Kundgebung Notarztstützpunkt Purkersdorf
Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen
21.10.2026 37 min
Zusammenfassung & Show Notes
Bei einer Kundgebung in Purkersdorf sprachen sich Anwohner, medizinisches Personal und Politikerinnen und Politiker für den Erhalt des Notarztstützpunkts aus.
Sie verwiesen auf kurze Einsatzzeiten, die Versorgung vor Ort und mögliche Folgen verspäteter Hilfe; Betroffene schilderten eigene Notfälle, bei denen der Stützpunkt eine wichtige Rolle gespielt habe.
Sie verwiesen auf kurze Einsatzzeiten, die Versorgung vor Ort und mögliche Folgen verspäteter Hilfe; Betroffene schilderten eigene Notfälle, bei denen der Stützpunkt eine wichtige Rolle gespielt habe.
Das Komitee kündigte weitere Gespräche und mögliche Aktionen an. Politische Vertreter verwiesen auf den Gesundheitspakt und stellten rechtliche sowie politische Schritte gegen eine Schließung in Aussicht.
HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf
Kundgebung Notarztstützpunkt Purkersdorf: „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen"
Aufnahme: Kundgebung vom Freitag, 16. Oktober 2026, Hauptplatz Dauer: ca. 36 Minuten Quelle: Hallo Purkersdorf, https://hallo-purkersdorf.blog
Worum geht es?
Der Notarztstützpunkt der Region soll im Rahmen des niederösterreichischen Gesundheitsplans 2040+ geschlossen werden. Landesweit sind 11 von 31 Stützpunkten betroffen. Als Ersatz sind Rettungswagenstützpunkte mit Notfallsanitätern, Tele-Notfallmedizin, First Responder und mehr Flugrettung vorgesehen. Dagegen demonstrieren Ärzte, Sanitäter, Pflegekräfte und Politiker verschiedener Parteien. In der Folge gibt es Reden von der Kundgebung und anschließend Interviews.
Kapitelmarken
- 00:22 Hintergrund zum Kampf um den Stützpunkt
- 02:45 Dr. Peter Balas: Zeitfaktor, Ausbildung, Ortskenntnis
- 04:27 Dr. Josef Baum: Arbeit des Erhaltungskomitees
- 06:09 Parteiübergreifender Widerstand (SPÖ, Grüne, KPÖ)
- 12:24 Franz Starnberger: Grenzen der Flugrettung
- 15:21 Mag. Johanna Knie: Sanitäterausbildung und Verantwortung
- 18:01 Edmund Cvak: Ältere und gefährdete Menschen
- 19:21 Gina Wörgötter: Zeitdruck, Folgen verspäteter Hilfe, Kosten
- 22:04 Mag. Karl Schlögl: Geschichte des Stützpunkts
- 24:03 Bürgermeisterin Jasmin Klemmer-Schlögl beendet die Kundgebung
- 24:52 Interview mit Sven Hergovich (Landesrat, SPÖ)
- 26:39 Interview mit Dr. Josef Baum
- 29:49 Interview mit Helga Krismer (Klubobfrau, Grüne)
- 32:27 Interview mit Max Zierngast (KPÖ)
- 34:42 Karl Schlögl: Appell und mögliche Kooperation mit Wien
- 35:55 Abschluss
Kernaussagen
- Zeit ist entscheidend. Dr. Balas: „Wenn es länger als fünf Minuten dauert ohne Hilfe, ist es meistens schiefgegangen." Ortskenntnis sei durch ein Navi nicht ersetzbar.
- Das Komitee zeigt Wirkung. Dr. Baum: „Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, aber wir haben die starren Positionen der Landesregierung aufgeweicht." Rund 2.000 Menschen demonstrierten bereits vor dem Landtag in St. Pölten. Er bestreitet einen generellen Ärztemangel; entscheidend seien Verteilung und Bezahlung.
- Der Hubschrauber ist kein Allheilmittel. Franz Stamberger, ehemaliger Sanitäter am Notarzthubschrauber, verweist auf wetterbedingte Einsatzgrenzen. Bodengebundene Hilfe sei unverzichtbar.
- Mehr Verantwortung für Sanitäter. Johanna Knie warnt, dass Sanitäter Aufgaben übernehmen müssten, die dem Notarzt zustehen. Sie vergleicht dazu die Ausbildung in Deutschland (4.600 Stunden) mit der großteils ehrenamtlichen in Österreich.
- Ältere Menschen sind besonders betroffen. Edmund Cvak nennt einen Anteil von 29,9 % über 65-Jährigen.
- Verspätete Hilfe kostet doppelt. Gina Wörgötter: Mit jeder Minute sinke die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10 %. Die Eintreffzeit liege derzeit bei etwa 7 Minuten, vor dem Stützpunkt bei etwa 20. Einsparungen könnten durch Reha- und Pflegekosten teurer werden.
- Politische Zusagen. Hergovich beruft sich auf den NÖ-Gesundheitspakt: Keine Einrichtung dürfe schließen, bevor es gleichwertigen Ersatz gibt. Die Grünen stimmten dem Plan im Landtag als einzige Partei nicht zu. Die KPÖ sieht den Protest im Zusammenhang mit dem Erhalt von Spitälern und Gesundheitsinfrastruktur.
- Idee für die Zukunft. Karl Schlögl regt einen gemeinsamen Stützpunkt mit Wien an, für die Region und den 14. Bezirk.
