Heinz Hiermaier
Vom Kaufmann zum Immobilienfachmann
19.03.2025 29 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Podcast-Episode dreht sich alles um das bewegte Leben von Heinz Hiermaier, einem echten Original aus Purkersdorf. Heinz erzählt von seiner bemerkenswerten Karriere, die ihn vom jungen Kaufmann in Wien zu einem Immobilienfachmann machte.
Seine Erfolge und Herausforderungen auf diesem Weg werden beleuchtet, ebenso wie sein unauffälliger, aber bedeutender Einfluss auf die Stadtentwicklung von Purkersdorf. Neben seiner beruflichen Laufbahn erfahren die Hörer auch von seiner Leidenschaft für das Theater und seine Rolle als Gründungsmitglied des Theatervereins in Purkersdorf.
Humorvolle und unerwartete Momente auf der Bühne, wie ein unerwarteter Kuss, sorgen für unterhaltsame Einblicke in die Theaterwelt. Abschließend widmet sich die Episode den städtebaulichen Herausforderungen von Purkersdorf, von Verkehrssituationen bis hin zu neuen Bauprojekten, und zeigt, wie das Engagement von Heinz die Gemeinschaft bereichert hat. Eine inspirierende Reise durch das Leben eines Mannes, der viel bewegt hat, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.
Seine Erfolge und Herausforderungen auf diesem Weg werden beleuchtet, ebenso wie sein unauffälliger, aber bedeutender Einfluss auf die Stadtentwicklung von Purkersdorf. Neben seiner beruflichen Laufbahn erfahren die Hörer auch von seiner Leidenschaft für das Theater und seine Rolle als Gründungsmitglied des Theatervereins in Purkersdorf.
Humorvolle und unerwartete Momente auf der Bühne, wie ein unerwarteter Kuss, sorgen für unterhaltsame Einblicke in die Theaterwelt. Abschließend widmet sich die Episode den städtebaulichen Herausforderungen von Purkersdorf, von Verkehrssituationen bis hin zu neuen Bauprojekten, und zeigt, wie das Engagement von Heinz die Gemeinschaft bereichert hat. Eine inspirierende Reise durch das Leben eines Mannes, der viel bewegt hat, ohne sich je in den Vordergrund zu drängen.
HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Heinz Hiermaier, ein wahres Original aus Purkersdorf, öffnet uns die Türen zu seinem beeindruckenden Lebensweg. Vom jungen Kaufmann bei Julius Meinl in Wien bis zu seiner 60-jährigen Karriere in der Immobilienbranche, Heinz' Erzählungen sind geprägt von Zufällen, mutigen Entscheidungen und einem unaufdringlichen Einfluss auf unsere Gemeinschaft. Sein Engagement für Purkersdorf bleibt oft unbemerkt, doch seine Errungenschaften sprechen Bände. Hört zu, wie Heinz seine Erfahrungen vom Angestellten zum selbstständigen Unternehmer teilt und welche Herausforderungen und Erfolge ihn geformt haben.
Doch Purkersdorf hat mehr zu bieten als nur beeindruckende Lebensgeschichten. Taucht mit uns ein in die kreative Welt des Theaters und erfahrt die kuriosen und amüsanten Momente, die die Bühne mit sich bringt, wie etwa der unerwartete Kuss, der das Publikum erheitert hat. Wir beleuchten die Hingabe, die es braucht, um ein Theater zu betreiben. Zum Schluss werfen wir einen Blick auf die städtebauliche Entwicklung unserer Stadt, diskutieren die Verkehrssituation und die Herausforderungen neuer Bauprojekte. Lasst euch von Heinz' Einblicken inspirieren und genießt die spannende Reise durch Purkersdorf.
Blog Beiträge zu allen Episoden kannst du unter hallo-purkersdorf.blog nachlesen.
Info
Dieser Podcast wird privat betrieben und steht allen politischen Richtungen sowie Organisationen neutral gegenüber.
Kontakt unter:
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Facebook: facebook.com/hallopurkersdorf
Instagram: instagram.com/hallo_purkersdorf
Transkript
Music.
Ich mich wieder mit einem sogenannten Purkersdorfer Original oder wie man auch
sagt mit einer Purkersdorfer-Type.
