Hallo Purkersdorf

Der Talk über Menschen und Themen

Purkersdorf GESTERN & HEUTE_Teil 2

1914 bis 1938

21.01.2026 45 min

Zusammenfassung & Show Notes

HALLO PURKERSDORF – der Podcast, der Geschichte lebendig macht. 

Was bleibt von Kriegsbegeisterung, wenn Hunger, Krankheit und politische Gewalt Einzug halten? Wir reisen heute zurück in eine der turbulentesten Phasen Purkersdorfs: von den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs 1914 bis zum Jahr 1938, als der Ort seine Selbstständigkeit verlor und Teil Wiens wurde. 

Zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Monarchie ohne offizielles Ende, Heimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft und bewaffneten Konflikten, entfaltet sich ein Kapitel, das Purkersdorf nachhaltig geprägt hat. Persönliche Verbindungen zur großen Politik, der Austrofaschismus – und ein historischer Moment, als Hitler im offenen Wagen durch den Ort fuhr. 

Eine Episode über Umbrüche, Brüche und Entscheidungen, deren Nachhall bis heute spürbar ist. 
Jetzt reinhören – HALLO PURKERSDORF.

HALLO PURKERSDORF
Der Talk über Menschen und Themen in und um Purkersdorf


🎙️ HALLO PURKERSDORF
Purkersdorf – Gestern & Heute (Teil 2): 1914–1938

Diese Episode führt uns mitten hinein in eine der dramatischsten und prägendsten Epochen der Purkersdorfer Geschichte. Vom Ausbruch des Ersten Weltkriegs bis zur Eingemeindung nach Wien 1938 erleben wir eine Zeit voller Umbrüche, Unsicherheiten – aber auch erstaunlicher persönlicher Geschichten.

Was 1914 mit patriotischer Euphorie begann, wandelte sich rasch in eine harte Realität: Hunger, wirtschaftlicher Niedergang, soziale Spannungen und die verheerenden Folgen der Spanischen Grippe bestimmten den Alltag der Bevölkerung. Viele Männer kehrten erst Jahre nach Kriegsende aus der Gefangenschaft zurück – in eine Welt, die sich grundlegend verändert hatte.

Auch politisch blieb kaum ein Stein auf dem anderen. Eine Monarchie ohne offizielles Ende, bewaffnete Auseinandersetzungen in den Straßen, der Austrofaschismus und persönliche Verbindungen Purkersdorfer Akteure zur großen Bundespolitik prägen diese Jahre. Ein besonders eindrücklicher Moment: der Durchzug Adolf Hitlers im offenen Wagen durch Purkersdorf.
Diese Folge zeigt eindrucksvoll, wie Weltgeschichte direkt vor der eigenen Haustür stattfand – und wie sehr sie das Leben in Purkersdorf beeinflusste.

📌 Themen dieser Episode:
  • Kriegsbeginn 1914 und anfängliche Begeisterung
  • Hunger, Wirtschaftskrise und die Spanische Grippe
  • Heimkehr von Kriegsgefangenen Jahre nach Kriegsende
  • Politische Wirren der Zwischenkriegszeit
  • Bewaffnete Konflikte und gesellschaftliche Spannungen
  • Persönliche Beziehungen zur Bundespolitik
  • Austrofaschismus und der historische Durchzug Hitlers
  • 1938: Das Ende der Selbstständigkeit Purkersdorfs
🎧 Reinhören lohnt sich – für alle, die verstehen wollen, wie Geschichte einen Ort formt.
HALLO PURKERSDORF – Geschichte hören, Heimat verstehen.


Die HALLO PURKERSDORF Blog Beiträge zu allen Episoden kannst du unter  hallo-purkersdorf.blog nachlesen.