Zitate
„Der Hubschrauber ist kein Allheilmittel." (Franz Starnberger)„Jetzt ist ein Punkt gekommen, wo die Sanitäter eine Verantwortung übernehmen müssen, die dem Notarzt zusteht. Das macht mir große Sorgen." (Johanna Knie)
Gäste und Sprecher
Dr. Peter Balas (Allgemein- und Notfallmediziner, Gablitz) · Dr. Josef Baum (Komitee zum Erhalt des Stützpunkts) · Sven Hergovich (Landesrat, SPÖ) · Helga Krismer (Klubobfrau, Grüne NÖ) · Max Zierngast (Landessprecher KPÖ NÖ) · Franz Starnberger · Mag. Johanna Knie (Apothekerin, Rotes Kreuz) · Edmund Cvak (Seniorenbund) · Gina Wörgötter (Krankenschwester) · Mag. Karl Schlögl (Altbürgermeister) · Jasmin Klemmer-Schlögl (Bürgermeisterin)
Wie geht es weiter?
Angekündigt sind weitere Gespräche, eine Pressekonferenz der bedrohten Standorte und womöglich eine erneute Fahrt nach St. Pölten.
Schlagworte
Notarztstützpunkt · Gesundheitsplan 2040+ · Niederösterreich · Purkersdorf · Flugrettung · Notfallsanitäter · Rotes Kreuz · Samariterbund · Gesundheitspolitik · Bürgerprotest
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Transkript
Liebe Hörerinnen und Hörer von Hallo Purkersdorf, heute melde ich mich mit einem
aktuellen Thema für die gesamte Wienerwaldregion
und zwar zu dem Thema Erhalt des Notartstützpunktes in Purkersdorf.
Am 13. August 2025 berichtete Hallo Purkersdorf mit einem Interview des damaligen
Bürgermeisters Stefan Steinbichler von Purkersdorf und des Bürgermeisters Michael Tschech von Gablitz
über den Stand des neuen Notarztkonzeptes, welches im Land Niederösterreich
unter dem Namen Gesundheitsplan 2040 Plus bekannt wurde.
Dabei ist die Schließung von 11 der bisher 31 Notarztstützpunkte in Niederösterreich vorgesehen.
Stattdessen soll es sogenannte RTWC-Stützpunkte, dies sind Rettungswagen mit
qualifizierten Notfallsanitäterinnen und Sanitätern sowie Tele-Notfallmedizin,
bei welchen Sanitäter elektronisch mit dem Arzt verbunden sind,
First Responder und ausgeweitete Flugrettung ersetzt werden.
Schon am 21. August 2025 berichteten wir,
dass die Entscheidung über den Notarztstützpunkt durch die Landesregierung gefallen
ist und das Konzept des Gesundheitsplans 2040+, sowie die Schließung der elf
Standorte zum Umsatz kommen soll.
Nichtsdestotrotz agieren aber viele lokale politischen Akteure weiterhin für
den Erhalt des Notarztstützpunktes
und untermauerten dies auch mit schlagkräftigen Argumenten sowie mit Erfahrungsberichten
von Ärztinnen und Ärzten sowie Sanitäterinnen und Sanitätern.
Nun fand am Freitag, den 16. Oktober 2026, eine überparteiliche Kundgebung für
den Erhalt des Notarzt-Stützpunktes in Purkersdorf am Hauptplatz statt,
bei welchem Sprecherinnen und Sprecher aus Politik, Gesundheitswesen sowie Betroffene zu Wort kamen.
Hallo Purkersdorf hat diese Kundgebung aufgenommen und möchte euch hier eine
Zusammenfassung sowie Interviews der Politikerinnen und Politiker übermitteln.
Den Beginn macht Dr. Peter Ballas, der Allgemeinmediziner aus Gablitz,
der auch Notfallmediziner ist und der sofort auf die wichtigsten Punkte eingeht.
Diese sind seiner Meinung nach der Zeitfaktor, die Ausbildung und die Ortskenntnis.
Aber horchen wir direkt in seine Ansprache hinein.
Zum Zeitfaktor muss ich sagen, als Notarzt, ich bin in St.
Pölten lange gefahren, war man immer erfolgreich, wenn wir entweder das Ableben
beobachtet haben oder wenn am Ort des Unfalls
notärztliche Maßnahmen getroffen wurden oder Sanitätsnausnahmen.
Wenn es länger als fünf Minuten dauert ohne Hilfe, ist es meistens schiefgegangen.
Bezüglich Ausbildung meinte er?
Wenn man über die Grenze schaut nach Ungarn, gibt es dort ein Studium,
welches notarztmedizinische Fähigkeiten vermittelt.
Diese Ärzte sind jetzt rein Ärzte
für Notarztwesen, sind spezialisiert und werden dort auch eingesetzt.
Das ist kein so ein extensives Studium wie bei uns Medizin.
Es ist kürzer, aber er darf alles durchführen, was bei uns ein Notarzt auch durchführen darf.
Soweit zur Ausbildung, zur Ortskenntnis. Es ist kein Fehler,
wenn die Leute, die im Akutsystem arbeiten, auch Ortskenntnis haben.
Ich war in meiner Tätigkeit in St. Pölten einmal auf einer falschen Adresse. Warum?
Weil es zwei Ortschaften mit demselben Namen gibt, mit derselben Hauptstraße
und mit derselben Nummer.
Also auch zu sagen, naja, man hat ein Navi, das genügt nicht.
Als nächstes kam Dr. Josef Baum zu Wort,
der für das Komitee zum Erhalt des Notarztstützpunktes in Purkersdorf spricht
und gefragt wurde, was das Komitee bisher denn alles getan hat für diesen Erhalt.
Also wir haben seit 30 Jahren jetzt ein gut funktionierendes Notarztsystem in Purkersdorf
das sicher auch einige Leben gerettet hat. Und sofort, wie dieser Beschluss
im Landtag zur Abschaffung gemacht worden ist, haben wir Petitionen gemacht.
Wir haben hier eine Kundgebung schon einmal gemacht.