Heinz Hiermaier, welcher schon über 50 Jahre mit seiner Frau in Purkersdorf
lebt, hat viel in Purkersdorf bewegt.
Egal ob er als Bauherr auftrat oder als Gründungsmitglied von Vereinen,
welche alle heute auch noch Bestand haben.
Gleichzeitig ist Heinz aber auch eher ein bescheidener Mensch und drängte sich
zeitlebens nicht in die erste Reihe.
Grund genug, um mit Heinz einen Streifzug durch sein Leben zu machen und ihn
euch näher vorzustellen.
Ich wünsche euch eine gute Unterhaltung dabei.
Music.
Herzlich willkommen, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf,
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf.
Und heute habe ich wieder die Freude, euch ein wirkliches Purkersdorfer Original vorzustellen.
Und zwar bin ich zu Gast bei Heinz Hirmeier. Servus Heinz. Hallo, grüß dich Michi.
Ja Heinz, du bist wirklich ein Original.
Du bist in wahnsinnig vielen Vereinen aktiv. Du hast sehr viel auch schon in
Purkersdorf bewegt und getan.
Aber du bist gleichzeitig, ich nenne es einmal so, ein Mensch der zweiten Reihe.
Du drängst dich nicht vor. Das heißt, es könnte sein, dass sogar etliche von
dem profitieren, was du so gemacht hast in deinem Leben, aber dich trotzdem nicht kennen.
Das ist schon möglich. Ich bin an sich geborener Wiener, bin aufgewachsen in
der Börsegasse und wollte unbedingt immer Kaufmann werden.
Und da habe ich mich dann beworben beim Julius Meindl und der hat mich als Lehrling
aufgenommen und ich war in der Filiale am Stephansplatz und zwar genau vis-à-vis
vom Haupteingang vom Stephansdom.
Hin und wieder habe ich ihn verletzt.
Graben, die Filiale gibt es ja noch, also ausgeholfen.
Das heißt, du bist in der feinsten Adresse sozusagen ausgebildet worden? Das ist richtig, ja.
Da bin ich draufgekommen, dass der erste Bezirk auch ein Dorf ist. Da kennt jeder jeden.
Und dann bin ich zum Bundesherr gekommen und dann habe ich mir überlegt,
was ich verdiene als ausgelernter Verkäufer.
Und da bin ich draufgekommen, dass es viel zu wenig ist. Und aufgrund dessen
habe ich die Branche gewechselt.
Und durch Zufall bin ich in die Immobilienbranche gekommen.
Und das ist gar nicht so leicht, wie man sich das vielleicht vorstellt.
Nur ein Schreibtisch und ein Telefon. Entschuldige, dass ich nicht unterbreche,
aber darf ich dein Geburtsjahr sagen?
Ja, freilich. Du bist 1944 geboren. Jawohl.
Und wie viele Jahre jetzt schon in der Immobilienbranche? Boah.
Lang.
Ja, ich war damals ungefähr 20 und jetzt bin ich über 80, also 60 Jahre.
Ungefähr seit 1965 oder 1967 oder sonst was bist du schon in der Immobilienbranche?
Ja, also vorher als Angestellter.
Und dann, das ist ja nicht so einfach, man muss ja, wenn man sich selbstständig
macht, Konzessionsprüfungen machen.
Und das war dann mein zweiter Bildungsweg.
Und da habe ich die Konzessionsprüfung gemacht für den Hausverwalter,
dann für den Makler und das dritte, wo ich geglaubt habe, dass ich nie in meinem
Leben brauche, als Bauträger.
Und das war eigentlich ein großer Fehler, wenn ich zurückblicke.
Ja, und dann habe ich mich selbstständig gemacht, habe mein erstes Büro am Josef-Palme-Platz im 14.
Bezirk eröffnet und habe in Purkersdorf einen Auftrag bekommen,
als Makler drei Reihenhäuser, Bungalows, zu verkaufen.
Der Verkäufer hat das gekauft aus einer Insolvenz heraus.
Die drei Häuser waren im Europa und das ist mir also nicht gelungen, das echt zu verkaufen.
Jetzt habe ich einmal mit ihm telefoniert und habe gesagt, wie schaut das aus?
Machen Sie doch ein Haus als Musterhaus fertig. Und er hat gesagt,
er hat kein Geld, er kann das nicht.