Info
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Transkript

Hallo Purkersdorf, der Podcast, der Geschichte lebendig macht. Was bleibt von Kriegsbegeisterung, wenn Hunger, Krankheit und politische Gewalt Einzug halten? Wir reisen heute zurück in eine der turbulentesten Phasen Purkersdorfs, von den ersten Tagen des Ersten Weltkriegs 1914 bis zum Jahr 1938, als der Ort seine Selbstständigkeit verlor und ein Teil Wiens wurde. Zwischen Hoffnung und Verzweiflung, Monarchie ohne offizielles Ende, Heimkehrern aus der Kriegsgefangenschaft und bewaffneten Konflikten, entfaltet sich ein Kapitel, das Purkersdorf nachhaltig geprägt hat. Persönliche Verbindung zur großen Politik, der Austrofaschismus und ein historischer Moment, als Hitler im offenen Wagen durch den Ort fuhr. Eine Episode über Umbrüche, Brüche und Entscheidungen, deren Nachhall bis heute spürbar ist. All das hört ihr in dieser Episode. Ja, liebe Podcast-Community, herzlich willkommen beim zweiten Teil unserer Serie Purkersdorf gestern und heute, wo wir die Geschichte von Purkersdorf hinterfragen und erfahren. Und es freut mich natürlich sehr, wie schon angekündigt, hier auch wieder den Gast Dr. Christian Matzger zu haben. Servus Christian. Servus Michi. Ja, zweiter Teil. Wir behandeln heute die Zeit ungefähr von 1914 bis 1938 in Purkersdorf. Ja, gehen wir gleich einmal. Leider in eine sehr dunkle Zeit. 1914, Beginn des Ersten Weltkriegs. Da gab es ja zum Beispiel in Purkersdorf viele freiwillige Meldungen auch zum Militär. Ja, so wie in ganz Österreich war die Kriegsbegeisterung groß. Auch in Purkersdorf. Es wurde auch immer erzählt von meiner Großmutter, dass die jungen Männer sich gemeldet haben und einige davon gleich einige Wochen später tot waren. Also die Menschen sind zum Militär gegangen, beziehungsweise in Österreich muss man eines sagen, gab es hier eine Wehrpflicht, die insgesamt zwölf Jahre gedauert hat. Da waren drei Jahre Präsenzzeit und dann waren sechs Jahre Reservisten da, und dann noch drei Jahre Landsturm. Und erst nach zwölf Jahren war die Wehrpflicht daraus. Das heißt, es gab eine große Zahl Männer, die im Reservestand waren und dann 1914 dann relativ schnell auch in den Aktivstand gegangen sind. Aber wie du richtig gesagt hast, es gab eine große Kriegsbegeisterung eigentlich 1914 in Österreich, oder überhaupt auch in den umliegenden Ländern. In ganz Europa sind die jungen Menschen, besonders die jungen Männer, mit Begeisterung quasi in den Tod gezogen. Warum können wir uns bis heute nicht ganz so erklären, außer dass man halt so quasi den Krieg verwechselt hat mit Abenteuer und Bergsteigen und Fahrtfinderspielen und die, denke ich, die moderne damalige Waffentechnologie. Nicht wirklich erkannt hat und man verhaftet war, in Kriegsvorstellungen vielleicht, die antiquiert waren, dass das in zwei Tagen vorbei ist, kostet zwar viel Leben. Aber sodass das dann so Ausmaße annimmt, ich denke, das war nicht im Bewusstsein. Ja, es war dann eben die erste moderne Krieg, der wirklich schrecklich war. In Purkersdorf hast du mir ja auch erzählt, zum Beispiel die Schule war ein Lazarett. Ja, die ganze Schule wurde als Lazarett benutzt. Es waren viele Verwundete, wie wir aus den Verwundeten Geschichten wissen. Und die wurden dann in unterschiedlichsten Orten in Notlazarette eingekwartiert. Und es gab auch in Purkersdorf Todesfälle von diesen Menschen, die ja dann gestorben sind. Es gibt auch am Friedhof ein eigenes Grab, wo... Gestorbene Soldaten, die quasi als Verwundene nach Purkersdorf gekommen sind, begraben wurden. Und im Deutschwald gab es dann auch noch Kriegsgefangenenlager? Ja, das war da, wenn man vom Kastras Klugmeier weiterrichtet, bei uns dann geht auf der rechten Seite, das war das Kastras Wachstelze und dort war ein Kriegsgefangenenlager im Ersten Wildkrieg. Die Gemeinde wurde natürlich, wie andere Gemeinden auch, damals gezwungen, Kriegsanleihen zu kaufen, was natürlich für die Gemeindekasse nicht besonders förderlich war. Ja, der Staat hat Geld gebraucht zum Krieg führen und man hat also Kriegsanleihen aufgelegt. Das heißt, die Bevölkerung hat also dem Staat Kredit gegeben und die einzelnen Gemeinden wurden von der Landesregierung Niederösterreich und in anderen Kronländern wahrscheinlich genauso aufgefordert, eben Kriegsanleihen zu zeichnen. Das heißt, man musste dann Schulden machen, man musste bei der Bank Kredite aufnehmen, um das zu tun, um den Krieg zu finanzieren. Das kann man sich vorstellen, wenn der Krieg verloren geht, die Schulden bleiben stehen, die Banken gibt es weiterhin und dann kann man schon sehen, welche Probleme dann quasi nach dem Krieg in der Nachkriegszeit in der Ersten Republik dann passiert. Was Interessantes gab es auch, es gab sowas wie Wehrschilder. Ja, auch die einzelnen Menschen mussten spenden oder mussten, konnten, wollten. Die Kriegsbegeisterung war da und man hat zum Beispiel das Wappen von Purkersdorf genommen und hat gesagt, man schlägt Nägel ein, macht das ganze Wappen aus Nägel und jeder Nagel kostet eine bestimmte Summe und wenn man das Geld zusammengebracht hat für eine bestimmte Menge, dann hat man wiederum... Quasi Kriegsanleihen zeichnen können. Und dann auch Privatorganisationen haben das gemacht. Der Mänakor Purkersdorf hat ein Wehrschild gemacht, die Gemeinde hat das gemacht. Im Museum kann man das auch besichtigen. Also in welcher Begeisterung hier Nägel eingeschlagen wurden, um den Krieg zu finanzieren. Also das ist sozusagen dann ein Wappen, das wie ein Mosaik aussieht. Ja, genau. Als Kind haben wir so Plastikstecknadeln gehabt, wo man Bilder ausstecken konnte. Man muss sich das vorstellen als Nägel und Eisen. So ähnlich wie der Stock im Eisen in Wien, nur der ist halt kein... Der hat sich da so einen anderen gekriegt. Vielleicht haben wir die Anleitwert genommen, möglicherweise. Keine Ahnung. Aber du hast das eh schon gesagt, eines dieser Wehrschilder kann man hier im Stadtmuseum Purkersdorf besichtigen. Ja, das von der Gemeinde gibt es auch, das steht im Depot, das ist riesengroß, ist aber nicht zur Gänze ausgenagelt worden. Anscheinend hat dann das Geld oder die Begeisterung angenommen. Aber das kleinere vom Männerchor, das ist ausgenagelt, das hängt im Museum gleich im Eingangsbereich, da dürften also die sangesfreudigen Männer, die nicht im Krieg waren, dürften mit Begeisterung Nägel eingeschlagen haben und gespendet haben. Aber es hat ja nicht allzu lange natürlich auch in Purkersdorf