Wir sind nach St. Pölten zusammen mit anderen Betroffenen gefahren und waren
2000 Leute vor dem Landtag.
Wir haben unser Ziel noch nicht erreicht, Aber wir haben die starren Positionen
der Landesregierung aufgeweicht.
Alle Argumente, die für die Abschaffung vorgebracht worden sind,
sind eigentlich klar widerlegt.
Das Wichtigste ist, es gibt eigentlich keinen Ärztemangel. Wir haben 50.000
Ärzte in Österreich und wir sind eines der Länder mit den größten Ärztedichten.
Es kommt darauf an, wie man die verteilt und wie man sie bezahlt und das Burgenland
zeigt vor, dass man auch Notärzte gut bezahlen kann und dass dann genug da sind.
Und wir werden wahrscheinlich nochmals nach St. Böten fahren müssen und vielleicht
noch klarer unsere Interessen zum Ausdruck bringen.
Als nächster sprach der Landesrat Sven Hergewich von der SPÖ,
welcher selbst ja mit seiner Familie in Purkersdorf wohnt.
Also in der Tat ist es so, dass man uns droht, dass man Kampagnen ankündigt,
dass man Klagen ankündigt.
Aber ich kann nur, und das ist ein Versprechen, nur sagen, dass wir auch weiterhin,
und zwar die gesamte niederösterreichische Sozialdemokratie,
alles unternehmen werden, um alle Notarztstandorte in ganz Niederösterreich,
abzusichern und zu erhalten.
Und ich sage das auch deshalb, weil alle Politikerinnen und Politiker,
die noch vor wenigen Monaten für den Gesundheitspakt in Niederösterreich gestimmt
haben, darin ein großes Versprechen abgegeben haben.
Nämlich das Versprechen, und das ist schriftlich fixiert worden,
das Versprechen, dass in Niederösterreich keine Gesundheitseinrichtung geschlossen
werden darf, bevor es nicht mindestens einen gleichwertigen Ersatz gibt.
Und deshalb habe ich kein Verständnis dafür, wenn jetzt die gleichen Politiker
sagen, obwohl es nachweislich keinen Ersatz für den Notarzt gibt,
dass man elf Notarztstandorte in Niederösterreich schließen muss.
Das werden wir mit Sicherheit nicht zulassen. Wir werden alle rechtlichen und
politischen Möglichkeiten ausschöpfen, um alle Notstandorte in Niederösterreich zu erhalten.
Und ich möchte mich explizit auch dafür bedanken, dass heute Vertreterinnen
und Vertreter verschiedenster politischer Parteien gekommen sind,
denn das ist kein parteipolitisches Anliegen, das ist ein Anliegen,
wo es um ganz Niederösterreich geht.
Und ich möchte mich auch bedanken und ich möchte das hier erwähnen bei den vielen
ÖVP-Bürgermeistern und den vielen FPÖ-Stadträten, die mich kontaktieren,
die mich bitten, an dieser Sache dran zu bleiben, weil sie sagen, das ist eine Sache,
die ihnen auch am Herzen liegt Und das ist mein Versprechen,
das ich abschließend geben möchte, weiterhin alles zu tun, damit unser Notarzt
hier in Purkersdorf und in allen zehn anderen betroffenen Gemeinden bleibt. Vielen Dank.
Anschließend sprach Frau Helga Grießmer, die Klubaufrau der Grünen im Niederösterreichischen
Landtag, zum Thema des Notarztstützpunktes in Purkersdorf.
Ich war vor einigen Monaten hier und habe genau hier Gespräche geführt.
Ich habe gefragt, wie sehen Sie das, wenn Ihr Notarztstützpunkt geschlossen wird?
Und ich habe niemanden getroffen, der gesagt hat, Leihwand, super Idee,
dass ihr uns den wegnehmt.
Es ist ganz klar, wir sind hier vor den Toren Wiens und wenn der Notarztstützpunkt
hier geschlossen wird, dann fühlt es sich an, als wären wir am Rande Niederösterreichs.
Und das Gefühl ist Ihnen mit diesem Beschluss in der Landesregierung und im
Niederösterreichischen Landtag gegeben worden.
Wir haben es uns als Opposition, als Grüner nicht leicht gemacht.
Wir haben uns diesen Gesundheitsplan angesehen, haben ihn auf Herz und Nieren
geprüft und genau überlegt, was bedeutet das für die Menschen in den diversen Regionen.
Und hier in Purkersdorf war es ganz klar, einen Notarztstützpunkt hier zu schließen,
das wird es mit den Grünen nicht geben.
Und daher haben wir uns eben als Einzige klar dazu bekannt, dass die Gesundheit
in Niederösterreich muss besser werden.
Und da kann schon was geändert werden. Aber so ein Unsinn, dass man Notarztstützpunkte
wegnimmt, dafür sind wir nicht zu haben.
Und ich bin sehr froh, dass es jetzt politisch bunter wird.
Und mit Ihrer Unterstützung würde ich meinen, da ist schon noch was drinnen.
Eine Demokratie ist dazu da, dass es eben auch was gilt, wenn man eine Unterschrift
leistet, wenn man hier am Freitagnachmittag steht.
Also ich gehe jetzt wieder im Rucksack mit der Zuversicht nach St.
Pölten, dass einiges in diesem Land in Bewegung ist und wir werden alles daran
setzen, dass wir Ihren Stützpunkt erhalten können. So viel kann ich Ihnen sagen.
Mein Wort gilt. Ich habe am Anfang Standpunkt bezogen und werde das weiterhin tun.
Den Schluss der politischen Sprecher machte Max Zierngast, der Landessprecher
der KPÖ und Gemeinderat in St. Pölten.
Ja, herzlichen Dank für die Einladung, herzlichen Dank vor allem auch an die
Organisatorinnen und Organisatoren und herzlichen Dank an Sie alle.
