so im Durchschnitt schon dreimal im Tag da und mehrere Stunden.
Vielleicht ein bisschen eine philosophische Frage, aber was haben Ihnen die
Tiere gelernt über das Leben?
Also man kann von den Tieren alles lernen. Das Verhalten untereinander,
es gibt unglaubliche Parallelen mit den Menschen und auch wie Rudel und Herden funktionieren.
So könnte idealerweise eine Gesellschaft funktionieren.
Also ich versuche bei allem immer Vergleiche aus der Tierwelt zu finden und
die passen eigentlich immer.
Kann man oft sagen oder ich sage manchmal, die Tiere haben ja alle ihren Sinn in dieser Welt.
Natürlich.
Das Sinn von uns Menschen ist mir nun manchmal nicht ganz klar.
Ja, das wird in letzter Zeit, wenn man die Nachrichten hört,
ist das immer fraglicher.
Bleiben wir noch ein bisschen so in dieser Richtung. Haben Sie durch die Arbeit
hier mit den Tieren mehr Vertrauen oder weniger Vertrauen zu den Menschen bekommen?
Also ich habe von Haus aus, glaube ich, nicht so wahnsinnig viel Vertrauen gehabt
in die Menschheit, weil ich eben schon in jungen Jahren gesehen habe,
was Menschen imstande sind, mit Tieren zu tun und was sie imstande sind, Tieren anzutun.
Aber sicherlich ist das nicht viel besser geworden auf der einen Seite.
Aber auf der anderen Seite habe ich natürlich auch wieder sehr viel Vertrauen
in die Menschen gewonnen, nämlich in die Menschen, die uns unterstützen und
vor allem in meine ehrenamtlichen Mitarbeiter, die wirklich Unglaubliches leisten.
Also es gibt schon tolle Menschen auch, nur die Masse der Menschen ist mir,
da ist mir die Masse der Tiere ein bisschen näher.
Ja, und dann muss man natürlich leider sagen, dass schlechte,
wie soll man sagen, schlechte Dinge oft größere Wellen schlagen als die gute Dinge.
Wenn hier die Besucher kommen in den Tierpark, was gibt es sozusagen oder was
ist immer die größte Attraktion für die, wenn die sagen, das haben sie am meisten
mitgenommen, die Besucher?
Die größte Attraktion ist wahrscheinlich, dass unsere Tiere so zutraulich sind,
weil in anderen Tiergärten gibt es weniger Interaktion mit den Tieren.
Und wir haben einen ganz tollen Mitarbeiter, den Thomas, der,
Der macht eine tolle Führung und erzählt von jedem Tier die persönliche Lebensgeschichte
und auch Anekdoten und das ist das, was den Leuten sehr gut gefällt und was
wir auch wollen, dass das die Leute eben wirklich anspricht und dass sie eine
Beziehung zu den Tieren bekommen.
Eben nochmal darauf zurückgekommen, wenn man sich den Tierpark ansehen will,
einfach hier anrufen und Termine ausmachen.
Nein, bitte nicht. Wir können über die Homepage buchen, weil anders können wir
es einfach nicht stemmen.
Aber auf jeden Fall eben vorher buchen.
Vorher buchen und dann ist kein Problem.
Und dann kann man sich das alles hier ansehen.
Wir bieten ja verschiedene Programme mit den Tieren auch an.
Wir haben auch oft Besuch von Schulklassen, Kindergärten.
Wir machen Geburtstagspartys für Kinder es gibt ein buntes Programm und das
kann man alles auf unserer Homepage anschauen und gleich buchen.
Und ich habe auch gesehen, Sie haben eine tolle Facebookseite,
da tut sich einiges da gibt es auch immer wieder Videos
Ich versuche jeden Tag etwas zu posten es ist nicht immer leicht, aber ich versuche es.
Also werden wir auch veröffentlichen natürlich die Facebookseite auch
Auf Instagram sind wir.
Und auf Instagram, damit da jeder reinschauen kann und sieht,
was hier täglich so passiert.
Was würden Sie sich wünschen für die Zukunft, wie es hier so weitergeht?
Also für die Zukunft würde ich mir wünschen, dass wir noch mehr Sponsoren finden,
auch Firmensponsoren, das wäre ganz super, zumal mir alles steuerlich absetzbar ist.