gedauert, bis hier natürlich auch der Hunger an der Bevölkerung sehr groß wurde. Naja, es gab ja die Blockade, das heißt, der Kontinent war blockiert, die Nachschubmöglichkeiten mit Lebensmitteln waren gering, die Mittelmächte, also Österreich und Deutschland, hatten massive Versorgungsprobleme, In Wien hat man Hungersituationen, wie man es später noch aus den Entwicklungsländern kennt, wie wir es vielleicht vom Fernsehen als Kinder kennen, aus Nigeria. Und solche Zustände waren hier und es wurden sogar Getreideschiffe, die auf der Donau heraufgekommen sind aus der Ukraine, die ja Teilen aus Rumänien, die ja Österreichs verbündete auch waren. Das von hier beschlagnahmt wurde und das Getreide bei der Wiener Bevölkerung verwendet wurde, was eigentlich für Deutschland vorgesehen war. Also die Menschen haben gehungert, man hat Probleme gehabt und das schlägt sich durch bis in jeden kleinen Ort damals. Mit natürlich auch dieser Austeilung von Lebensmittelmarken und so weiter. Das war das erste Mal, dass in der Geschichte für die gesamte Bevölkerung Lebensmittelmarken ausgegeben wurden und man nur mit diesen Marken dann bestimmte Waren wie Fleisch oder Mehl oder Butter beziehen konnte. Vor dem Ersten Weltkrieg war ja Purkersdorf, und das haben wir eh auch im ersten Teil besprochen, natürlich touristisch begehrt und es gab sozusagen hier eine Zweiklassengesellschaft, Begüterte und Arbeiter, aber all das ist natürlich im Ersten Weltkrieg dann zusammengebrochen. Ja, da ist dann Schluss mit lustig. Also quasi diese sommerfrische Gesellschaft, die hier bei Konzerten und Sommervergnügungen, Kirtag etc. Sich getroffen hat, spazieren gegangen ist, gefeiert hat, getanzt hat, das ist vorbei, das ist aus. Die Aussichtswarten, die ja sehr beliebt waren, ich sage jetzt nur Tropaquart, da ist ja eine in der Gegend und viele andere auch, wie am Jochgrabenberg war ja auch eine, die wurden gesperrt aus Spionagegründen, weil man kann ja von oben, es gab ja noch keine Luftaufklärung am Anfang des Krieges. Von oben alles beobachten, die wurden gesperrt, da durfte ich nicht mehr hin. Das heißt also, der Krieg dominiert also die ganze Situation und quasi die Sommerfrischler sind weg und vielleicht kommen maximal Leute aus Wien, die dann später Brennholz sammeln. Das ist dann am Ende des Krieges der Fall. Wo man herausfährt, um Holz zu sammeln, um sich zu versorgen in der Stadt oder vielleicht auch Schwammerl suchen zu gehen, um was zum Essen zu haben. Also quasi diese Sommerspaßgesellschaft, die ist vorbei. Das ist dann quasi in Purkersdorf zu Ende gegangen. Mit dem Ende des Ersten Weltkrieges war es natürlich auch so, dass die ganzen Kassen natürlich auch leer waren. Die Wirtschaft war zusammengebrochen, Geld gab es keines mehr. Und eigentlich ist man dann ja natürlich auch ziemlich schnell in die Zeit geschlittert nach einer spanischen Grippe. Wie weit hat das Purkersdorf betroffen oder weiß man da was? Ja, Purkersdorf war betroffen, es war die Schule gesperrt, es war quasi wie ein kleiner Lockdown. Die Schule war zu, Ende des Krieges, 18. Es hat hier grassiert, genauso wie in Wien, wobei die Chronik schreibt nicht von vielen, vielen Todesfällen. Wir haben da weniger Infos, aber es muss ein Thema gewesen sein, denn ja, die Schule ist zu gewesen. Also in den Zeitungen wird es auch thematisiert in der damaligen Zeit. Es ist ein Thema, ja. Das hängt an, wir haben mit dem Gesundheitszusammenhang vom Hunger gesprochen, die Leute waren unterernährt. Wir hatten wenig Abwehrkräfte und dadurch auch die Krippe nicht stärker sich umgetrieben hat und um sich gegriffen hat. Gibt es von Zeitungen oder Aufzeichnungen irgendwas noch im Stadtmuseum? Das muss ich aus dieser Zeit auch entscheiden kann. Also Zeitungsberichte oder so gibt es nicht im Stadtmuseum? Eher weniger, aber Zeitungsberichte gibt es in der Nationalbibliothek in Wien und in dem digitalen Archiv. Das heißt Anno, da kann man online rein, da kann man fast alle Zeitungen mittlerweile lesen, weil man Lust hat, also von Innsbrucker Zeitungen über Zeitungen aus Marburg, aus Lemberg, aus Wien. Der Wiener Waldbote ist auch online, also wenn man sich informieren möchte über die wöchentlichen Berichte der damaligen Lokalzeitung, der Wiener Waldbote, da kann man heute schön lesen drinnen. Was ist das für Internetseite? Man geht auf onb.ac.at, das ist die österreichische Nationalbibliothek, und dann geht man auf den digitalen Lesesaal und dann heißt das Anno. Dann kommt man zu den Zeitungen und kann nach Jahrgängen, beziehungsweise nach Jahreszahl, beziehungsweise nach Titel suchen. Für mich war wahnsinnig interessant, was du in unserem Vorgespräch gesagt hast, dass es einen total politischen, luftleeren Raum gab und dass eigentlich die Monarchie offiziell nie aufgelöst wurde. Ja, man muss sich das am Ende des Krieges so vorstellen, dass da, ich sage jetzt einmal, so salopp ein bisschen durcheinander war in jeder Hinsicht. Die Front ist am Zusammenbrechen. Die tschechoslowakische Republik erklärt sich am 28. Oktober für selbstständig. Das heißt, die Tschechen fahren nach Hause von der Front teilweise schon, die Soldaten. Also das zerfällt, das beginnt zu zerfallen. Und in Wien tagt dann ab Ende Oktober eine provisorische Nationalversammlung im Landhaus in der Herrenkasse. Weil ja im Parlament der Reichsrat sitzt. Und diese provisorische Nationalversammlung gibt sich auch eine eigene Verfassung für Deutschösterreich, in der sämtliche deutschsprachigen Gebiete der österreichischen Reichshälfte inkludiert sind. Also das heutige Südtirol und große Teile des heutigen Sloweniens, Teile der heutigen Tschechischen Republik. und man geht davon aus, dass dieses Deutsch-Österreich, wie das benannt wird, bestehen bleibt. Und erst am 12. November kann dann diese provisorische Nationalversammlung übersiedeln ins Parlament, weil der Reichsrat sich vertagt und nach Hause geht. Das heißt, formalrechtlich ist die Monarchie eigentlich immer noch existent. Wenn die Menschen noch leben würden, die sich vertagt haben, könnten sie zusammentreten. Die haben sie praktisch bis heute vertagt. Genau. Und der Kaiser hat ja nie verzichtet auf seinen Thron. Die Verzichtserklärung wurde ja nicht ausgesprochen von Kaiser Karl und seiner Frau. Und verzichtet hat er nur seinen Sohn, der Otto, in den 60er Jahren, aber seine Brüder nicht. Also theoretisch gäbe es noch Nachkommen des Kaisers, die nicht auf den Thron verzichtet haben. Und wenn sich der