Weil was wir in Niederösterreich sehen im letzten Jahr ist, dass sich die Bürgerinnen
und Bürger auf die Beine gestellt haben und in ganz Niederösterreich aufgetreten
sind für ihren Notarzt kämpfen, für ihr Krankenhaus kämpfen von Gmünd bis Purkersdorf.
Und ich glaube, das ist auch der Grund, warum wir überhaupt noch da sind.
Weil die Landesregierung wollte das von Anfang an schnell über die Bühne bringen,
ohne viel Widerstand, ohne auch viel Information.
Also bis heute ist ja nicht klar, warum genau diese Stützpunkte geschlossen
werden, warum das Krankenhaus in Gmünd geschlossen werden soll,
was da die Überlegungen dahinter sind. Und sie sagen es uns auch nicht.
Aber
Wir alle gemeinsam haben es geschafft, dass das Thema bis jetzt so in den Medien
ist, so prominent auch tatsächlich in der niederösterreichischen Politik diskutiert wird.
Und die KPÖ ist keine Landtagspartei, aber wir haben uns von Anfang an konsequent
auf die Seite der Menschen gestellt, die für die Verbesserung und nicht für
die Verschlechterung ihrer Gesundheitsversorgung vor Ort kämpfen, die für gute,
qualitätsvolle, wohnortnahe Gesundheitsversorgung kämpfen.
Und das ist ganz wichtig, dass wir das unterstützen.
Und ich möchte abschließend noch sagen, genau in diesen Zeiten der Krisen,
wo so viel Unsicherheit da ist, soll weiter Infrastruktur abgebaut und ausgedünnt werden.
Und genau dagegen müssen wir auftreten, dagegen müssen wir kämpfen und deswegen
ist es so ein wichtiges Signal, dass in ganz Niederösterreich so viele Menschen
auf die Straße gehen, immer wieder, immer wieder auch in den Landtag gehen,
ihre Vertreterinnen, politischen Vertreterinnen kontaktieren und sozusagen darum
bitten, dass sie sich auf jede Art und Weise dafür einsetzen,
dass die Notausstützpunkte, dass die Krankenhäuser erhalten bleiben.
Der ehemalige Berufsfeuerwehrmann Franz Stamberger und Sanitäter am Notarzthubschrauber
Christophorus III erklärte, warum ein Hubschrauber nicht überall zum Einsatz kommen kann
und warum bodengebundene Einheiten so enorm wichtig sind.
Ich war ca. 10 Jahre lang Sanitäter am Notausschussschrauber Christoph Forustrei
in Wiener Neustadt und es gibt natürlich nichts Schöneres, als wenn man jemandem helfen kann.
Das Problem ist natürlich, dass der Hubschrauber kein Allheilmittel ist.
Es gibt Wetterlagen, wo der Hubschrauber nicht fliegen kann.
Das heißt, es ist zwar das Rettungsmittel vorhanden, aber nicht einsetzbar.
Darum sind die bodengebundenen Kräfte natürlich ganz, ganz wichtig.
Und auch hier an diesem Standort im Purkersdorf der Notarztwagen bzw. der Notarztwagen.
Ich möchte Sie ganz gern mitnehmen auf eine Zeitreise. Früher hat es geheißen,
einladende Patienten ab ins Spital, in einer halben Stunde sind wir in Tulln.
Der ist dort angekommen in einem Zustand, wo eine Weiterbehandlung bzw.
Eine Operation fast unmöglich war, weil er kreislaufmäßig und gesamtheitlich
so mies beieinander war, dass man ihn erst einmal aufbauen musste.
Dann war mit der Zeit ein Umdenken, man hat ihn zuerst vor Ort stabilisiert,
das heißt den Kreislauf geschaut, dass er genug Volumen bekommt
und so wurde dann natürlich da in Purkersdorf der Notarztwagen installiert und der Notarzt.
Und es gab damals große Schwierigkeiten, das zu installieren,
da wir kein Standortkrankenhaus hatten.
Mit der Zusammenarbeit vom Roten Kreuz und vom Samariterbund war das dann doch
möglich und hat auch bis heute funktioniert.
Also wenn er weiterhin bestehen bleibt, wird es weiterhin so funktionieren.
Ich möchte Sie ganz gern einladen, einmal nachzudenken, wie lange es dauert,
bis die Rettung verständigt wird.
Ein paar Minuten sagt man, aber detailliert, jetzt passiert was.
Wie lange dauert es, bis jemand dem Notruftelefon klar macht, was er dort braucht.
Wenn der Patient in dieser Zeit schon ärztliche Hilfe bekommt,
ist natürlich seine Überlebenskurve wesentlich besser und dann die Behandlung
im Spital viel, viel effektiver und kürzer.
Ganz, ganz wichtig ist natürlich, die Kosten nicht zu vergessen.
Notarztsystem kostet zwar was,
aber die Spätfolgen der unversorgten Patienten kosten viel, viel mehr.
Die langjährige Sanitäterin und Apothekerin Magistra Johanna Knie
erzählte über die Ausbildung der Sanitäterinnen und Sanitäter und ihre Sorge,
dass Aufgaben, die bisher der Notarzt übernommen hat, an die Sanitäter übertragen werden sollen.
Also kurz zu mir, mein Name ist Mag. Johanna Knie, ich bin Apothekerin,
seit 35 Jahren ehrenamtlich, das heißt ohne Bezahlung beim Roten Kreuz tätig.
Ich war viele Jahre Sanitäterin und seit ungefähr 20 Jahren habe ich die Ausbildung
inne gehabt. Also ich habe viele Sanitäter ausgebildet und Sanitäterinnen.