Ich habe gesagt, wissen Sie was, dann verkaufen Sie mir das billig.
Und ich mache es fertig und dann... Weil du hattest ja die Konzessionsprüfung
als Bauträger, ne? Ja, ja.
Und er hat gesagt, ja, das kann ich mir ganz gut vorstellen.
Und ich komme ihm mit dem Preis entgegen, sage, ich rufe sie gleich wieder an.
Und da habe ich aufgelegt und meine Gattin hat ja im Büro mitgearbeitet.
Und da habe ich zu ihr gesagt, weißt du was, vorübergehend. Jetzt sind wir nach Purkersdorf.
Wann war das in welchem Jahr? Das ist auch schon fast 50 Jahre her.
Ja, und so bin ich nach Purkersdorf gekommen, nur als Provisorium sozusagen.
Das heißt, du lebst heute noch als Provisorium hier, oder? Ja,
ich lebe immer noch im Provisorium.
Gut, mittlerweile haben wir aufgestockt und so.
Ja, und so bin ich nach Purkersdorf gekommen und das hat mir ganz gut gefallen.
Dann hat es also begonnen, eben weil ich zuerst gesagt habe,
naja, der Bauträgerkonzession hätte man sein lieber nicht nehmen.
Der Stadtsaal wurde...
Damals gerade fertig gebaut und ich habe zum damaligen Bürgermeister Schlögl
gesagt, der gefällt mir also überhaupt nicht.
Erstens hat er keine Hinterbühne, da kann man also keine Kulissen und gar nichts lagern.
Außerdem, wenn einer aufs Klo muss, muss er einen Stock tiefer laufen.
Das ist nicht das Wahre und außerdem ist es eine hässliche Kiste.
Und da hat er zu mir gesagt, und das war dann ausschlaggebend,
hat er gesagt, naja, wenn du das besser kannst, dann mag es.
Und da ist mir ein Grundstück auf der Linzer Straße über den Weg gelaufen und
da habe ich das alte Haus weggerissen und habe da ein kleines Neues gebaut,
wo jetzt die Eichberg-Apotheke drinnen ist.
Genau, das Haus existiert ja klarerweise noch, gegenüber vom Pillar.
Da ist jetzt die Apotheke Eichberg drin, das hast du das Bauträger errichtet.
Naja, und da hat dann das Unglück begonnen.
Wieso Unglück?
Ich habe also einen Baumeister gehabt, der sehr eifrig war und wie der Rohbau
fast fertig war, Da wollte ich auf Urlaub fahren, es war Sommer.
Und er hat gesagt, das ist also kein Problem, er managt das weiter.
Er braucht nur eine halbe Million Schilling, damit er also immer Paar zahlen
kann, die Professionisten und so weiter.
Ja, das habe ich ihm halt eine halbe Million gegeben.
Und am nächsten Tag ist die Baustelle gestanden und er hat sich einen Mercedes
Sportwagen gekauft und eine Riesenhochzeit gefeiert in einem der ersten Hotels in Baden.
Na gut, also es braucht nicht extra betonen, es war kein Gewinn.
Ein paar anzunehmen, ja. Ich habe es dann fertig gebaut.
So wie es also heute dasteht. Dann haben wir gedacht, okay, also den Verlust
muss ich irgendwie auffolen.
Und da habe ich in der Herrengassen 5 eine alte Villa gekauft. Das war Abbruch.
Ich habe dort geplant 24 Eigentumswohnungen, eine Tiefgarage mit 28 Stellplätzen,
Sauna, Schwimmbecken und, und, und.
Und ja, der Abbruch, das hat alles funktioniert.
Und dann, wie die angefangen haben, das Fundament auszuheben,
beziehungsweise den Keller auszuheben.
Ich war gerade im Büro, leitet das Telefon und sagt mir der Bauleiter,
es tut mir leid, aber wir können nicht weiter baggern, denn wir sind auf Schwemmsand gekommen.
Ja, oder? Und da bin ich dann draufgekommen, dass der Gablitzbach und der Wienfluss,
die sind dort ja seinerzeit zusammengekommen.
Dann war man auch, glaube ich, so Schwemmsand, weil ja von zwei Flüssen praktisch
das dort angespült wurde.
Ja, was ist mir übergeblieben, damit wir nicht die Häuser rechts und links in
die Grube reinrutschen.