Reichsrat wieder zusammenschließt, dann müsste Verfassungsjuristen fragen, was das nach sich ziehen könnte. Aber dann am 12. November wird dann die Republik Deutsch-Österreich ausgerufen. Und da ist ein Wirbel, ein Tumult in Wien. Es gibt gleich vier Tote mit Schießereien vor der Rampe des Parlaments. Der Krieg ist am 11. November offiziell aus. Die Leute kommen von der Front nach Hause oder nicht. Viele sind weg, auch Purkersdorfer sind unterwegs. Es gibt ja einen Fall, dass Franz Wohlmuth, der Vater des Wohlmuthans, der war in Russland. Und war in Kriegsgefangenschaft ab 1916. Und dann kommt die russische Revolution und der russische Bürgerkrieg und alles das, was dann nach Sicht zieht in der frühen Sowjetunion. Und der kommt relativ spät, erst Anfang der 20er Jahre, zu Fuß aus Sibirien zurück durch diese ganzen Viren. Mein Großvater, der war in Pula in der Festungsatilie, der hat immer erzählt. Und da war der Krieg aus und haben sich einen Zug gesucht, der sich heimbringt. Das war dann irgendwann im Frühjahr, also im Winter 2019, ist er nach Hause gekommen. und auf den großen Bahnhöfen gab es Waffenabgabestellen, weil die sind einfach nach Hause gefahren mit dem Gewehr unterbohren. Das kann man sich gar nicht vorstellen. Und die mussten oder sollten ihre Waffen abgeben und haben dann Entlassungsscheine bekommen von der Armee. Ich habe das von meinem Großvater auch noch zu Hause. Da hat er einen Zettel aus Februar 2019 von der Stiefzkaseine, das auch heimgeschickt wurde. Man muss sich vorstellen, es gab ja in keinem Land irgendeine Struktur. Das war alles freifliegend. In Auflösung. so was Jugoslawien zerfallen ist, so ähnlich, und der Krieg ist ja bei uns nicht wirklich aus, sondern in Kärnten gibt es einen Abwehrkampf, das heißt, da marschieren ja Truppen des südslawischen Staates, des sogenannten SAS-Staates ein. Das frühere Königreich Serbien, das sich dann zu dem neuen Königreich entwickelt, Jugoslawien dann, und da marschieren ja Truppen in Kärnten ein, und da gibt es dann Leute in Kärnten, die sich dagegen wehren, das nennt man Kärnten Abwehrkampf. Die Landesregierung sitzt im Spital an der Trauer, weil Klogenfurt besetzt ist von jugoslawischen Truppen und der Kampf geht weit hinein bis ins Frühjahr 1919. Also dass der Krieg gleich aus ist am 11. stimmt ja nicht. Es gibt ja auch einen Krieg zwischen Ungarn und der Tschechoslowakei dann und es gibt den Bürgerkrieg in Russland, es gibt einen Krieg zwischen Rumänien und Ungarn, also es geht rund. Es haben am Ende alle noch versucht sozusagen Vorteile für sich zu lukrieren. Wenn es schon keine Struktur gibt, Und dann nehmen wir es einmal hart, dann schaue ich, dass ich noch gebiete. Die griechische Armee marschiert in die Türkei. Es gibt ja dieses kleine anatolische Abenteuer, kleine asiatische Abenteuer der britischen Armee, die versuchen da die Türkei zu erobern. Und dann hat der Türkei gekämpft er dagegen. Und dann gibt es einen neuen Friedensvertrag und die Vertreibung der Griechen und der Türken. Es ist quasi nicht wirklich aus am 11., wie es uns immer so erzählt wurde. Das stimmt überhaupt nicht. Es ist ein Krieg führen über das Ende des Ersten Weltkrieges hinaus. Eben auch auf österreichischem Boden, in Kärnten zum Beispiel. Und die italienische Armee sitzt ja in Nordtirol. Die marschiert ja nicht nur in Südtirol ein, sondern auch über den Brenner und besetzt Nordtirol. Also das ist eine ziemliche Situation eines Vakums einerseits. Und einer noch nicht geklärten Situation, wie zum Beispiel auch das heutige Burgenland, das ist ja Westungarn. Das kommt erst durch den Friedensvertrag von Sajemai im Sommer 1919, 2019 vertraglich quasi in Österreich wird erst umgesetzt, 1921, also auch da ist noch nichts. Also Österreich gibt es eigentlich zu dem Zeitpunkt, ich meine, an bestimmten Stellen gibt es das, an bestimmten nicht. Da sind wir eh gleich beim Jahr 1919. Wichtiger Punkt, das Frauenwahlrecht wurde eingeführt. Das war eine der ersten wichtigen Handlungen dieser provisorischen Nationalversammlung, die da tagt und die führt das allgemeine Wahlrecht für Männer und Frauen ein. Für Männer war es ja schon, 1907 auf Reichsebene eingeführt worden. Aber jetzt wird es eingeführt für Männer und Frauen auf allen Ebenen. Also Bund, Land, Gemeinden. Und vor allem jetzt zählt dann auch jede Stimme gleich. Ja, dass alle Stimmen gleich zählen. Die Männerstimmen es gegeben hat, das war auf der Reichsratsebene ab 1907. Auf den unteren Ebenen nicht. Da gab es eben noch dieses Kurienwahlrecht bis zum Ersten Weltkrieg. Aber jetzt ab 1919 ist quasi eine Stimme, eine Person, ein Mann, ein Mensch, eine Stimme, eine Frau, eine Stimme. Und es gibt also dann Und schon im Februar 1919 die Wahl zur konstituierenden Nationalversammlung und dann eben in Folge die Gemeinderats- und Landtagswahlen im Mai 1919, wo es ja gewählt wurde, erstmals mit Frauen. Genau, und hier haben wir jetzt die Situation, Wien und Niederösterreich bilden ein Bundesland, sind noch nicht getrennt, also es sind keine zwei Bundesländer. Hier ist es jetzt auch politisch interessant, zu dieser Zeit gab es dann einen sozialdemokratischen Landeshauptmann, einen sozialdemokratischen Bürgermeister in Wien und einen sozialdemokratischen Bürgermeister in Purkersdorf. Genau. Also das Interessante ist, dass etwas passiert ist, was sich wahrscheinlich christlich-sozial denkende Menschen oder konservativ denkende Menschen nicht zu träumen gewagt haben, dass es quasi eine revolutionäre Situation gibt, dass also alles sozialdemokratisch hier im Osten Österreichs wird. Niederösterreich ist ein sehr stark industrialisiertes Land. Das ganze südliche Niederösterreich, das Dreisental, die Eisenwurzen. Also es gibt ja relativ sehr starke sozialdemokratisch geprägte Regionen. Und gemeinsam mit Wien wird bei der Landtagswahl dann eine sozialdemokratische Mehrheit gewählt. Also weil die Wiener Bevölkerung bei der Niederösterreichischen Landtagswahl, also damals die Niederösterreichischen Landtagswahl, also wahlberechtigt gewesen ist. Und es entsteht auf einmal die Situation, dass in Wien ein sozialdemokratischer Bürgermeister kommt mit fast einer Zweidrittelmehrheit, nicht ganz, so 60 Prozent und eine Mehrheit im Landtag entsteht. Und das in Purkersdorf eben auch, das ist ein spezieller Fall hier, auch da wird ein sozialdemokratischer Bürgermeister, ein Gemeinderat gewählt und jetzt ist auf einmal ganz Niederösterreich sozialdemokratisch dominiert