Nehmen wir einmal den Notarzt. Der Notarzt studiert viele Jahre.
Danach muss er 33 Monate tätig sein als Arzt, um überhaupt erst diesen 80-stündigen
Notarztkurs zu besuchen.
Danach hat er eine schwere Prüfung und muss noch mit Notärzten ausfahren,
um überhaupt erst als wirklicher Notarzt zu gelten.
Und er wird bezahlt. In Deutschland schaut es so aus, dass die Sanitäter ihre
Notfallsanitäterausbildung in einer Schule machen.
Das ist einer Lehre gleichzusetzen, das dauert drei Jahre und sie absolvieren
4.600 Stunden und es wird bezahlt.
Bei uns erfolgt die Ausbildung ehrenamtlich. Also ich habe von meinem ersten
Tag an, habe ich sämtliche Lehrgänge freiwillig in meiner Freizeit gemacht.
Die beruflichen Sanitäter, die meisten haben auch auf diesem Wege diesen Beruf
erlernt und werden halt dann, wenn sie fertig sind, werden sie dann engagiert
und dann dürfen sie gegen eine,
ich weiß wovon ich rede, eine sehr zimperliche Bezahlung einer großen Verantwortung ausgesetzt.
Die beruflichen sind das am Montag bis Freitag von 6 bis 18 Uhr bei uns.
Und jeden Feiertag, jede Nacht, jedes Wochenende ist besetzt von Ehrenamtlichen.
Gut, ich spreche jetzt, wo uns der Notarzt weggenommen werden soll,
für unsere Freiwilligen, die dem Land Niederösterreich Unsummen an Geld ersparen.
Und wir haben bisher hervorragende Arbeit unserer Ausbildung entsprechend geleistet.
Jetzt ist ein Punkt gekommen, wo die Sanitäter eine Verantwortung übernehmen
müssen, die dem Notarzt zusteht.
Das macht mir große Sorgen. Danke.
Edmund Zwag, früherer Obmann des Seniorenbundes Purkersdorf,
macht sich große Sorgen um die ältere Bevölkerung in Purkersdorf und bringt
dies in seiner Ansprache auch zum Ausdruck.
Ja, ich habe eine besondere Angst um die älteren Leute.
Und wie gesagt, wie meine liebe Kollegin gesagt hat, ich war fünf Jahre Abmahn
bei einer Seniorengruppe, bin auch jetzt noch sehr viel mit älteren Leuten unterwegs,
also egal welchen Couleurs, mache
Ausflüge, Theaterfahrten und so weiter und habe damit sehr viel zu tun.
Und es ist eine Gruppe von Leuten, die besonders gefährdet ist.
Wie viel Prozent glauben Sie, dass älter als 65 sind in Purkersdorf?
Ich sage es vorweg, 29,9 Prozent, also 30 Prozent, ein Drittel ist älter als
65 und ich glaube, da sollte man sich Sorgen machen.
Ich glaube, es gibt auch ein Problem, das steht heute in der Kronen-Zeitung,
wurde erwähnt, dass die Notärzte im Burgenland doppelt so viel bezahlt bekommen wie Niederösterreich.
Also da sollten wir hier in Niederösterreich nachdenken.
Und ich glaube, es werden auch viele nachdenken, in etwa 15,
16 Monaten, da ist Wahl in Niederösterreich. Danke.
Die diplomierte Krankenschwester Gina Wörgötter informiert über Notfälle,
die uns alle betreffen können.
Sowie die Pflege und finanzielle Belastung, die solche Fälle dann nach sich ziehen.
Ein Notfall kann jeder von uns jeden Tag haben bei einem schweren Verkehrsunfall oder
es kann Kinder treffen, die zum Beispiel das erste Mal mit Nüssen in Kontakt
kommen, einen anaphylaktischen Schock erleiden und ganz schnell eine notärztliche
Behandlung brauchen, weil einfach die Atmung nicht mehr funktioniert.
Oder ein Notfall, wie es heute so der Klassiker ist, oder sagen wir mal so,
eine der Hauptursachen in Österreich, die Herz-Kreislauf-Versagen.
Also Herzinfarkt, Schlaganfall, das betrifft viele Menschen.
Ist ja in Wahrheit nichts anderes, ein Gefäß platzt oder geht zu und ein Teil
der Körperregion wird mit Sauerstoff nicht mehr versorgt.
Und da geht es darum, da geht es wirklich um den Zeitfaktor.
Also je länger ein essentieller Teil vom Körper, wie zum Beispiel der Herzmuskel
oder das Gehirn, nicht mit Sauerstoff versorgt ist, desto größer und dauerhafter die Spätfolgen. Und
Mit jeder Minute nimmt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 10% ab.
Das heißt, der durchschnittliche Notarzt-Eintreffzeitpunkt bei uns im Wiener
Wald ist ungefähr sieben Minuten derzeit.
Vor dem Notarzt-Schützpunkt war es ungefähr 20 Minuten. Da werden wir uns,
wenn nichts passiert, wahrscheinlich wieder hinbewegen. Also wir wissen, was kommt da auf uns zu.
Und was da auf uns zukommt, ist einerseits, für die Patienten bedeutet das,
dass sie mehr intensivmedizinische Betreuung brauchen.
Längere stationäre Aufenthalte, längere Reha, längere Therapien,
mehr Therapien, aber auch, dass wenn zum Beispiel ein Patient schwere neurologische Schäden hat,
dass er nicht mehr schlucken kann, dass er mit Sonde ernährt werden muss,
inkontinent wird, dass er einfach wirklich mit erheblichen Problemen wie Sekundärinfektionen
Und so weiter zu kämpfen hat.
Das bedeutet für das Gesundheitssystem sehr viel Mehrkosten,
also Pflegegeld, Wechseldruckmatratzen und so weiter und so fort.