Und ich würde mir wünschen, dass wir noch viel mehr Bewusstsein bekommen für
das, was Tiere brauchen, für das, wie wichtig Tiere sind, eben auch für uns, für die Menschen.
Und dass man weniger über Tiere drüber fährt. Weil ich finde das immer furchtbar,
wenn Tiere einfach transportiert werden oder Herden auseinandergerissen werden.
Ich in meiner Arbeit habe gesehen, dass Tiere ganz, ganz enge Bindungen eingehen,
ganz, ganz tiefe Freundschaften und Beziehungen haben.
Und das tut mir dann immer sehr leid, wenn die Tiere ihre Partner oder ihre Genossen verlieren.
Weil Sie schon gesagt haben, hier die Attraktionen, aber Sie haben ja auch angesprochen,
Sie haben einen malenden Esel.
Ja, das ist ganz lustig. Wir versuchen ja auch die Tiere zu beschäftigen,
denn Behavioral Enrichment ist uns ganz wichtig.
Und das ist auch sehr wichtig für das Wohlbefinden der Tiere.
Und wir versuchen da diese Verhaltensweisen zu verstärken, die die Tiere von selbst anbieten.
Und da haben wir einen Boitou-Esel, den Frederik.
Der hat ihm ein Holzstückchen genommen und hat so im Sand herumgekratzt.
Und wir sind dann auf die Idee gekommen, wir spannen einen Bogen Backpapier
über ein Holzbrett und versuchen einmal das mit einem Pinsel und einer Farbe.
Und am Anfang hat er halt nur so herumgekleckst.
Aber wir haben das dann mit Leckerlis und Trainings ausgebaut,
vor allem, weil er immer dabei geblieben ist und das wirklich machen wollte.
Und mittlerweile malt er Bilder und macht richtig schöne Formen.
Und wir haben auch einen Webshop, wo man diese Bilder kaufen kann und dann haben
wir ein sehr attraktives Programm, wo man einen Erlebnisgutschein buchen kann
und mit dem Frederik ein Bild malen.
Also er malt und man sucht die Farben aus und die Größe und so und er signiert
das auch mit seinem Hufeisen.
Jedes Bild ist nummeriert, es gibt ein Echtheitszertifikat und das ist sehr
beliebt als Gutschein, als Geschenk.
Ja klar, also das sind Originale.
Genau, das ist ein Erlebnis für die ganze Familie, da ist eine Führung dabei
und man kann natürlich tolle Fotos dann machen mit dem Esel und mit dem Bild
und beim Malen, also das ist sehr beliebt.
Wie lange muss man da ungefähr rechnen, also wie lange dauert das ungefähr?
Naja, das tatsächliche Malen dauert 20 Minuten circa, aber man kann sich hier
länger aufhalten und den ganzen Tierpark besichtigen im Rahmen einer Führung.
Also der malende Esel Frederik.
Genau.
Von dem, vom malenden Esel Frederik, den werden wir natürlich auch auf die Homepage
stellen, damit ihr euch das alle ansehen könnt, den malenden Esel und hoffentlich
werdet ihr ihn auch bald besuchen.
Ja, von den Tieren, die sie alle hier haben am Gnadenhof, gibt es auch exotische Tiere?
Ja, wir haben auch exotische Tiere. Wir haben Weißbüschlarven,
brasilianische. Wir haben einen Caracal, also einen Wüstenluchs.
Wir haben Stachelschweine und Waschbären.
Und all die sind eben auch die exotischen Tiere, die sind nicht bei Ihnen abgegeben worden?
Naja, also teilweise aus Beschlagnahmungen von Amtsdärzten, teilweise wurden
sie ausgesetzt und sind so zu uns gekommen.
Das passiert leider häufig mit exotischen Tieren, es ist ja leider im Internet
alles zu kaufen und die Leute sind dann natürlich überfordert.
Nachdem Sie klarerweise eine total enge Bindung zu all diesen Tieren hier haben,
was würden Sie sagen, welche Tiere oder welche Gattung hat den schwierigsten Charakter?
Also ich kenne kein Tier mit einem schwierigen Charakter, weil wenn sie schwierig
sind, dann ist das immer ein Ergebnis aus den Erlebnissen, die sie haben und
aus dem, wie man vielleicht mit ihnen umgegangen ist. Aber an und für sich,
also ich habe keine Schwierigkeiten mit Tieren.