und das macht vielen Menschen Bauchweh. Ja, das kommt natürlich daraus, dass Wien durch seine Bevölkerungsdichte hier natürlich den Einfluss, und da es nur ein Bundesland ist, keine zwei, dass Wien durch seine Bevölkerungsdichte hier natürlich dann den Überhang gewinnt und dadurch eben diese ganzen Lebenser sozialdemokratisch werden. In Niederösterreich gesamt mit Wien hat die Sozialdemokratie an die 49%. Und in Wien eben, ich glaube, 58 Prozent oder 57 Prozent. Und da gibt es dann so Zeitungsartikel, die kann man lesen, in Waldvierter-Lokalblättern, dass das nicht möglich ist. Und was denkt sich denn die Welt, wenn da quasi alles schon fast kommunistisch und sozialistisch ist und man hat ja kein Vertrauen mehr? Wie soll man da seine Ware weiterverkaufen oder seine landwirtschaftlichen Produkte, wenn da quasi solche Zustände sind? Man muss dazu sagen, dass es ja rundherum solche Entwicklungen, nicht so auf der demokratischen Ebene wie bei uns da gegeben hat, sondern es gab ja zum Beispiel eine Räterepublik in Bayern kurze Zeit, wo so quasi sowas eingeführt werden sollte wie in der Sowjetunion. Das gab es auch in Ungarn. Also man träumte da quasi von einer roten Linie von München bis Budapest über Wien und im Osten Österreichs ist das aber quasi auf einer demokratischen Basis mit Wahlen passiert, was bei den anderen so nicht gewesen ist. Aber es sind ja keine kommunistischen Mehrheiten, sondern sozialdemokratisch. Man muss immer dazu sagen, Sozialdemokratie hat eigentlich ja immer das demokratische Element in sich gehabt. Aber trotzdem kam es natürlich, oder wahrscheinlich hauptsächlich auch wegen diesen politischen Entwicklungen, kam es ja dann auch zum Scheidungsvertrag zwischen Wien und Niederösterreich. Ja, das ist eine ganz lustige Bezeichnung. Es heißt Trennungsgesetz. Es ist so passiert, dass eben dieser Unmut da war, besonders bei Menschen, die christlich-sozial orientiert gewesen sind. Und da wird dann eine neue Verfassung wieder gemacht im Jahr 1920. Also die provisorische Verfassung, die es gegeben hat, die verschwindet dann wieder. Und aufgrund des Friedensvertrages von 1919 entsteht dann quasi auch ein neues Staatsgebiet, das auch rechtlich abgesichert wird und damit eine neue Verfassung entwickelt. Der Hans Kelsen, der mir eben der Professor, schreibt die ja offen mit seinen Leuten und die geht eigentlich in Kraft im November 1920. Und da steht drinnen, dass Niederösterreich und Wien, wenn man das will. Sich trennen können und Wien zu einem eigenen Bundesland werden kann. Das steht 1920 in der Verfassung und sobald das drinnen gestanden ist. Beginnt man dann im Landtag von Niederösterreich, im Landhaus, zwei Kurien zu fahren. Eine Niederösterreich-Stadt, das ist Wien, und Niederösterreich-Land ohne Wien hat man auch sofort im Frühjahr 1921 Neuwahlen im Land ohne Wien und erreicht dann dort eine christlich-soziale Mehrheit. Und auf einmal gibt es einen Landtag mit christlich-sozialer Mehrheit ohne Wien und Wiener Vertreter, die da auch noch irgendwo mitreden dürfen. Und dann kommt eben das, was vorgegeben ist, wenn man gemeinsam das beschließt, dann kann man den Trennung durchführen. Und das passiert am, Also Ende des Jahres 2021, kurz vor Silvesta, gibt es eine Landtagssitzung im Land und eine Gemeinderatssitzung im Rathaus in Wien. Und die beschließen das gleichlautende Gesetz gleichzeitig über die Trennung von Wien und Niederösterreich. Und das liest sich, wie du sagst, wie ein Scheidungsvertrag, wo genau drinnen steht, wer was bekommt, wer was nicht bekommt. Und das betritt in Kraft am 1. Jänner 2022. Und da gibt es ein neues Bundesland, nämlich das Bundesland Wien. Ja, und ab diesem Zeitpunkt, ich meine, Purkersdorf war schon immer in Niederösterreich, aber zu diesem Zeitpunkt ist es natürlich auch in Niederösterreich geblieben. Also Wien, es gibt jetzt nachher das Bundesland Wien und das Bundesland Niederösterreich. Und in Purkersdorf gibt es aber weiterhin bis zum Jahr 1934 die Mehrheit der Sozialdemokraten, fast 60 Prozent. Und die haben aber auch sehr viele soziale Projekte in Purkersdorf umgesetzt. Was haben wir da so? Geburtenberatung, Kinderfreunde, Naturfreunde, Bau von Gemeindewohnungen in Holzparagnen und solche. Ja, parallel zu dem, wie viele ja kennen, des Rotes, Roten Wiens, wo in Wien ja sehr viel entsteht von Gemeindeprauten etc., Kinderbetreuung usw. Frauenförderung gibt es dann quasi im Kleinen ein kleines rotes Purkersdorf mit sehr vielen sozialen Ideen. Zum Beispiel gab es eine eigene Kohlenabgabestelle, wo man die hohen Kosten für Kohle, also Energiepreise, unterlaufen hat, wo man die Marktpreise unterlaufen hat und es billiger abgegeben hat. Man kennt das vielleicht jetzt mit einem Energiebonus und Strombons, aber es gab eine eigene Geburtenberatungsstelle für Frauen, wo man mehr Frauen beraten hat, wie man so quasi verhütet, Geburten verhindert. Es gab also sehr viele Sozialeinrichtungen, wie zum Beispiel Mutterberatung auch. Allerdings auch in den Schulen. Man hat die Schulhefte, so wie in Wien, in der Volksschule zur Verfügung gestellt, um den armen Kindern quasi von Leuten, die das nicht leisten konnten, sozial schwach, dass sie Schulhefte haben. Auch das ist in Purkersdorf passiert. Und es gründen sich einige sozialdemokratische Organisationen, zum Beispiel Naturfreunde, ich glaube, 23 Kinderfreunde, die dann massiv aktiv werden. Kinderfreunde machen Sommer, Sommerbetreuung an, Ortbetreuung an etc. Und die Naturfreunde gehen halt wandern und in die Natur hinaus. Also es gibt hier eine sehr starke sozialdemokratische lokale Ortskultur. Du hast das mit den Gemeindewohnungen erwähnt. Es gab in Purkersdorf ein Armenhaus aus der Monarchie her. Das war in NeuPurkersdorf. Und die Leute haben in relativ schlechten Bedingungen gelebt. Und die Idee war, Gemeindebauten zu errichten wie in Wien. Aber es fehlte wirklich das Geld für feste Bauten. Holzbaracken in der Windseile gebaut, die bestehen noch bis nach dem Krieg. Und erst 1956 wurde erst der erste Wohnblock in der Windseile eröffnet, als wirklich ein fester Bau. Und auch diese Wohnhausanlage steht auch immer noch heute auf einem Grund, der der Stadtgemeinde gehört und die Gemeinde kann die Wohnungsvorgabe bestimmen. Also quasi das, was in den 20ern geplant wurde, dann umgesetzt wurde, wirklich in feste Bauten nach dem Krieg, besteht bis heute. Also eine Idee, die über 100 Jahre alt ist, existiert immer noch. Du hast es ja auch schon