Also da kann man jetzt wirklich viel aufzielen.
Konklusio für mich ist, im Gesundheitsbereich zu sparen, muss man sehr vorsichtig
machen, weil es einfach auch sehr viel Mehrkosten verursachen kann.
Die niederösterreichische Landesregierung
hat vor eineinhalb Jahren diesen Gesundheitspakt beschlossen.
Ich sage immer, es ist ein Sparpaket, aber eigentlich meine ich mittlerweile,
es wird uns sehr viel mehr kosten, als es bringen wird.
Und deswegen eine eindringliche Aufforderung an die Verantwortlichen,
das nochmal zu überdenken, weil bei der Gesundheit der Menschen soll man nicht sparen.
Zuletzt wurde noch Mag. Karl Schlögl, der ehemalige Bürgermeister von Purkersdorf,
welcher sich im Publikum unter den Zuhörern befand, auf die Bühne gebeten.
Er hat damals bei der Errichtung des Notarzt-Stützpunktes stark darum gekämpft,
dass dies umgesetzt werden konnte,
Und nun bat man ihn, seine Sicht der Dinge über die jetzige Situation darzulegen.
Ja, meine sehr geehrten Damen und Herren, es ist einerseits sehr schön, dass so viele da sind.
Es ist andererseits sehr traurig, dass sie da sein müssen, weil eigentlich sollte
das kein Thema sein, ob der Notarztstützpunkt in unserer Region erhalten bleibt oder nicht.
Ich halte es für eine Schande, dass wir darüber diskutieren müssen.
Ich kann mich noch sehr gut erinnern auf die Jahre in den 90er Jahren,
wo die Diskussion war, bekomme wir einen Notarztstützpunkt, ja oder nein.
Das war eine heftige Diskussion, eine sehr kontroversielle und wir haben uns
damals durchgesetzt. Es war ein Novum, dass es einen zusätzlichen Standort gibt,
noch dazu in einer Region, wo es kein Krankenhaus gibt.
Und wir haben es geschafft, dass zwei Rettungsorganisationen zusammengearbeitet haben, bis heute.
Das Samariterbund und das Rote Kreuz, die haben sich wöchentlich abgelöst und
haben das hervorragend gemacht.
Und an dieser Stelle auch Danke an die ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
dieser beiden Organisationen. Sie sind unverzichtbar.
Und wir haben das damals gemeinsam durchgesetzt und 2016 war schon der erste
Versuch da, dieses Notarzt-System bei uns abzuschaffen.
Das haben wir abwehren können und ich hoffe, das gelingt dieses Mal auch.
Weil man darf bei der Gesundheit nicht sparen und man muss alles tun,
dass die Sicherheit der Menschen in unserer Region gewährleistet ist.
Ich danke allen, die heute da sind und finde es großartig.
Die Kundgebung beendete dann die Bürgermeisterin Jasmin Klemmer-Schlögl mit einigen Dankesworten.
Es wurde ja jetzt schon sehr, sehr viel gedankt. Auch ich möchte mich bedanken
bei allen Rednerinnen und Rednern.
Ich hoffe sehr, dass auf der einen Seite unsere Veranstaltung heute hier etwas
dazu beiträgt, dass sich etwas ändert, aber auch, dass es noch so weitergeht,
dass wir viel Druck ausüben können, dass wir viel machen können,
dass wir hier eine gute Lösung finden.
Ich hoffe auch sehr, dass wir bald Ihnen hoffentlich eine Information bekommen
geben können und präsentieren können, dass sich etwas ändert,
dass unsere Notarztversorgung in Puckersdorf und in ganz Niede Österreich erhalten bleibt.
Ich hoffe sehr, wir sehen uns in der einen oder anderen Situation wieder,
hoffentlich nicht mehr so schnell, wenn es um den Notarzt geht,
aber danke, dass Sie alle gekommen sind und einen schönen Nachmittag noch.
Ich wollte für euch noch Interviews mit den Politikern direkt machen und bat
sie zu mir vor das Mikrofon.
Den Anfang machte der Landesrat Sven Hergowich von der SPÖ.
Ja, Sven Hergowich, wir haben jetzt von allen Rednern gehört,
wie wichtig natürlich der Notarzt hier in Purkersdorf ist.
Aber was wird jetzt sozusagen von politischer Seite Ihrerseits konkret passieren?
Wir greifen alle politischen, aber auch alle rechtlichen Möglichkeiten,
die wir haben, um den Notarztstandort in Purkersdorf abzusichern.
Denn im Gesundheitspakt ist verbindlich vereinbart worden, auch schriftlich,
dass keine Gesundheitseinrichtung geschlossen werden darf.
Bevor es nicht mindestens einen gleichwertigen Ersatz gibt. Und wer jetzt versucht,
ohne Ersatz die Notarztstandorte zu schließen, der bricht nicht nur diesen Pakt,
sondern der gefährdet die Gesundheit der Niederösterreicherinnen und Niederösterreicher.
Und das lasse ich ganz sicher nicht zu.
Es scheint ja für alle fast so, als ob das eine fixe Entscheidung schon wäre.
Wie stark sehen Sie die Chancen, dass das sozusagen nochmal aufgeschnürt wird?
Für die Bevölkerung sieht es ja aus, als ob das eigentlich eine fixe Sache ist.
Ich sehe die Chance sehr hoch. Doch ich glaube, dass es viel wahrscheinlicher
ist, dass der Notarzt bleibt, als dass er tatsächlich geschlossen wird.
Denn ich erlebe viel Rückhalt von allen politischen Fraktionen.
Kommen Menschen auf mich zu, auch ÖVP-Bürgermeister, FPÖ, Gemeinderäte,
Stadträte, die sagen, wir müssen unbedingt weitermachen, wir sollen hier dranbleiben.