Wenn Tiere sprechen könnten, was meinen Sie, was würden die Tiere uns Menschen sagen wollen?
Ich bin nicht sicher, ob wir da so besonders gut wegkommen hätten,
weil verdient hätten wir es nicht.
Zum Schluss würde ich Sie noch gerne fragen, wenn jemand diesen Podcast hört
und danach nur eine Sache über den Umgang mit Tieren anders sieht als vorher.
Dann haben wir schon gewonnen.
Aber was sollte das sein? Was würden Sie sich wünschen, was am meisten geändert wird?
Den Respekt vor jedem einzelnen Tier. Dass man das wirklich respektiert,
dass das ein fühlendes Wesen ist und dass man das dementsprechend auch behandelt.
Also ich persönlich muss sagen, Hochachtung vor dem, was Sie hier geleistet
haben und leisten und hochgezogen haben.
Euch, liebe Hörerinnen und Hörer, kann ich nur sagen, bitte,
wie schon gesagt, meldet euch an auf der Homepage, aber kommt hierher,
schaut euch das an und ich muss auch sagen, unterstützt dieses Vorhaben hier oder diese Arbeit hier.
Ja, ich sage ganz herzlich Danke für das Interview.
Vielen Dank.
Alles Gute für die Zukunft und euch, liebe Hörerinnen und Hörer,
sage ich wie immer, Danke fürs Zuhören und Ciao. Bis zur nächsten Episode.
Gabriele Wodak
00:01:42
Michael Köck
00:01:44
Gabriele Wodak
00:01:53
Michael Köck
00:01:55
Gabriele Wodak
00:02:04
Michael Köck
00:03:58
Gabriele Wodak
00:04:13
Michael Köck
00:04:52
Gabriele Wodak
00:04:59
Michael Köck
00:05:00
Gabriele Wodak
00:05:09
Michael Köck
00:05:11
Gabriele Wodak
00:05:17
Michael Köck
00:05:43
Gabriele Wodak
00:06:00
Michael Köck
00:07:28
Gabriele Wodak
00:07:40
Michael Köck
00:08:00
Gabriele Wodak
00:08:20
Michael Köck
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Gabriele Wodak
00:08:25
Michael Köck
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Gabriele Wodak
00:09:13
Michael Köck
00:09:47
Gabriele Wodak
00:09:55
Michael Köck
00:10:30
Gabriele Wodak
00:10:34
Michael Köck
00:10:50
Gabriele Wodak
00:10:59
Michael Köck
00:11:00
Gabriele Wodak
00:11:15
Michael Köck
00:11:41
Gabriele Wodak
00:11:55
Michael Köck
00:12:19
Gabriele Wodak
00:12:20
Michael Köck
00:12:28
Gabriele Wodak
00:12:38
Michael Köck
00:12:56
Gabriele Wodak
00:13:01
Michael Köck
00:13:23
Gabriele Wodak
00:13:30
Michael Köck
00:13:46
Gabriele Wodak
00:14:05
Michael Köck
00:14:08
Gabriele Wodak
00:14:10
Michael Köck
00:14:33
Gabriele Wodak
00:15:00
Michael Köck
00:15:02
Gabriele Wodak
00:15:07
Michael Köck
00:15:08
Gabriele Wodak
00:15:10
Michael Köck
00:15:21
Gabriele Wodak
00:15:29
Michael Köck
00:15:51
Gabriele Wodak
00:15:57
Michael Köck
00:15:59
Gabriele Wodak
00:16:02
Michael Köck
00:16:07
Gabriele Wodak
00:16:14
Michael Köck
00:16:51
Gabriele Wodak
00:17:13
Michael Köck
00:17:41
Gabriele Wodak
00:17:47
Michael Köck
00:17:55
Gabriele Wodak
00:17:57
Michael Köck
00:18:00
Gabriele Wodak
00:18:03
Michael Köck
00:18:19
Gabriele Wodak
00:18:26
Michael Köck
00:18:31
Gabriele Wodak
00:18:35
Michael Köck
00:18:37
Gabriele Wodak
00:18:50
Michael Köck
00:19:38
Gabriele Wodak
00:19:46
Michael Köck
00:21:00
Gabriele Wodak
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Michael Köck
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Gabriele Wodak
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