gesagt, Purkersdorf hatte dann natürlich die Gemeinde kein Geld, um feste Bauten zu machen. Da habe ich auch hier aufgeschrieben, 1926 Purkersdorf kauft die heutige Bühne, also die Wiener Straße 12, vor das Kino drinnen war. Ja, das im Prinzip war ja das ein Hotel, ursprünglich das Ganze. Und die Hoteleigentümer, die das über 100 Jahre besessen haben, die verkaufen das dann zuerst verpachtens ist und dann verkaufen es. Also die Gemeinde Kauf 1926, nämlich mit der Idee einer Zentrale für die Gemeinde. Es hat ja auch die Sozialdemokratische Partei dort ihr Parteilokal gehabt und diese Kohlenabgabestelle, das war alles schon dort. Und das Kino hat man betrieben dann von Gemeindeseite mit der Idee, um dort qualitativ hochwertige Filme zu spielen. Also quasi, man schreibt das damals auch in den Zeitungsartikeln, keine Jim-Boom-Filme von irgendeiner Filmindustrie, sondern wirklich tolle, schöne Filme, was immer auch so das damals gewesen sei. Die sich natürlich wahrscheinlich weniger ansehen wollen. Ja, das Problem war, dass dann die Einnahmen zurückgeblieben sind. Die Menschen haben dem nicht so zugesprochen, wie ihr wünscht. Und das bleibt dann hinter den Erwartungen zurück. Aber das ist ganz bewusst auch als sozialdemokratische Kulturpolitik gelaufen, damals hier im Ort. Naja, dieser Saal und die Bühne, eben war das Kino drinnen, aber es waren ja auch große Veranstaltungen, Tanzveranstaltungen, Feste. Das wurde alles abgehalten. Das Zentrum, quasi das gesellschaftliche Zentrum in dem Saal. Wo sich zuerst, also vor 1934, quasi auch die Sozialdemokraten und viele andere gefeiert haben. Zum Beispiel gab es einen Landtagsabgeordneten der Sozialdemokraten, der ist Leopold Petzneck. Das war der zweite Mann der Tochter vom Kronprinz Rudolf. Und der hat auch in der Bühne verkehrt. Der Schwiegersohn vom Kronprinz Rudolf war auch in der Bühne. Oder der Julius Deutsch, der Schutzbundkommandant der Österreichischen. Die haben eben so verkehrt, wie dann später auch die anderen. Also die Christlichsozialen. Das sollte man vielleicht auch ein bisschen im Hinterkopf haben, wenn man heute in der Bühne irgendeine Veranstaltung besucht. Historischer Boden. Was das für historischer Boden ist. Und weil du schon gesagt hast, Kino, ja, die letzte Vorführmaschine, die es im Kino gegeben hat, die kann man auch hier im Stadtmuseum... Genau, die sind hier unter. Wir landen das Kino 1969 geschlossen worden. Dieser Tonbildwerfer heißt das, der stammt aus 1930. Der war eigentlich bis 1969 in Betrieb. Und ist dann beim Schließung des Kinos hierher gekommen. Nicht mehr funktionstüchtig, aber man kann ihn besichtigen. Ja, weil es ist eine imposante Maschine, die wert ist. Um einen eigenen Führerschein quasi, einen Vorführerschein bebraucht, einen Operateurschein und die Technik immer verprüft werden muss, aus feuerpolizeilichen Gründen etc. Filme waren ja sehr, sehr schnell entzündbar. Ja, 1933 herum gab es natürlich viele illegale Nazis, die in Purkersdorf Jungwesen getrieben haben. Und der Heimatschutzbund stellt Arbeitslose als Hilfspolizisten an. Naja, in Purkersdorf passiert dasselbe wie in ganz Österreich, dass die Gesellschaft ja sehr geteilt ist. In einerseits die Linke und die andere Rechte-Reichshälfte und die differenziert sich wieder. Auf der linken Seite hat man die Sozialdemokratische Arbeiterpartei, die KPÖ, die Kommunistische Partei Österreichs, die es seit 1918 erst gibt, also seit dem Ende des Krieges, früher war das ja alles zusammen. Und die andere Seite, das sind die christlich-sozialen und die Frontkämpfer, Deutsch-Nationalen etc. Und die gründen alle, diese Organisationen gründen eigene, bewaffnete Organisationen. Bei den Nazis war es die SA. Und der Republikanische Schutzbund ist die Wehrorganisation der Sozialdemokraten, die Heimwehren der christlich-sozialen. Dann gibt es auch die Frontkämpfer, die sich ebenfalls gründen. Aber es gibt auch den Bund der Deutschen Tour in Österreich, auch die waren bewaffnet, das war der Vorgängerverein der Union. Also die haben so eine Geschichte. und die marschieren halt jeden Sonntag auf, auch in Purkersdorf und zeigen ihre Macht, quasi so außerparlamentarische Einheiten, die also quasi bewaffnet sind, die relativ wahrscheinlich die Gewehre haben, die man nicht abgegeben hat, in Baunhofen, wenn man vom Kriegshaus kommt, die man mit nach Hause kommt. Also da wird aufmarschiert und da gibt es alle möglichen Vorkommnisse und auch in Purkersdorf gibt es Schießereien, auch schon in der Zeit um 34, 33 und auch vorher, auch um 1927 um den Justizpalastbrand herum, wo man in Purkersdorfer auch einige Vorkommnisse hat. Und man muss immer eines dazu sagen, die Gesellschaft war ja radikalisiert durch den Krieg. Wenn man im Krieg war, war man gewohnt, mit Waffen umzugehen, vielleicht auch Menschen umzubringen. Also diese Gewaltbereitschaft ist in der Bevölkerung sicherlich da und auch hier. Und da gibt es ja genug Berichte darüber, wie da zum Beispiel eine Heimwehreinheit zu einem sogenannten Appell nach Schönbrunn marschiert und im Grieskindlwald beschossen wird. Da sind wir da so um 1927 herum und da ist anscheinend Waffengewalt angewendet worden. Oder dass ein Kommunistenstern im Steinbruch in der Wintergasse entzündet mit Feuer und zeigt, dass die Kommunisten haben, was sie den Steinbruch besetzt. Also alles als StrasPurkersdorf ist wirklich ein Spiegel der großen, auch bei Österreicher, der österreichischen Politik, wo sich diese politischen Gruppierungen quasi in die Haare geraten. Und die Heimwehren machen immer so Appelle, heißt das, die marschieren auf mit riesigen Veranstaltungen. sei es im Pressbaum, sei es im Burgastart oder woanders. Und da wird am Hauptplatz aufmarschiert und alles wird inszeniert, in diese Richtung gehend. Und dann auch die Bühne haben wir erwähnt, auch die ist dann ein Zentrum, wo es auch die Heimwehren verkehren. Also später, da sind wir jetzt schon ein bisschen in den 30er Jahren drinnen. Apropos 30er Jahre, um auch etwas Positives aus dieser Zeit zu transportieren. Ich habe ja 1934, 1935 gab es dann diese Kirchenerweiterung. Das heißt, die Kirche, wie sie heute zu sehen ist, wurde dann zu dieser Zeit erweitert. Man hat gefunden, die Kirche ist zu klein. Purkersdorf hat 1934 um 2000 Einwohner mehr als 1910. Wir sind 1934 ja schon in der Zeit des Austrofaschismus oder der Toler- und Schuschnigg-Regimes, wo ja die katholische Kirche eine massive Rolle zugewiesen bekommen hat, wo der