Denn auch sie sind der Meinung, dass der Notarzt bleiben soll.
Das ist also kein Anliegen allein meiner Partei, sondern ein ganz breit getragenes.
Das freut mich auch sehr, denn Gesundheit sollte nie eine parteipolitische Frage
sein, da ist für Sie viel zu wichtig.
Und dieser breite Rückhalt gibt mir Kraft und ich gehe davon aus,
dass wir den Notarztstandort Purkersdorf tatsächlich erhalten werden.
Dann sage ich ganz herzlichen Dank.
Danke.
Als nächstes konnte ich Dr. Josef Baum vor das Mikrofon bitten.
Ja, Dr. Baum, Sie sind ja schon lange eine federführende Kraft für den Erhalt
des Notarztstützpunktes.
Die heutige Veranstaltung ist erfreulicherweise ja auch parteiübergreifend.
Was werden Ihre nächsten Schritte sein, um den Notarzt hier in Burkersdorf zu erhalten?
Einerseits haben wir noch eine Einladung zu einem Gesprächstermin für alle bedrohten
Standorte mit dem Landesrat Kassel.
Der wird demnächst sein am 22. vor der Landtagssitzung, jetzt in ein paar Tagen,
ist eine Pressekonferenz aller dieser bedrohten Standorte.
Ja, und dann schauen wir, ob es Fortschritte gibt und wenn es notwendig ist,
dann werden wir wahrscheinlich wieder nach St.
Pölten fahren und zeigen, dass das heute ein wichtiges Anliegen ist.
Und wie schon gesagt, ich glaube, desto näher der Landtagswahltermin kommt, desto
sensibler werden die Abgeordneten werden, dass ihre Wähler letztlich doch vertreten.
Und insofern bin ich eigentlich tatsächlich optimistisch. Und so wie die heutige
Grundgebung war, muss ich sagen, wir sind uns alle so einig und wir sind so klar.
Aber ich glaube, dass letztlich die Landespolitik das akzeptieren wird,
dass wir einen Erfolg haben werden.
Nachdem es ja eine überparteiliche Veranstaltung ist und auch wirklich alle
Parteien bekundet haben, wie wichtig hier der Notarzt in Purkersdorf ist,
inwieweit können Sie sagen, inwieweit gibt es da jetzt Zusammenarbeit von den Parteien?
Also im Gemeinderat haben alle Parteien für die Unterstützung des Komitees und
für die Aktionen hier gestimmt. Es ist sogar ein bisschen Geld in die Hand genommen worden.
Es ist natürlich so, das Engagement hat eine unterschiedliche Intensität, aber das ist halt so.
Also das Wichtige ist, dass wir gemeinsam sind und das ist in den meisten anderen
Standorten, zum Beispiel in Heimburg.
Also das sind wirklich auch die Parteien auf lokaler Ebene, die sozusagen in
der Landesregierung dann auch vertreten sind.
Also auf der lokalen Ebene durchaus anderer Meinung als das Land und daher bin
ich eben optimistisch, dass sie das irgendwie durchsetzt.
Und es gibt nur wenige Gemeinden, wo es sozusagen so ein Gehorsam gibt, obwohl alle sagen,
wir wollen nicht, dass sie erhalten wird, aber wir trauen uns halt nicht oder
wir trauen uns, den Kopf nicht so hinaushalten.
Aber es werden immer mehr, die den Kopf doch hinaustecken.
Auch die Klubobfrau der Grünen, Helga Grissmer, gab mir gerne ein Interview.
Ja, bei mir jetzt Helga Grisper, die Klubobfrau der Grünen.
Die heutige Veranstaltung Notarzt-Stützpunkt ist ja parteiübergreifend.
Wir haben gehört von allen Parteien, wie wichtig es ist, diesen Notarzt-Stützpunkt zu erhalten.
Wie werden Ihre nächsten politischen Schritte sein, um das umzusetzen?
Naja, es geht bei dem Punkt um zwei Dinge. Zum einen, wie Sie richtig sagen,
was passiert, also wie schaut die Zukunft aus?
Ich möchte aber nochmal kurz quasi in die Vergangenheit schauen,
als dieser Gesundheitsplan 2040+, wo eben,
das Aus 11 von 11 Notortstützpunkten drinnen ist und so eben auch hier im Purkersdorf,
haben die Grünen als einzige Partei im Landtag Nein gesagt.
Weil es geht nicht, dass man in Regionen zum einen rund um Wien,
also so wie Burkersdorf, und zum anderen an Entlegeneren wie Retz oder Weidhofen
an der Ips, dass man dort Notarztstützpunkte rausnimmt.
Und das haben wir so gesehen. So, wo stehen wir jetzt? Jetzt gibt es noch eine
Partei, die sagt, war keine gute Idee, nämlich die Sozialdemokratie.
Und jetzt geht es darum, dass wir noch mehr Bewegung hineinbekommen.
Es ist noch Zeit und je mehr Bürgerinnen und Bürger darum kämpfen,
würde ich meinen, in einer Demokratie soll sich das auch lohnen.
Und daher schauen wir, dass wir das zusammenbekommen, dass im Burkersdorf dieser
Notarztstützpunkt bleibt. Also ich bin dabei seit Anfang an und freut mich,
wenn wir wirklich über Parteigrenzen hinweg, und wir brauchen noch mehr,
dass wir das zusammenbringen.
Ich gehe davon aus, dass dieses Anliegen für fast alle Notarztstützpunkte gilt.
Das Programm würde ja vorsehen, von 35 Notarztstützpunkten in Niederösterreich
11 zu schließen. Purkersdorf ist einer davon.