Habe ich es müssen mit Beton in Aktionen unterfangen, was auch wieder ein bisschen was kostet.
Du hast es erraten, der Gewinn war weg.
Im Gegenteil, ich habe sogar noch drauf gezahlt.
Dann haben wir gedacht, das ist ja zu blöd, ich muss ja schauen,
dass ich aus den Minuszahlen rauskomme.
Und dann habe ich ums Eck, rechts neben der evangelischen Kirchen,
ein kleines Grundstück gekauft und habe also dann geplant gehabt,
dort fünf Terrassenwohnungen zu bauen.
Ja, alles recht schön und gut, Einreichung, alles hat gepasst.
Ich sitze wieder im Büro und das Telefon geht und ein paar Leute ruft mich an
und sagt, es tut mir leid, aber wir können nicht weiterarbeiten.
Schwemmsand auf dem Berg, das gibt es nicht. Er sagte, nein, aber Felsen.
Und so haben die dann tagelang im Presslufthammer gearbeitet.
Also im Geschäft war das auch keines. Naja, jetzt ist ein bisschen klar,
warum du sagst, du hättest diese Konzessionsprüfung nicht machen sollen. Ja, das ist richtig.
Ich habe dann später natürlich noch weitere Prüfungen gemacht,
dann als Gerichtshofverständiger für Immobilien und das war dann jahrzehntelang eigentlich,
da war ich sehr viel beschäftigt und sich recht beliebt,
anscheinend bei den Notaren und Gerichten, was kaum Streit reingegeben hat.
Aber das muss man auch sagen, die Häuser, auch wenn es für dich jetzt nicht
so glücklich war, aber die Häuser, Punkt A, stehen heutzutage alle noch. Ja, ja.
Und soweit ich weiß, glaube ich,
sind die Bewohner da drinnen alle ganz zufrieden. Ja, ja, ganz zufrieden.
Ein Haus wäre bald nicht mehr gestanden. Und zwar habe ich in der Ziegelfeldgasse, wenn man rauf fährt,
dann macht es ja eine Biegung nach links Und in der Biegung habe ich dort zwei
Doppelhäuser hingebaut.
Ich war ganz glücklich und da ist endlich ein bisschen ein Gewinn übergeblieben.
Aber nicht lang.
Nach circa einem Jahr hat mich unser Bürgermeister Karl Schlögl angerufen und
hat gesagt, du pass auf, da ist irgendwas passiert jetzt mit den starken Regenfällen.
Auf alle Fälle ist von deinem Grundstückchen, das du gebaut hast,
der halbe Hang runtergerutscht und die Ziegelfeld kosten ist also nur mehr einspurig
zu befahren, weil auf der anderen Seite ist das ein riesigen Berg.
Dann bin ich draufgekommen, die Baufirma hat also keine Sickergrube gebaut,
sondern die haben ganz einfach in den Hang das Rohr enden lassen.
Und der hat das natürlich aufgeweicht. Sicher, das waren die Dachwässer,
die bis dort hingegangen sind.
Natürlich war die Baufirma schon wieder im Konkurs, das ist sehr logisch.
Und ich bin also wieder übergeblieben. Und das war dann der Zeitpunkt,
wo meine Gartin gesagt hat, wenn du jetzt noch was baust, lasse ich mich scheiden.
Das ist aber eigentlich, muss ich ganz ehrlich sagen, verständlich,
weil du hast eigentlich viermal starke Zeichen bekommen, dass du sagst,
das ist nicht deine Richtung, oder? Richtig.
Zu der Tätigkeit, künstlerische Tätigkeit, die war also sehr umtriebig.
Und das hat mir also recht gut gefallen.
Das wollte ich eben gerade sagen, du bist ja ein Kunst- und Kultur beflisserner
Mensch und hast du für Kunst und Kultur in Purkersdorf auch viel getan.
Ein wichtiger Punkt dabei ist, du bist Gründungsmitglied oder einer der Gründer
vom Theater Purkersdorf.
Ja, das war dann erst später durch Zufall.
Aber ich habe vorher, also meine Mutter war Wiener Liedersängerin,
Und wie ich vom Bundesheer zurückgekommen bin, und die hat in einer Truppe gearbeitet.