Religionsunterricht wieder verpflichtend war, wo ja die Ehescheidung aufgehoben wurde, wo es eine neue Verfassung gab, wo man die Gleichberechtigung der Frau aufgehoben hat etc. Und in der Zeit kommt es und man sammelt Geld, auch da haben wir die Spendenaufrufe, alles im Museum und errichtet quasi das, wie Sie es heute kennen, wir alle kennen, den Zubau auf der Seite, auf der Südseite, dieses Seitenschiff, den Anbau hinten dazu. Und macht die Kirche eben größer. Und da gibt es ein riesiges Kirchweihfest. Darum gibt es heute immer noch das Kirchweihfest im Juli. Ein Kirchweihfest, wo der Kardinal Initzer 1936 in Purkersdorf ist und die Kirche weiht. Und das wurde inszeniert als eine Veranstaltung des damaligen austrofaschistischen Dolfus-Schulschnigg-Regimes, wo es alle aufmarschieren, diese Heimatschutzverbände der rechten Seite. Ja, auch von dieser Veranstaltung oder von diesem Ereignis kann man natürlich hier die Bilder im Stadtmuseum sich anschauen, aber bleiben wir auch gleich beim Jahr 34. Da passiert es, Verhaftung des Bürgermeisters und der Sozialdemokraten durch die austrofasischen Faschisten. Bürgermeister Buchmüller, Johann Buchmüller, der hat seit 1919 das Gemeindeamt geführt. Das war quasi der große Gemeinde-Hero dieser Zeit. Also der sozialdemokratische Bürgermeister bis zum 12. Februar 1934, der wird verhaftet und nach Wöllersdorf ins Anhaltelager gebracht. Es gibt hier in Österreich zu dem Zeitpunkt genannt Anhaltelager, was in Deutschland Konzentrationslager hieß, wurde hier bewusst Anhaltelager genannt, um sich von den Nazis zu differenzieren. Und dort wird er hingebracht. Kaiser Steinbruch war auch so ein Lager, Wöllersdorf. Und wird dort hingebracht und wird abgesetzt und Johann Materbauer, der Segewerksbesitzer, der wird eingesetzt als Gemeindeverwalter und später dann als Bürgermeister von dem neuen Regime und es werden Purkersdorfer. Mandatare, Sozialdemokratische verhaftet, werden verliehnere Konzessionen, verliehnere Berufstätigkeit, also es ist da nicht so einfach Liebe von Neuwaschdorf, wie es immer erzählt wurde, sondern wenn man da ein bisschen auf die Quellen schaut, da hat man schon ziemlich ziemlich Druck ausgeübt auf die Leute. Und in der Gemeinde haben sie nichts mehr zum Reden, der Schutzbund wird aufgelöst. Und das ist auch ein Problem bis heute auf der lokalen Forschungsebene. Dass sozialdemokratische Quellen wenig vorhanden sind. Ich bin oft gefragt worden, wie die Naturfreunde 100 Jahre waren, ob ich Materialien habe. Ich habe gesagt, es ist nichts da, weil er 34 quasi die Partei aufgelöst wurde, verboten wurde nach dem 12. Februar, liquidiert wurde. Die Arbeiterzeitung erscheint das letzte Mal am 12. Februar. und die späteren Ausgaben sind alle schon Exil-Ausgaben. Otto Bauer geht ja nach Brünn ins Exil und der Oskar Boller geht nach London. Also die Leute in die Sozialdemokratie quasi verschwindet ja schon 1934. Das wird oft in der ganzen historischen Betrachtung vergessen, dass der große Exodus aus Österreich schon 1934 und vorher beginnt. Stefan Zweig zum Beispiel verlässt schon 1934 Österreich und viele andere auch. Und andere werden eingesperrt. Also berühmte Personen landen im Gefängnis von Bruno Kreisky angefangen, wie Franz Ohler, bis zu der berühmten Sozialforscherin und quasi Begründerin der empirischen Sozialforschung, Maria Yahuda, die macht den Fehler, die kehrt noch einmal nach Wien zurück und landet sie im Gefängnis. Also das ist eine Zeit, die leider in der österreichischen Geschichtsbetrachtung ein bisschen bagatellisiert wird und zu wenig betrachtet wird, aber ich glaube und bin der Meinung, dass die Entwicklungen von damals massiv bis heute nachwirken in jeder Hinsicht. Es gab auch diesen Juli-Putsch, wo zwei Purkersdorfer mit dabei waren. Ja, es gibt ja zweimal Bürgerkrieg damals, der vom 12. Februar 1934, der ja sehr stark in Wien stattgefunden hat, in Bruck an der Mur, in Steier und in Linz, also an unterschiedlichen Punkten. Und dann gibt es diesen Bürgerkrieg, der über eine Woche gedauert hat, nach dem Juli-Putsch von 1934, dem Putschversuch vom 25. Juli, wo er Tollfuß erschossen wurde durch eine Nationalsozialistin, das Bundeskanzleramt stürmen, der Putsch geht ja schief. Und da waren zwei Purkersdorfer beteiligt, denen es gelingt, nach Bayern zu flüchten und dort quasi Exil zu bekommen, die dann später erst wieder nach 1938 zurückkommen können. Und in der Zeit gibt es eine Woche, einen Bürgerkrieg, der sich sehr stark in Oberkärnten abspielt, also in Kärnten, teilweise in der Steiermark, auch in Oberösterreich, wo es über 200, 300 Tote auch gibt. Und in Purkersdorf gibt es eine sogenannte Heimatschutzkompanie Wiental. Und die sammelt dann sich in Hadersdorf und rückt dann von hier ab nach Kärnten ins Lisertal, also nördlich von Spital in der Tauchrichtung Katschberg. Und die erobern dann eine Brücke zurück, die Nationalsozialisten besetzt haben und werden dann hier bei der Rückkehr für Heroes gefeiert. Also auch die Gehändung Purkersdorf hat das quasi hier einen Beitrag geleistet. Geleistet, bewerten muss man das jeder sich selbst, ob das jetzt gut oder schlecht ist, aber auch quasi dieser Bürgerkrieg bildet sich hier ab. Und was in Purkersdorf auch der Fall ist, ab dem Juni 1933 ist ja die NSDAP verboten. Und Purkersdorf ist so ein Zentrum, wo sich illegale Nationalsozialisten aus Wien auch treffen. Da gibt es ein Gasthaus oberhalb von der Karlgasse, das Gasthaus Rinke, oben am Berg, da beim August Wienerwald. Das ist so ein Zentrum von illegalen Nationalsozialisten, die sich als Schwammerlsucher verkleiden. Und die Chandra-Marie geht dann auf die Suche, wo die Schwammerlsucher abgeblieben sind. Und da tut sich also einiges. Was auch recht interessant ist, und den Namen werden jetzt wohl einige kennen in Purkersdorf, Karl Deewanger war persönlicher Freund von Julius Raab. Ja, Karl Deewanger war der Polizistar dieser Zeit. Karl Deewanger war der Vater von Rudi Deewanger, den vielleicht viele noch kennen, oder der Großvater von Miki Deewanger, die das Geschäft erführt. Der war Gemeinderat in Purkersdorf, Geschäftsführer in der Gemeinderat und war dann Bundesrat und lange Jahre Landtagsvizepräsident, besonders auch in der Zeit des Dolphus-Schulschnigg-Regimes. Er war ein Teil auch zuerst christlich-sozialer und dann Teil dieser vaterländischen Front und war bekannt, war auch der Chef über das Bestattungswesen in Österreich, also seine Urenkelinie auch wieder ist heute und war