Jetzt ist meine Frage auch, nachdem es ja scheint, es sozusagen sowieso eine
Einheit gibt über die Parteigrenzen hinweg, dürfte das doch eigentlich kein
Problem sein, dass das in Umsetzung kommt, oder?
Naja, Dinge, die schon beschlossen sind. Es gibt keine Mehrheit,
was soll ich Ihnen sagen?
Es gibt keine Mehrheit im Landtag und es gibt keine Mehrheit in der Landesregierung.
Mehr kann ich Ihnen nicht sagen. Wenn Schwarz-Blau nicht möchte,
wenn vielleicht auch die Sozialdemokratie am Anfang nicht gleich Ja gesagt hätte,
So, jetzt geht es halt darum, wie viel bringen die Bürgerinnen und Bürger in
dem Land zusammen und schieben an, dass bei schwarz-blauer Bewegung hineinkommt.
Ja, und noch sind wir nicht am Ende.
Auch Max Zierngast, der Landessprecher der KPÖ in Niederösterreich und Gemeinderat
in St. Pölten, hat sich meinen Fragen gestellt.
Sie sind heute zu uns gekommen nach Purkersdorf, um bei der parteiübergreifenden
Aktion erhalten der Notarztstützpunkte sozusagen hier auch Unterstützung zu geben.
Ich gehe davon aus, Ihnen ist es natürlich ein Anliegen, alle elf Notarztstützpunkte
in Niederösterreich, die geplant sind zu schließen, sozusagen nicht zu schließen.
Richtig, ganz genau. Also die Notarztstützpunkte einerseits,
aber andererseits auch ganz wichtig, dass Landeskündigung münd und in Mistelbach
gibt es jetzt ja eh schon eine Zusage, quasi mündliche Art, dass das Schwerpunkt
Krankenhaus erhalten bleibt, aber sozusagen den Beschluss dazu braucht es auch noch.
Und wir setzen uns dafür ein, dass sozusagen nichts geschlossen wird und die
Gesundheitsinfrastruktur in Niederösterreich erhalten bleibt.
Wie werden da Ihre politische oder von Ihrer Partei, wie werden da Ihre politischen
Schritte sein, um das zu verhindern?
Also was wir von Anfang an machen, wir sind keine Landtagspartei,
aber wir sind seit letztem Jahr, also seit die Gesundheitsproteste in Niederösterreich
begonnen haben, eigentlich dabei an der Seite der Bürgerinnen und Bürger,
die sich für den Erhalt der Notarztützpunkte und der Krankenhäuser einsetzen in ihrer Region.
Wir unterstützen das. Wir waren immer dabei, stellen sozusagen auch unsere Arbeitskraft
und unsere Expertise zur Verfügung, um die Bürgerinnen und Bürger zu unterstützen,
dabei für ihre Gesundheitsinfrastruktur zu kämpfen. Und das werden wir genauso auch weitermachen.
Und ich glaube auch, dass es durchaus noch eine gute Chance gibt,
dass wir vielleicht verhindern können, dass das Schlimmste passiert.
Nachdem ja das, wie schon gesagt, eine parteiübergreifende Veranstaltung ist
und das ein Anliegen von fast allen Fraktionen ist, wie sieht da die Zusammenarbeit
aus oder die Kommunikation zwischen den Parteien?
Ich glaube, es ist ganz, ganz wichtig, dass die Parteien eben und vor allem
die Parteien, die das unterstützen, was die Bürgerinnen und Bürger fordern,
sie nicht irgendwie gegenseitig bekämpfen, sondern wirklich sie sozusagen hinter
die Menschen stellen, die für ihre Gesundheitsinfrastruktur kämpfen.
Und mit allen, die das wollen und tun, das ist ja regional, du hast auch die ÖVP oder die FPÖ,
sind wir natürlich auch gern bereit zusammenzuarbeiten, weil es geht um die
Sache, es geht darum, dass die Gesundheitsinfrastruktur erhalten bleibt,
die Notausstußpunkte erhalten bleiben und es geht da nicht um Parteien, nie kack.
Herzlichen Dank.
Ich danke.
Zu guter Letzt habe ich nochmals Mag. Karl Schlögl vor das Mikrofon gebeten,
der, wie berichtet, ein Initiator des Notarztstützpunktes in Purkersdorf war
und wollte nochmal seine persönliche Meinung hören.
Wir haben das jetzt eh gehört, wie wichtig der Notarzt in Purkersdorf ist.
Wie fühlst du dich jetzt eigentlich über diese Diskussion?
Ich finde es schade und traurig, dass wir über den Notarztstützpunkt in Purkersdorf
und in dieser Region reden müssen.
Ich glaube, dass es ein großer Fehler ist, wenn dieser Posten eingespart werden würde.
Man muss alles daran setzen, die Gesundheit in unserer Region zu sichern und
dafür brauchen wir einen Notarztstützpunkt.
Gibt es irgendetwas, wo du auch der Bevölkerung sagen würdest,
was soll man jetzt noch tun, damit man diesen Notarztstützpunkt erhalten kann?
Ja, alles daran setzen, die Kräfte zu unterstützen, die dafür sind,
dass er erhalten bleibt und auch alternative Möglichkeiten suchen.
Beispielsweise eine Zusammenarbeit mit der Stadt Wien, dass man sich einen Notarztstützpunkt
für diese Region, 14. Bezirk, Purkersdorf, vielleicht auch teilt.
Man muss halt Fantasien entwickeln.
Ja, liebe Hörerinnen und Hörer, das waren abschließend noch die Statements der
Politikerinnen und Politikern.
Ich hoffe, euch hat die Zusammenfassung der Kundgebung gefallen und euch auch
Informationen gebracht und sage wie immer, danke fürs Zuhören und ciao,
bis zur nächsten Episode.
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