Und in der Truppe war der Chef der Gerhard Wendland, das war ein Sänger,
der damals sehr bekannt war. Heute kennt er keinen Mensch mehr.
Dann die Elsie Rambosek, der Sepp Löwinger und ich als Zauberer war dann auch mit dabei.
Und wir sind da halt herumgereist und da habe ich recht schöne Erlebnisse gehabt
und ein bisschen Taschengeld verdient.
Natürlich, wenn man auf der Bühne steht, da kann alles Mögliche passieren.
Aber eben zu Kunst und Kultur, wie ist es dazu gekommen, dass du mit einigen
anderen das Theater Purkersdorf gegründet hast?
Ja, also mein Nachbar, der Walter Galler,
der hatte eine Theatergruppe gehabt in Heiligeneicht, dort hat er gewohnt und
hat dann nach Purkersdorf her geheiratet und war zufälligerweise mein Nachbar.
Wir sind also oft zusammen gesessen und der Schnaps ist geflossen.
Da kommt man immer auf blöde Ideen. Und er hat gesagt, wir könnten eigentlich
im Purkersdorf einmal spielen, wo immer die Leute von Heiligen Eich.
Wir machen jedermann Produktion am Hauptplatz vor der Kirche beziehungsweise
vor dem schönen Postkutschengebäude.
Er hat aber nicht genug Leute gehabt. Das heißt, die Hauptrollen,
die waren natürlich bis jetzt.
Das war ja praktisch ein Gastspiel von Heiligen Eich.
Und für die Tafelgesellschaft und so weiter, wo man halt mehr Leute braucht,
hat halt dann Purkersdorfer, dann die Frau Schuh mit ihrem Geschäft,
da hat sie Plakate aufgehängt, wir mitspielen.
Das haben wir dann zusammengebracht. Das war 1990.
Nein, das war, glaube ich, schon früher, weil 1990 haben wir dann das Theater
gegründet. Dann war es ein Jahr wahrscheinlich davor.
Ja, mindestens, zwei Jahre vorher. Ja, und dann, ich habe immer blöde Rollen gehabt.
Ich habe also in Gesellen gespielt und habe natürlich von der Tafel nichts essen
können, obwohl die Frau Riedmüller hat uns da herrliche Platten hergerichtet.
Und du hast nichts essen können.
Und damals hast du sozusagen Blut gelegt fürs Theater, also für die Bühne.
Ja, dann kann ich mich noch erinnern.
Einer meiner ersten Rollen war beim Häuptling Abendwind, also vom Nestrol.
Da war ich der einzig Gesittete.
Das Blöde dabei war nur, man hat mich in einen rosa Frack gesteckt mit einer weißen Brücke.
Wobei, ich muss sagen, wir beide sind ja auch schon gemeinsam auf der Bühne
gestanden, haben auch viel lustiger Zeit miteinander erlebt.
Aber ich glaube, ich habe dir ein noch schlimmeres Kostüm gesteckt.
Ich habe beim Käfig gefallen auch.
Das ist richtig, ja. Wobei, da habe ich sogar Komplimente gekriegt,
weil ich ein kurzes Kleid angehabt habe, dass ich schöne Beine habe.
Genau, da musstest du ja neue Kleidung tragen. Mit einem 78-Jährigen.
Eine deiner Paraderollen. Immer wenn du als Priester aufgetreten bist,
dann weißt du das in Person.
Naja, zuerst habe ich...
Ich habe immer die Hauptrollen gespielt und meine Gegenspielerin war ja die
Frau vom Bürgermeister und da haben wir ein Riesenteater aufgehabt.
Dann später sind halt die Rollen kleiner geworden.
Nach der Gründung vom Theater war ich ja elf Jahre lang der Obmann.
Da haben wir damals zu der Zeit, haben wir ja müssen Schauspieler was reinzahlen,
damit sich das Ganze ausgeht.
Genau, das habe ich eben auch gehört von der Geschichte des Theaters.
Das ist natürlich, Theater machen kostet was, das müssen wir mal vorfinanzieren.
Und ihr habt ja damals nicht unglägliche Summen in den Verein hineingesteckt,
dass ihr überhaupt mal auf die Beine kam.
Ja, das ist richtig. Ich habe schon sehr schöne, lustige Stücke gehabt.
Die Pension Schöler zum Beispiel, da war ich der mit dem Sprachfüller.