eben ein guter Freund von Julius Raab. Er stirbt 1944 im Lazarett, er wird 1938 quasi von den Nazis sofort aller Hemder enthoben und wird dann auch in den Krieg eingezogen und stirbt 1944 und hätte vielleicht nach dem Zweiten Weltkrieg eine größere politische Rolle spielen können, wenn er überlebt hätte. Was in der Zeit auch der Fall ist, das ist interessant, das wird so nie irgendwo berichtet, das kann man in Zeitungsberichten aus der Zeit auch lesen, dass in Purkersdorf die Gendarmerie, die Polizei, also Gendarmerie damals, und auch diese Heimatschutz-Hilfspolizisten, die es gegeben hat, wie du schon erwähnt hast. Die gehen immer auf die Suche nach den Nazis, die irgendwas herumschmieren, also Nazi-Schmierereien, Hackenkreuze, irgendwas. Und wenn sie derer habhaft werden, dann müssen die unter dem Gejohle der umstehenden Bevölkerung ihre Schmierereien wegwaschen. Und mir hat das total betroffen gemacht, weil man dann weiß, was 1938 passiert mit Straßenwaschen und Juden in Wien, die die Kruppenkreuze wegwaschen müssen für die Volksbefragungspropaganda. Dann denke ich mir, das ist nichts Neues gewesen. Das dürfte in Österreich vielleicht, zumindest bei uns weiß ich, quellenmäßig gewesen sein, dass man die anderen quasi so demütigt vor der Bevölkerung. Und das, was man da gemacht hat mit den Nazis, machen dann die Nazis mit den Juden. Also in Österreich ist das anscheinend etwas, was in den Menschen sehr stark verankert war, diese Demütigungsmethoden. Ja, es kommt natürlich, wie es kommen muss, 1936 zum Beispiel. Weil die Gemeinde hat absolut kein Geld mehr, sie veräußert Immobilien. Wir sind da in der Wirtschaftskrise mittendrin, Arbeitslosigkeiten und die Purkersdorfer Gemeinde verkauft. Das heißt, vor zehn Jahren vorher verkaufte Areal Wiener Straße 12 mit der Bühne, das wird verkauft. Und auch das Schwimmbad wird verkauft, das heutige Wienerwaldbad war ja Gemeindepad bis dahin. Das wird verkauft in Privatbesitz und erst in den 60er Jahren wieder zurückgekauft. Da gab es dann den Wunsch, es wieder an die Gemeinde zu bringen, weil die Gemeinde war ja nach 1955 wieder sozialdemokratisch und die Leute konnten sich natürlich daran erinnern, was da war und kaufen das dann zurück. Und das ist unser heutiges Wienerwaldbad. Und die Gemeinde war damals absolut finanziell nicht gut aufgestellt. Soll schon vorgekommen sein. Ja, und dann natürlich 1938, und da habe ich jetzt dann stehen, denn am 14. März 1938 um ca. 15.30 fährt Hitler im offenen Wagen über den Hauptplatz von Burkersdorf nach Wien. Naja, die ganze Geschichte ist ja mit dem 12. März. Der Schulschneig ist ja noch am Ober-Salzberg zuerst und wird da ziemlich fertig gemacht im Februar. Das ist eine interessante Geschichte, wie manche persönliche Gewohnheiten vielleicht Geschichte beeinflussen kann. Ein Schulschneig war Kettenraucher. und durfte beim Hitler am Obersalzberg nichts rauchen und hatte stundenlang ohne Zigaretten und, Ich sage immer, dass so lange, bis er eben alles dem Hitler zugestanden hat, in dem es ist er an der Untergang und am 11. März, also dritter Jahr zurück und am 12. In der Früh marschieren schon die deutschen Truppen ein in Österreich und die müssen ziemlich geschwind gewesen sein. Am Nachmittag des 12. März sind schon in Purkersdorf. Es gibt schon die Fotos, wo die deutsche Wehrmacht am Hauptplatz ist, die Purkersdorfer schon aktiv werden und sich mit Waffen vor der Trafik am Hauptplatz aufstellen und schon jüdisches Geschäft hinaufmalen. Hat ihnen niemand befohlen, das haben sie gleich freiwillig gemacht. Vor Ausseilendergehorsam. Man kann ja nie früh genug dran sein anscheinend. Und am 14. März war der Hitler dann, der Hitler ist in Österreich illegal quasi, er ist Staatsoberhaupt des anderen Staates und dann muss ja relativ schnell am 13. März eben dieses sogenannte Anschlussgesetz beschlossen werden von der Regierung und da muss ich immer dazu sagen, diese Regierung sei es in Quark, beschließt das nach der Verfassung von 1934. Also quasi der Austrofaschismus bereitet verfassungsmäßig das vor, weil da gibt es ja kein Parlament, sondern er beschließt einfach Regierungsgesetze. Und die Nationalsozialisten beschließen nach der Verfassung der Austrofaschisten, der Schwarzen, beschließen die ein Gesetz, das österreichisch in Deutschland ist. Und dann ist der Hitler offiziell in Österreich und kann dann im Triumphzug offiziell als Staatsoberhaupt am 14. Losfahren in Linz und ist dann am Abend in Wien und am Nachmittag eben in Purkersdorf und der Hauptplatz ist bummvoll. Die Leute jubeln und johlen. Interessant ist, Hitler muss unten durchfahren durchs Attenloch. Der Schranken ist zu. Der Schranken war nicht offen. Da sind die deutschen Truppen teilweise mit der Panzer, mit der Eisenbahn transportiert worden. Und er muss unten durchfahren. Er muss auch links fahren, weil der Rechtsverkehr ist noch nicht eingeführt in Niederösterreich zu der Zeit. Hitler muss links fahren und fährt stehend über den Hauptplatz und wird bejubelt. Den Haar, dass man da stehen bleibt. Da ist die Menschenmenge so narisch, dass das Auto nicht mehr durchkommt. Da rollten sie auf und da werden die Blumen überreicht. Also in Purkersdorf lassen sie ihn durchfahren, in Hardersdorf nicht mehr. Da spinnen sie dann vollkommen. Gut, mit dieser Info des leider beginnenden Zweiten Weltkrieges dann. Ist ja das Ende von Purkersdorf. Am 15. Oktober 1938 wird Purkersdorf ein Teil von Groß Wien. Also mit dem Anschluss. Da ist dann die Eingemeindung. Kurz Lindner schreibt in seinen Büchern, nach dem Anschluss im Großen kam der Anschluss im Kleinen für Purkersdorf. Wir sind zweimal eingesackt worden, einmal durch die deutsche Wehrmacht und das zweite Mal durch die Gemeinde Wien. Und somit ist auch Purkersdorf quasi als Gemeinde nicht mehr existent. Was, ich sage es vorweg schon, auch etwas Positives für uns hat. Also Hitler konnte dadurch nicht mehr Ehrenbürger werden. Wir mussten die Ehrenbürgerschaft nie aberkennen, weil er keine gehabt hat. Das war der Vorteil der Eingemeindung. Ja, mit dieser Eingemeindung, 15. Oktober 1938, beenden wir den zweiten Teil unserer Geschichtsreihe. Ich sage dir ganz herzlichen Dank, Christian. Gerne. Und sind natürlich schon gespannt dann auf den dritten Teil. Und euch, liebe Hörerinnen und Hörer von Halle Purkersdorf, sage ich danke fürs Zuhören und ciao, bis zur nächsten Episode bzw. bis zum nächsten Teil.

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