Necken Sie mich ruhig.
Das war ja recht lustig.
Und dann sind halt die Rollen kleiner geworden. Und dann kann ich mich erinnern,
da hast du mich angerufen.
Ich hätte noch geheißen, der Keusche-Jemann. Der Keusche Liebemann. Der Keusche Liebemann.
Da habe ich den Vater gespielt, obwohl das eigentlich die Restaurant war.
Ich war die längste Zeit auf der Bühne.
Da habe ich den Vater gespielt, da kann ich mich erinnern auf eine Vorstellung.
Die Schlussszene, wo sich also das Liebespaar trifft, was in Wirklichkeit ja
ein Ehepaar war, also das Ehepaar Heinzel.
Und die sind mitten auf der Bühne gestanden und haben sich müssen küssen.
Und das war für mich mein Stichwort, wo ich auftritt und noch zwei oder drei
Sätze zum Sagen gehabt habe, bis das Stück dann aus ist.
Und ich tritt auf die Bühne und auf einmal sehe, wie sie die zwei küssen und umfallen.
Und das war ein Thermosnallo. wo die Leute haben sich dermosnamisiert,
dass ich mich umgetraut habe und bin wieder gegangen. Und damit war das Stück aus.
Aber so Sachen sind viel vorgekommen. Ja, klar, auf der Bühne passiert ja viel.
Und was auch gut ist, das Publikum weiß ja dann manchmal nicht,
was gehört zum Stück und was gehört nicht zum Stück.
Aber du bist natürlich jetzt nicht nur beim Theater, du bist ja heute noch beim
Theater, Purkersdorf. Du bist ja auch, glaube ich, von Anfang an beim Puck.
Ja, also das ist auch so eine Geschichte.
Ich bin von Anfang an, habe mich dafür interessiert und habe gesagt,
ja, Kultur, das gefällt mir ganz gut.
Da haben sie mich dann zum Vizeobmann gemacht.
Aber nur deshalb, weil ich sehr brav mit meiner Gattin immer die Gartenkontrolle
mache und die Organisation. Du bist sozusagen Vize-Obmann und Billedeur. Ja, richtig.
Und die wirkliche Arbeit, da machen wir uns ja nichts vor, ist der Niki,
der schupft das Ganze, der leckert Wert auf irgendeinen Titel.
Ehrlich gesagt auch nicht, ich hätte es so auch gemacht.
Aber schon langsam tue ich mich mit meinem Alter schon ein bisschen schwer.
Du bist auch bei den, weil du mir das zuerst erzählt hast, du hast zuerst gesagt,
du hast in den nächsten Tagen deine Ritterprüfung.
Jetzt muss ich natürlich fragen, was für Ritterprüfung? Wo hat man Ritterprüfung?
Naja, es gibt ja ein hohes Reich der Schlaraffen.
Ja, also du bist auch bei den Schlaraffen, ne?
Ja, also seit eineinhalb Jahren bin ich Mitglied bei den Schlaraffen und das
gefällt mir an sich recht gut.
Man muss sich nur natürlich raufarbeiten, bis man Ritter wird.
Das ist sozusagen der höchste Rang. Das ist der höchste Rang.
Da bist du Vollmitglied als Ritter.
Ja, aber dann gibt es noch die Ehrenritter und, und, und.
Aber auf jeden Fall bist du am Ritter Vollmitglied.
Bin ich Mitglied, bist du auch schon als Knappe oder Juncker.
Und so, das klingen halt die Stufen drauf, dann muss man Prüfungen machen.
Mir taugt es deshalb, weil in den Satzungen sozusagen von dem Verein ist der Humor,
die Kunst und die Freundschaft das Höchste.
Und da ist es so, dass man aufgefordert wird, beziehungsweise es ist fast Pflicht,
dass man also irgendeinen Vortrag hält bei jeder Sitzung, jede Woche.
Man muss nicht, zwei Mal im Monat, dann spielt es auch keine Rolle.
Dann haben wir gedacht, na gut, okay, fünf, sechs so Geschichten werden mir
schon einfallen. Und mittlerweile bin ich also da schon eineinhalb Jahre und
bin mir voll ununterbrochen, Blödheit, Geschichten.
Geschichten, Geschichten.
Geschichten, nein. Und das macht mir recht einen Spaß.
Und du bist aber auch schon viele Jahre nämlich bei einer anderen Gruppierung,
die auch jährlich auftritt, und zwar bei den Purkersdorfer Typen.
Bist du auch aktiv, ne? Ja, also bei den Purkersdorfer Typen,
diesmal habe ich müssen aus gesundheitlichen Gründen auslassen.
Aber ich war dort noch über zehn Jahre lang. Aus der Schichtgeförter?
Ja, und habe auch Sketche geschrieben und bin selbst aufgetreten.
Und es war eine sehr schöne Zeit. Apropos schöne Zeit, Burkestorf per se,
wie haben wir schon gehört, wie du sozusagen hier verankert bist,
künstlerisch und was du alles getan hast.
Was bedeutet für dich Burkestorf so vom Gefühl her? Ich meine,
du hast ganz am Anfang gesagt, du bist hier nur als Professorium,
aber ist es nur ein Professorium oder?
Nein, nein, also da muss ich wirklich sagen, Purkersdorf ist meine Heimat.
Ich könnte mir das gar nicht woanders vorstellen.
Ich bin so verankert hier, kenne so viele Leute und noch mehr Leute kennen mich.
Meine Tochter hat mich.
Der habe ich angeboten, also war das ein Wohnort, aber der hat gesagt,
nein, also aus Purkersdorf geht sie nicht weg.
Und mittlerweile ist mein Schwiegersohn Kommandant beim Roten Kreuz.
Also wir sind so fest verankert. Das heißt, die verwurzeln sich genau schon wie du und deine Frau.
Ja, na gut, meine Tochter ist ja eine geborene Purkersdorferin.
Das heißt, du bezeichnest dich, obwohl es schon über 50 Jahre her ist,
immer noch als Zugrausen.
Ja, so könnte man es sagen. Ja, wobei, ich glaube, mit der Zeit bist du schon
ein echter Burkastorfer.
Ja, das ist schon richtig.
Burkastorf, an und für sich, was würdest du dir denn wünschen für Burkastorf?
Wie soll sich Burkastorf entwickeln? Das ist eine sehr schwierige Frage.
Ja. Ja, ich weiß. Aber ich stelle sie fast allen.
Was meinst du, wie soll es in Purkersdorf schulisch, künstlerisch,
Gestaltung am Hauptplatz und so?
Was wünschst du dir für Purkersdorf?
Immobilientechnisch zum Beispiel. Ich nehme an, Immobilien, die nicht auf Sand gebaut sind.
Naja, was mich zum Beispiel stört, kann man nicht sagen.
Aber was mich nur wundert, ist in der Wintergasse vorne, sagt man ja,
das ist von Purkersdorf die meistbesiedelte Gegend.
Und da fahren also ständig die LKWs mit den Holzstämmern und gehen sie dann runter zur Bahn.
Jetzt bauen sie daneben noch einmal eine riesen Wohnhausanlage mit etwas guter für.
Also ich bin gespannt, wo die Autos dann alle stehen.
Da kriegst du vorne schon keine Parkplätze mehr.
Also da sollte man sich irgendwas einfallen lassen. Also du meinst verkehrstechnisch
gäbe ich da Aufholbedarf?
Erstens einmal das und zweitens einmal, aber das ist auf der Straße nach Bresperma, der Hang zur Bahn.
Da wird alles immer angeheizt und ich frage mich, warum.
Also jetzt muss ich, wenn ich dort fahre, dann schaue ich runter und das ist
nicht gerade ein sehr schöner Anblick.
Aber im Großen und Ganzen ist es okay, oder? Im Großen und Ganzen, ja, kann man sagen.
Ja, ich bin nur gespannt, was ist mit dem alten Bahnhof.
Ach so, mit dem Bahnhofsgebäude. Ja, da bin ich auch gespannt.
Da weiß ich auch nicht, wie es war. Aber wir werden es hoffentlich bald einmal erfahren. Ja, ja.
Ja, Heinz, ich sage dir ganz herzlichen Dank. Gerne.
Dass ich bei dir sein durfte, dass ich ein bisschen in deinem Leben umherstochen
durfte. Das war meine Ehre.
Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf, sage ich wie immer,
danke fürs Zuhören und ciao, bis zur nächsten Episode.
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